Ich glaube es kommt darauf an was man sehen und verstehen will. Will man das ganze sehen oder nur den Einzelfall? Will man Zusammenhänge begreifen, verstehen oder nur populistische Halbwahrheiten herausposaunen?
Zucht und gute, seriöse Züchter sind nicht verantwortlich für volle Tierheime und hundeelend auf der Welt.
Will man wirklich nachhaltig in den Ländern helfen das tierleid dort bekämpfen, muss man wohl ganz woanders ansetzten. Wahrscheinlich bei der Wirtschaft der Länder, bei der Bildung von jungen Menschen, in der Politik, in den Kulturen.
Tierschutz muss man sich leisten können. Wenn jemand kaum genug Nahrung hat seine Kinder und sich selber zu ernähren, kaum genug Geld hat, sich um seine Familie zu kümmern, keinen Job, politisch und wirtschaftlich alles vor die Hunde oder drunter und drüber geht, es keine Perspektiven gibt, da ist einfach kein geld, kein Gedanke fürs Tier da. Zu oft geht es ums überleben, auch und immer noch in Europa.
Wir hier in Westeuropa sind so privilegiert. Wir können uns Tierschutz leisten. Aber unser retten der Hunde aus diesen Ländern ist schlicht und ergreifend nicht nachhaltig. Macht für den Einzelfall einen großen Unterschied, aber insgesamt? Gar keinen. Seit Ca. 20 Jahren werden immer mehr und mehr Hunde gerettet, die Situation in den Ländern und tötungsstationen ist gleich geblieben. Es sind nicht weniger strassenhunden geworden, es sind nicht weniger Hunde in den tötungsstationen geworden. Somit funktioniert das scheinbar so nicht.
Es gibt einen Satz aus der Pädagogik der evtl hier passt "hilf mir es selbst zu tun!" Ich denke nur so kann nachhaltig etwas getan werden.
Und ich z.b. mache es so. Ich selber kaufe Hunde vom guten Züchter und unterstütze den Tierschutz mit Sach und geldspenden. Aber nur tierschutzorgas die nachhaltig versuchen etwas zu verändern, zu verbessern.
Ich bin kein gutmensch, versuche aber das große Ganze zu sehen, zu verstehen und zu begreifen. Immer gelingt mir das nicht, aber ich arbeite daran.
Leider ist vieles tief verflochten und weit davon entfernt einfach zu sein. Oft reicht ein oberflächlicher Blick nicht um ein Problem zu erfassen und zu verstehen. Und Populismus und das raushauen von eben solchen Sprüchen hilft auch rein gar nichts.
Lg