Tja...
Benji knurrt oft... wir haben ihn mit 12 Jahren aus dem TH bekommen, kennen seine Vorgeschichte nicht, merken aber, dass er zu viel Nähe nicht ertragen kann, wenn es zu plötzlich ist. Bei Männe erst recht. Vermutlich hat er schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, insgesamt ist er sehr sehr ängstlich bei Fremden.
Ich sehe das bei Benji allerdings sehr entspannt. Wenn er knurrt, war es ihm zu viel Nähe, es hat ihn erschreckt... so what? Es kann 5min sein, dass er die Nähe zulässt, dann wird es ihm zu viel und er gerät in Panik. Ich gebe ihm die nötige Distanz die er braucht, schicke ihn auf seinen Platz und nähere mich ihm langsam. Die Weltherrschaft reisst er deswegen nicht an sich, wenn ihm jemand anders Angst macht, kommt er zu mir, wenn er geknurrt hat, geht er mittlerweile allein in seinen Korb. Er ist ein Hund mit einer sicherlich nicht sonderlich tollen Geschichte, damit arrangieren wir uns. Muss ich ihm jetzt Nähe aufzwingen? Ich halte meinen Abstand und wenn ich ihm zu nahe komme und er knurrt, dann denke ich darüber nach, was für eine Situation das war und meide diese in Zukunft. Da Benji aber zudem noch fast taub und fast blind ist, kommen solche Situationen einfach häufig vor. Eine unbedachte Bewegung, ganz verschiedene Situationen und er knurrt... wir leben gut damit, denn wir wissen, dass er die Situation an sich anknurrt. Ist schwer zu beschreiben, andere Leute sind entsetzt, aber das ist bei uns halt so...
Ich weiß, dass Benji mir 100%ig vertraut und ich kann auch mit langsamen Bewegungen alles mit ihm machen. Er sucht Schutz bei mir, er sucht meine Nähe, das ist mir genug. So kann ich mit seiner Angst und dem Erschrecken leben... es wird nicht mehr besser, dazu haben ihn einige Menschen absolut versaut, aber ich bin einfach froh, dass wir einen Weg gefunden haben.
Bei Jack ist das anders, er hat mich ein einziges Mal angeknurrt, sonst noch niemals. Und das war, als er sich seine Kralle verletzt hat und wirklich unsägliche Schmerzen hatte. Das Desinfektionsspray musste trotzdem drauf - schnell und schmerzvoll für ihn. Jack ist nicht wehleidig, aber da hatte er tierische Schmerzen, ich konnte sie ihm nicht ersparen, aus diesem Grund musste er zwar nach dem Knurrer sofort auf seinen Platz, aber ich habe es ihm nicht übel genommen. Wir haben Monate gearbeitet, bis er sich wieder die Pfote ansehen liess, einfach weil er so eine Panik vor Schmerzen in dem Bereich hatte.
Würde einer meiner Hunde mich allerdings anknurren, weil ich ihm Futter wegnehme oder seinem Napf zu nahe komme oder sonstigen Dingen, würde ich stark an der Beziehung zweifeln... aber man muss in solchen Situationen immer alles sehen, nicht nur den Knurrer, erst dann kann ich entscheiden.
Lieber mein Hund knurrt einmal, als dass er sofort schnappt, weil ihm das Knurren immer verboten wurde.