Ich hatte ja geschrieben, dass ich ebenfalls mit einem gefährlichen Hund aufgewachsen bin. Buck war ein 45 kg schwerer dsh, der Menschen, Kinder, alles was atmete, sich bewegte oder Geräusche machte angriff.
Er wurde von Sachverständigen und Trainern als potentiell sehr gefährlich eingestuft und es gab bevor er zu uns kam, bereits einen Hund, den er leider erwischt hat und der diese Attacke nicht überlebt hat.
Dieser Hund machte keine Löcher, er verbiss sich. Er drohte nicht und seinem Angriff ging in einer Zehntelsekunde nur das minimale weiten der Pupillen Voraus.
Buck wurde bei uns gehalten ähnlich wie Raubtiere im Zoo. Jedenfalls bis mein dad ihn durch Gehorsam, durch ein Ventil für seine Aggressionen und durch harte, harte Arbeit händelbar bekam.
Völlig normal wurde er nie, aber er kam mit unseren anderen beiden Hunden zurecht und die engsten Familienmitglieder akzeptierte er in seinem Dunstkreis.
Ich erinnere mich noch, wie ich aus der Schule kam und ich ins Haus kam und Buck in seinem abgetrennten Bereich, nicht völlig abgedreht immer wieder gegen das Gitter sprang, sondern Aufstand, wedelte und ich ihn rauslassen konnte. Dies zu erreichen dauerte fast drei Jahre. Zuanfang griff er jeden an, der ins Haus kam. Er wartete nicht mal ab, wer das war.
Bucks Welt war eine feindliche. Warum, wieso, weshalb, fragen, brachten nichts.
Er starb mit 12 1/2 Jahren und wir waren ehrleichtert. Die Zeit mit ihm war so anstrengend, so schlimm, so unfassbar beengend und sie war lehrreich.
Buck ist unvergessen, aber mit dem Wissen was ich heute habe, mit den Erfahrungen mit easy Hunden und das Glück Licht und Schatten der Hundehaltung erlebt zu haben, Buck hätte erlöst werden sollen. Er hatte kein glückliches Leben, es war ein Leben geprägt von Stress, Aggression und Frustration.
Und das Resultat am Ende war, er hat bei uns keinen Menschen und kein anderes Lebewesen mehr tödlich verletzt. Ist das wirklich ein positives Resümee am Ende eines Lebens?
Ich bin mir da nicht sicher. Vor allem nicht, wenn ich mit meinen Hunden die nach Buck kamen, vergleiche.
Hunde die laufen dürfen, die keine Angst haben und die Menschen und anderen Tieren neutral bis freundlich eingestellt sind. Hunde die schwimmen, spielen, mich am Zaun begrüßen, im Haus leben, auf Bett und Sofa pennen und ein fröhliches, angstfreies, Leben führen können.
Und ich sags ehrlich, die Beziehung von uns Kindern zu meinen Eltern hat durch dieses auf rohen Eiern leben bzw. dazu gezwungen sein so zu leben, gelitten und das nicht wenig.
Nachahmungswert ist diese Lebensweise in keinem Fall und Kindern auch nicht zuzumuten. Eher ist es eine Zumutung.
Ich habe lange überlegt ob ich diese Erfahrung poste, näher ins Detail werde ich nicht gehen. Diese Zeit ist mir nicht in positiver Erinnerung geblieben und das für ein Tier, was auch eher nur am Leben blieb, als wirklich glücklich leben zu können.
Lg