Mein Vater hatte vor Jahren mit dem DSH aus dem tierschutz, einmal eine körperliche Auseinandersetzung. Dieser DSH hatte bereits Menschen verletzt und einen Hund getötet. Der Hund wusste wie er sich durchsetzen kann und nutzte dazu seine Zähne und zwar immer, wenn ihm was nicht passte. Und ihm passte eigentlich wirklich gar nichts.
Diese eine körperliche Auseinandersetzung war der Punkt null ihrer Beziehung. Der Hund hatte einen Menschen gefunden, der stark war, der Schutz gewährte, den er anerkannte. Mein Vater musste danach genäht werden, der Hund und er waren danach Jahre ein Herz und eine Seele. Kam mein Vater um die Ecke fiel der Stress, die Anspannung von diesem Hund, er hatte seinen Menschen gefunden, den einzigen, den er wirklich mochte.
Der Hund folgte nicht aus Angst oder Verzweiflung, er hing an meinem Vater und er vertraute meinem Vater. Jahre später, durfte auch ich manchmal mit diesem Hund arbeiten, aber im Grunde seines Herzens, war klar, er ist der Hund meines Vaters.
War mein Vater da, wich der Hund ihm kaum von der Seite.
Die Auseinandersetzung war ein Kampf und klar war, gibt mein Vater nach, muss der Hund eingeschläfert werden. Er stand ja eh schon mit 3 3/4 Pfoten in der Spritze.
Ich hätte diese Auseinandersetzung mit dem Hund nicht gewonnen und wohl auch nicht gewagt, aber sie war die absolute Basis um überhaupt mit diesem sehr aggressiven, sehr schwierigen Hund arbeiten zu können. Dieser Hund suchte die Konfrontation, er wollte bei jedem Menschen wissen, wo er stand und durch miese Grundlagen, war eben schon fast alles versaut und es kam eben zu einer körperlichen Auseinandersetzung.
Ist sowas bei einem "normalen" Hund nötig? nein um Gottes Willen. Ist das ein hervorragender trainingstipp? Himmel, nein.
Soll jetzt jeder seinen Hund vertrimmen? NEIN, natürlich nicht.
Es gibt Hunde, die suchen ihren Meister und wenn sie den gefunden haben, dann sind das die Hunde, die sich von diesem einen Menschen führen lassen und diesem Menschen vertrauen und ihn "vergöttern".
Das sind absolute Einzelfälle und oft ist bei diesen Hunden wirklich alles schief gelaufen vorher. Meist sind es Hunde aus der Gebrauchshundeecke, die die Konfrontation so suchen, wenn da einiges, wenn nicht alles schief gelaufen ist.
Wenn ich jetzt bei meinen Hunden körperliche Grenzen setze, dann ist das mal ein Knuff oder ein zupfen am Fell. Mit dem von mir oben beschriebenen null vergleichbar. Allerdings sind meine Hunde auch nicht mit unserem DSH von früher zu vergleichen. Meine Hunde sind einfach nett und haben es nie gebraucht oder probiert, sich mit Zähnen gegenüber Menschen durchzusetzen.
Lg