Beiträge von Gammur

    Was mich hier wirklich stört, dass es immer nur um die Bedürfnisse, das Leben des Hundes geht! Was ist mit den Menschen? Was ist mit ihren Bedürfnissen? Mit ihrem Recht auf Unversehrtheit? Ihren Wünschen, träumen? Ihrem Stress? Spielt das alles im Vergleich zum Hund, keine Rolle? Muss der Mensch/Besitzer alles aufgeben, um seinem Hund gerecht zu werden/ihn am Leben zu erhalten?

    Und wenn er ab einem Zeitpunkt dazu nicht mehr bereit ist, (beissvorfälle, Aggressionen des Hundes) ist er dann ein schlechter, zu verurteilender Mensch? Tierheime müssen solche Hunde übrigens auch nicht aufnehmen und lehnen die Aufnahme oft genug ab.
    Aber man kann ja Lügen und sagen man hat den Hund gefunden. :gelbekarte:

    Ich halte mich nicht für einen egoistischen Menschen, aber meine Hunde müssen sich in meinen Alltag anpassen und mein Leben rotiert nicht 24/7 um meine Hunde und deren Bedürfnissen. Ich gebe mich weder für einen anderen Menschen vollständig auf, noch für meine Hunde/Tiere.
    So sehe ich das jedenfalls.

    Lg

    Moralisch vertretbar ist glaube ich eh die entscheidende Frage. Nur ist das nicht einfach zu beantworten.

    Jeder Mensch hat Verantwortung und Verpflichtungen. Nicht nur sich und seinen Mitbewohnern gegenüber, sondern auch seinen Mitmenschen, seinem Umfeld und seiner Umwelt gegenüber.

    Bei schwierigen Entscheidungen wie dem einschläfern eines aggressiven, bissigen, schwierigen Hundes ist es ein abwägen, ein reflektieren, ein begutachten lassen und eine Gewissensfrage.

    Am Ende muss der Besitzer/Betroffene nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Er trägt die Verantwortung, er trifft die Entscheidung.

    Kann und muss man darüber diskutieren, ja in jedem Fall, aber manchmal sollte, muss und kann man auch in den eigenen Augen falsche Entscheidungen so hinnehmen und akzeptieren. Leidensdruck wiegt unterschiedlich schwer.

    Manche erhalten selbst da noch leben, wo ich schon lange die Notbremse gezogen hätte. Manche kämpfen gar nicht erst, geben sofort auf, wo ich noch etwas versucht hätte. Ich habe gelernt, das mein Weg nicht immer richtig ist, ich überdenke, verändere mich und meine Einstellungen. Ich versuche Open minded zu bleiben und in jede Richtung zu denken. Verurteilen geht schnell, wenn man selber nicht in der Situation ist.
    Und ganz oft hilft es jemanden neutrales, ohne emotionale Bindung schauen zu lassen, der Ahnung hat.

    Wir alle lieben unsere Hunde, sonst wären wir nicht hier, aber auch liebe hat Grenzen und aufopfern ist nicht immer gesund.

    Vorwürfe helfen niemandem! Fehler sind menschlich, jeder macht sie! Auch unsere Hunde!

    Wenn jemand zu dem Schluss kommt seinen Hund einschläfern zu lassen, aus Aggressivitätsgründen, dann hoffe ich, dass dieser Mensch nicht vorschnell zu diesem Schluss gekommen ist und seinen Hund auf dem letzten Weg begleitet. Lieben bedeutet manchmal auch loslassen, und das manchmal um schlimmeres zu verhindern.
    Nicht immer, aber eben manchmal.

    Lg

    Ich bin die, die mit einem gefährlichen Hund aufwachsen musste, ich werde nicht ins Detail gehen, aber ich empfand es als eine Zumutung.
    Es sind sehr persönliche Erfahrungen und Dinge die nicht in ein Forum über Hunde gehören. Ich habe einiges an Gepäck aus dieser Erfahrung mitnehmen müssen und ich würde so ein Leben Kindern nicht antun.

    In einem Haus aufwachsen, wo Türen abgeschlossen werden, wo Tore und Türen öffnen unter Strafe verboten ist und wo der Gang nachts aufs Klo oder in die Küche gefährlich sein kann? Wer will so leben? Wer will so aufwachsen?

    Ich liebe Hunde und Tiere, immer noch, aber ich weiß, das man ihnen nicht sein eigenes Leben unterordnen kann komplett. Das verschiebt die Lebenseinstellung in einen ungesunden Bereich. Meine Hunde sind mir sehr, sehr wichtig, aber sie sind nur Teil meines Lebens und nicht mein ganzes Leben!

    Opfer bringen, schön und gut. Aber Kinder haben ein Recht darauf in Frieden, ohne Angst groß werden zu können und dieses Recht darf und sollte man ihnen nicht wegnehmen, wegen oder für einen Hund! Denn auch wenn ich jetzt gesteinigt werden sollte, nach meiner Erfahrung, ist ein Hund, eben trotz allem, trotz aller Liebe, aller Verbundenheit, eben "nur" ein Hund! Er kann Familienmitglied sein, Kumpel, seelentröster, und vieles mehr, aber er ist kein Mensch und wir Menschen als soziale Wesen brauchen andere Menschen.
    Ich sehe uns nicht als Krone der Schöpfung an, aber immer wenn ich den Hunde-Menschen Vergleich lese oder höre, wird mir kurz anders.

    Ich werde nicht ins Detail gehen, über die Opfer die ich als Kind gebracht habe, für den Hund! Es waren reichlich.

    Ich bin froh, dass ich Hunden gegenüber immer noch positiv eingestellt bin, wobei ich nie das Bedürfnis habe, fremde Hunde kennen zu lernen, zu streicheln oder mich mit Ihnen befassen will. Ich mag mir fremde Hunde nicht mal besonders und will von diesen auch nicht belästigt werden. Ist sicher mit meiner Kindheit zu begründen.

    Lg

    Fremdhundekontakt gibt es hier zu 99 % auch nicht. Meine Hündinnen stehen da so gar nicht drauf, somit meiden wir solche Kontakte.

    Hunde die wir öfter sehen, die Freunden von mir gehören und für meine Hunde dazu gehören, sind dabei kein Thema in ihren Gruppen, mit befreundeten Hunden, sind meine Hunde hochsozial. Hallo sag Kontakte, meiden wir bzw. vermeiden wir komplett.

    Lg

    Ich bin kein aberer, nur ich musste mit einem (Einzelfall) gefährlichem Hund Leben! Ich weiß was das bedeutet, durch eigene Erfahrungen, nicht nur durch Erfahrungen anderer, oder mit der Hoffnung, dass alles gut wird, wenn man sich, seine Familie, seinen Hund nur einschränkt und alles versucht zu managen.

    einschläfern sollte immer eine Einzelfallentscheidung sein, nur wohin mit diesen Hunden? Es gibt nicht genug fähige Trainer und noch weniger fähige endstellen für bissige, oder gar wirklich gefährliche Hunde. Also bleibt der tierheimzwinger und das für nicht wenige Hunde lebenslang. Lebenslanger Knast, ist das echt human und zu verantworten?

    Lg

    Ich würde sagen diese Hoffnung nach 1-2 Jahren im Tierheim einen wirklich fähigen Menschen für Hunde zu finden die schon gebissen haben, ist eine Wunschvorstellung! Mach daraus eher 5-8 Jahre bzw. bis zum Lebensende. Für wirklich gefährliche Hunde liegt die Wahrscheinlichkeit praktisch bei null, einen solchen Menschen zu finden. Bedeutet ein "Leben" im tierheimzwinger. Ist das echt eine Option?

    Schon Hunde die "nur" kleine Problemchen haben, wie der falschen Rasse anzugehören, vermehrt zu bellen, oder leinenagressiv sind, sitzen teils Jahre im Tierheim, ohne wirkliche Chance, weil sogut wie jeder Mensch mit Job, Familie, Alltag, sorgen, usw. so eingespannt ist, dass er verständlicherweise keinen "schwierigeren problemhund" aufnehmen möchte, kann oder will und dabei sind das ja keine Probleme die den Hund erstmal gefährlich machen, bzw. ist so ein Hund ja nicht in dem Sinne gefährlich, wie das z.b. unser Buck war.

    Ich denke manchmal muss man sich fragen, was humaner ist ein Ende mit Schrecken, oder ein Schrecken ohne Ende! Womit hat ein Hund lebenslangen Knast verdient? Nur um zu leben? Ist das ein Leben? Ist das was man sich für das lauftier und Haustier Hund vorstellt?

    Den gefährlichen und teils auch den bissigen Hunden hilft eine rosarote Brille nicht. Die Realität darf man einfach nicht aus den Augen verlieren. Und die Chancen für diese Hunde den passenden, verantwortungsvollen, kundigen, realistischen Halter zu finden, stehen ganz, ganz, ganz schlecht.

    Leben ist nicht nur überleben, sondern hat auch was mit Lebensqualität zu tun, vor allem bei unseren Haustieren, die ihr Leben nicht selber steuern können, weil sie eben in Abhängigkeit von und mit uns leben.

    Lg

    Ich hatte ja geschrieben, dass ich ebenfalls mit einem gefährlichen Hund aufgewachsen bin. Buck war ein 45 kg schwerer dsh, der Menschen, Kinder, alles was atmete, sich bewegte oder Geräusche machte angriff.

    Er wurde von Sachverständigen und Trainern als potentiell sehr gefährlich eingestuft und es gab bevor er zu uns kam, bereits einen Hund, den er leider erwischt hat und der diese Attacke nicht überlebt hat.

    Dieser Hund machte keine Löcher, er verbiss sich. Er drohte nicht und seinem Angriff ging in einer Zehntelsekunde nur das minimale weiten der Pupillen Voraus.

    Buck wurde bei uns gehalten ähnlich wie Raubtiere im Zoo. Jedenfalls bis mein dad ihn durch Gehorsam, durch ein Ventil für seine Aggressionen und durch harte, harte Arbeit händelbar bekam.

    Völlig normal wurde er nie, aber er kam mit unseren anderen beiden Hunden zurecht und die engsten Familienmitglieder akzeptierte er in seinem Dunstkreis.

    Ich erinnere mich noch, wie ich aus der Schule kam und ich ins Haus kam und Buck in seinem abgetrennten Bereich, nicht völlig abgedreht immer wieder gegen das Gitter sprang, sondern Aufstand, wedelte und ich ihn rauslassen konnte. Dies zu erreichen dauerte fast drei Jahre. Zuanfang griff er jeden an, der ins Haus kam. Er wartete nicht mal ab, wer das war.

    Bucks Welt war eine feindliche. Warum, wieso, weshalb, fragen, brachten nichts.

    Er starb mit 12 1/2 Jahren und wir waren ehrleichtert. Die Zeit mit ihm war so anstrengend, so schlimm, so unfassbar beengend und sie war lehrreich.

    Buck ist unvergessen, aber mit dem Wissen was ich heute habe, mit den Erfahrungen mit easy Hunden und das Glück Licht und Schatten der Hundehaltung erlebt zu haben, Buck hätte erlöst werden sollen. Er hatte kein glückliches Leben, es war ein Leben geprägt von Stress, Aggression und Frustration.

    Und das Resultat am Ende war, er hat bei uns keinen Menschen und kein anderes Lebewesen mehr tödlich verletzt. Ist das wirklich ein positives Resümee am Ende eines Lebens?
    Ich bin mir da nicht sicher. Vor allem nicht, wenn ich mit meinen Hunden die nach Buck kamen, vergleiche.

    Hunde die laufen dürfen, die keine Angst haben und die Menschen und anderen Tieren neutral bis freundlich eingestellt sind. Hunde die schwimmen, spielen, mich am Zaun begrüßen, im Haus leben, auf Bett und Sofa pennen und ein fröhliches, angstfreies, Leben führen können.

    Und ich sags ehrlich, die Beziehung von uns Kindern zu meinen Eltern hat durch dieses auf rohen Eiern leben bzw. dazu gezwungen sein so zu leben, gelitten und das nicht wenig.

    Nachahmungswert ist diese Lebensweise in keinem Fall und Kindern auch nicht zuzumuten. Eher ist es eine Zumutung.

    Ich habe lange überlegt ob ich diese Erfahrung poste, näher ins Detail werde ich nicht gehen. Diese Zeit ist mir nicht in positiver Erinnerung geblieben und das für ein Tier, was auch eher nur am Leben blieb, als wirklich glücklich leben zu können.

    Lg

    Sorry, wenn ich den Besitzer 3-4 mal bitte uns das Tier vom Hals zu halten, dieser das nicht schafft, oder schaffen will, dieses Tier nicht versteht das meine Hunde und ich nicht bedrängt werden wollen, dann muss er mit den Konsequenzen leben.

    Ich nutze das Wort Vieh übrigens nicht abwertend. Komme vom Land, bei uns beschreibt Vieh, eben Tiere. Auch gebräuchlich Viecher. Oder halt Tier, wenn das besser passt.

    Ich kenne einige Collies, keiner davon hat großartig Interesse an fremden Hunden, aufdringlich, tollpatschig und plump sind sie auch alle nicht. Vor allem die Hündinnen nicht.

    Aber zu so einem Zwerg würde ich wohl tatsächlich keine Rasse dazu setzen die mehr als 10-12 kg wiegt. Einfach um den Zwerg zu schützen.

    Lg

    Alle Labradore die ich treffe oder kenne sind grobmotoriker und distanzlos. Meine Hündinnen sind mittlerweile so anti, dass sie sobald ein Retriever bzw. ein Retriever mix sich uns nähert, leider komplett ausflippen. Ich habe den Test gemacht im hundefreilaufgebiet, Dackel ist ok, spitz ist ok, Collie ist super, usw. kommt ein Hund der einem Retriever ähnlich sieht, ist der Spaß vorbei.

    So einen zu einem chi? Im Leben nicht!

    Wir haben hier auch einen 16 Monate alten labradorrüden, immer und immer wieder kam er aus dem nichts angeschossen um plump und aufdringlich, hallo zu sagen. Die ersten Male habe ich meine Hündinnen noch gebremst. Nach dem dritten oder vierten Vorfall dieser Art, wars mir dann egal. Ende vom Lied, meine beiden Hündinnen haben den Labrador im vollspeed durch den Wald gejagt, woraufhin der Labrador sich verlaufen hat, und der Besitzer zwei Stunden später noch immer seinen völlig panischen Hund gesucht hat. Meine Hündinnen waren 20 Sekunden später übrigens wieder da und waren recht zufrieden mit sich. Seitdem macht der rüde einen riesen Bogen um uns, Gott sei dank! Denn dieses Vieh, wollte mich auch noch begrüßen und ganz ehrlich, ich fasse fremde Hunde aus Prinzip nicht an und ich will auch nicht von fremden Hunden angesabbert oder angesprungen werden.
    Und das ist nicht die einzige Begegnung dieser Art mit einem Labrador, sondern ein Beispiel von vielen.

    Also meine Meinung zu einem solchen kleinen chi, kein Labrador oder ein anderer Hund dieser Gewichtsklasse, außer evtl ein Collie. Die sind recht sensibel und nicht besonders körperbetonte Spieler.

    Lg

    Hudson ist der verträglichste hier bei mir und der schmusigste. Die beiden Hündinnen sind dafür viel sanfter und vorsichtiger. Hudson ist ein trampel, poltrig und plump.

    In der Pubertät waren die Hündinnen viel einfacher. Hudson hat 3 Jahre gebraucht um mit seinen Hormonen usw. klar zu kommen. June war nie in der Pubertät und Reeba ist nach der ersten Läufigkeit jetzt schon so erwachsen und vernünftig geworden.

    Meine Hündinnen sind etwas verhaltensorginell und sind manchmal etwas speziell.
    Hudson ist ein gute Laune Hund. Nur er nimmt eben keine Rücksicht, oder ist gar jemals vorsichtig. Er ist wie ein sehr freundlicher Panzer, der vor lauter Freude und Freundlichkeit, über Menschen und Hunde walzt und dann gar nicht verstehen kann, warum ich das nicht möchte.

    Ich denke aber das hat kaum was mit dem Geschlecht zu tun, sondern mehr mit dem Charakter, dem Wesen, der Rasse eines Hundes.

    Meine June ist ein eher distanziertes sehr gelassenes Wesen. Die war schon als Welpe erwachsen. Sie ist stets kontrolliert, kommt selten mal aus sich raus und versucht immer alles richtig zu machen.

    Meine Hündinnen sind deutlich sensibler, als mein rüde. Der verbucht schimpfen unter, Irrtum bzw. ihn kann ich unmöglich meinen.

    Reeba ist ein Freigeist, wobei sie nach der ersten Läufigkeit jetzt echt so toll geworden ist. Sie ist aufgeschlossener geworden, selbstsicherer, freundlicher Menschen und Hunden gegenüber und einfacher im ganzen Umgang.

    Ich muss gestehen, die Hündinnen waren schneller erwachsen, einfacher zu trainieren und unkomplizierter im Alltag. Wobei Hudson auch nicht wirklich schwierig war, nur bis er wenigstens einen Hauch von Kontrolle über sich hatte, das hat gedauert. Ist aber sicher typfrage.

    Ich schaue eben auch eher welches Geschlecht in die vorhandene Gruppe besser passt und vor allem nach Charakter und Wesen.

    Bei meiner Rasse, sind aber auch die Hündinnen beliebter, was ich teils gut verstehen kann. Bei den aussies sind zumeist die Hündinnen freundlicher, leichtführiger, verträglicher und schlicht einfacher. Einen verträglichen, unkastrierten, freundlichen aussierüden gibt es, sind aber oft eher die Ausnahmen.

    Lg