Hier passt mein Bub auch rein. Hudson ist mittlerweile 9 Jahre alt und nach vielen Versuchen, einigen Aussetzern von ihm und mir (habe zwei ordentliche Narben, viele blaue flecke und öfter ein angekratztes ego davon getragen), haben wir einen Weg gefunden.
Ich habe akzeptiert, dass er sein Wesen, seinen Charakter nicht ändern kann und er hat gelernt sich mit meiner Hilfe abzuregen, bzw. zu kontrollieren.
Als er jung war, konnte man praktisch kaum mit ihm arbeiten, jedes ansprechen, jedes ihm zuwenden, jedes Lob fuhr ihn hoch. Egal ob drinnen oder draußen. Händelbar nur durch managment. Belohnen konnte man ihn nicht und auch auf Strafen fuhr er hoch. Bei wenig körperlicher Auslastung (versucht um ihn ruhiger zu bekommen) ging er die Wände hoch, bei viel körperlicher Auslastung war er im Haus mit nur einer Person relativ ruhig. Umso weniger wir machten, umso ätzender wurde er bis er völlig durchdrehte, wenn man irgendeinen Gegenstand in der Hand hatte.
Irgendwann war klar, alleine positiv werde ich dem nicht her. Tierärztlich war alles io.
Er bekam ein abbruchgeräusch bzw. Gegenstand mit dem er gehemmt wurde und endlich runter kam bzw. zuhören konnte, wenn sein Hirn rausflog. Zudem verschwanden leckerlies aus dem Alltag und er bekam öfter einen Schnuller. (etwas zum tragen und kauen ins Maul). Auf dem hundeplatz gab es kein futtertreiben mehr und Spielzeug nur noch sehr dosiert.
Mit zwei Jahren konnte er dann die BH laufen und seitdem er Ca.4-5 Jahre alt ist, geht es deutlich besser mit ihm. Er ist immer noch sehr motiviert, aber händelbar, er ist mittlerweile im Haus sehr ruhig, nur Begrüßungen und Besuch lassen ihn hoch fahren. Er kann warten und quietschen, jammern und bellen spielt kaum noch eine Rolle. Er kann Verbote annehmen, ohne wie ein Pulverfass zu explodieren. Spielen mit ihm ist schwierig, nach wie vor, aber es geht. Mit Futter arbeiten ist nur für geübte möglich.
Ich kann ihn händeln, in der Stadt, unterwegs beim gassi usw. gibt es keine Probleme mehr.
Alle paar Jahre mittlerweile rücken wir aneinander. Aber so selten. Früher alle paar Stunden, dann alle paar Tage, dann alle paar Wochen und von irgendwann 1-2 mal im Jahr, zu mittlerweile alle 2 Jahre mal.
Er ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber sehr gut trainierbar, nur absolut nicht kritikfähig. Mit einem Hang nach vorne zu gehen und mit Wucht und Körpereinsatz seine Idee durchzusetzen.
Ich stehe bei ihm immer auf der Bremse, bis heute, Selbstregulation schafft er besser, aber nicht zu 100%.
Gott sei dank ist er im hohen Maße gehorsam und von Grund auf nicht aggressiv.
Ich hab ihn sehr lieb meinen Buben, aber er ist und war auch sehr anstrengend und nochmal kommt mir sowas nicht ins Haus.
Gegen ihn sind meine beiden anderen Hunde aus arbeitslinie ruhig, gelassen und mit einer Selbstbeherrschung die beneidenswert ist. Die können Vollgas geben und knallen nie durch. Absolut klar im Kopf und selbstregulierend, ohne das ich was tun muss.
Lese gespannt mit, wie ihr eure stresskekse so händelt. Medikamente waren bei uns z.b. nie Thema. Heute wäre ich dem nicht abgeneigt, aber wir haben es auch so geschafft.
Lg