Ich bin darauf angewiesen das meine Hunde sich in einem bestimmten Rahmen bewegen, andere Hunde kann und will ich nicht halten.
Ich habe es mit einem mischling aus dem tierschutz versucht und bin froh, dass meine Vermieterin nach 8 Monaten den Hund übernommen hat. Ich hatte Ansprüche an den Hund, die der Hund nicht erfüllen konnte. Und die Ansprüche waren noch nicht mal riesig. Sie sollte täglich im Auto mitfahren (ging nicht, weil sie panische Angst vor dem Autofahren hat, die nie wegging), sie sollte hundesport mit mir machen (ging nicht, weil sie null Motivation besitzt und absolut keinen will to please), sie sollte viel mit spazieren gehen (ging nicht, weil sie am liebsten Zuhause bleibt und auf dem Sofa pennt). Ich habe den Hund 8 Monate mitgeschleift, weil das nunmal mein Programm und mein Leben ist und dann für den Hund entschieden, dass sie besser bei meiner Vermieterin aufgehoben ist.
Ich habe im Moment fünf Rassehunde daheim, vier Hütehunde und einen gasthund aus der Jagdhundeecke. Und dabei merke ich, ein Jagdhund ist nichts für mich. Ich komme mit den reizoffenen, hütenden, hin und wieder neurotischen Hütehunden besser zurecht. Die liegen mir einfach mehr.
Mit aussehen hat das bei mir übrigens absolut nichts zu tun. Mein hässlichster Hund von außen, ist der hübscheste Hund im inneren. Aussehen vom Hund ist mir total egal. Farbe auch. Aber das Interieur muss stimmen. Einfach nur alle koppelgebrauchshunde mischen, bringt auch rein gar nichts. Denn die einzelnen koppelgebrauchshunderassen arbeiten unterschiedlich, an unterschiedlichem Vieh und bringen zusätzlich unterschiedliche nebeneigenschaften außer hüten mit. Und zudem teilen sie eh teilweise rassetypische Erkrankungen. Somit wird man die noch nicht mal los, durch wildes Gemische.
Ich bin gegen showzuchten, aber für rassezuchten. Showzucht ist für mich viel zu oft hüllenzucht. Ich kaufe meine Hunde auch nicht aus showzuchten.
Gott sei dank gibt es auch im VDH/FCI und in einigen dissidenzverbänden noch arbeitende arbeislinienzuchten, und da kaufe ich mir meine Hunde.
Und bis jetzt hatte ich damit wirklich Glück. Meine Hunde sind robust, gesund, rassetypisch, erfüllen meine Ansprüche und passen hervorragend in mein Leben.
Ich denke, sollte es keine rassehundezucht mehr geben, hätte ich keine Hunde mehr. Denn immer wieder testen und ausprobieren ob der Hund erfüllt was ich brauche und haben möchte und wenn nicht, ihn wieder weiter zu reichen und den nächsten ausprobieren ist jetzt nicht mein Ding.
Nur nach Gesundheit, Wesen und Leistung zu selektieren würde übrigens bedeuten, alle Hunde, die diese strengen Kriterien nicht erfüllen, zu beseitigen. Und nach welchem Wesen würde man selektieren? Manche brauchen, möchten und finden das Wesen eines kangals ideal, andere brauchen, wollen und möchten das Wesen eines Collies. Beide im weitesten Sinne "Hütehunde". Nach welchem Wesen würde man denn da nun selektieren?
Früher oder später entstände wieder rassehundezucht. Nur auf dem Weg dahin mit deutlich mehr "Ausschuss". Und ob das zum Wohle unserer geliebten Hunde ist, wage ich zu bezweifeln.
Übrigens gegen die Abschaffung der Qualzucht bin ich auch. Qualzucht findet aber auch im Mix Bereich statt. Ein "frops" französische Bulldogge-Mops mix ist sicher nicht gesünder als die ausgangsrassen.
Lg