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Hauptargument für die Kastration:
Alle unkastrierten Hündinnen in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis litten oder leiden an Gesäugetumoren. (Eine Hündin nicht, die ist aber erst 5 Jahre alt) Die Hündin meiner Schwester ist vor nicht langer Zeit beinahe verblutet, weil die Riesennarbe nach der Entfernung der ganzen Gesäugeleiste immer wieder aufging. Da Zucht nicht in Frage kommt, möchte ich das meiner Hündin ersparen.
So, ich hab es rausgesucht. Hier der Teil zum Thema Gesäugetumor:
Häufig wird eine Statistik aus dem Jahr 1969 (Schneider et al., 1969) herangezogen, als belegt wurde, dass das Mammatumorenrisiko bei Kastration vor der ersten Läufigkeit gegenüber unkastrierten Hündinnen 0,5% beträgt, bei einer Kastration nach der ersten Hitze 8% und bei später kastrierten Hündinnen bei 25% liegt.
Die läßt sich mit dem zyklusabhängigen Einfluss der Geschlechtshormone auf das Gesäuge erklären. Aber um diese Statistik wirklich bewerten zu können, muss man nicht nur die Prozentsätze der absoluten Zahlen von sowohl gut- als auch bösartigen mammatumoren bei Hündinnen in Betracht ziehen.
Diese liegen nach unterschiedlichen Quellen bei 0,2-1,8% aller Hündinnen, was bedeutet, dass frühkastrierte Hündinnenein Risiko von 0,001-0,009% für eine Mammatumorerkrankung tragen.
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Bei diesem geringen tatsächlichen Risiko der Erkrankung muss man sich daher fragen, ob das Thema Tumorprophylaxe einen alleinigen Grund für eine Kastration darstellen darf. Dies insbesondere auch, zumal es eindeutig nachgewiesen, wirksamere Prophylaxemaßnahmen gibt. So sind beispielweise der Verzicht auf allzu proteinhaltige Ernährung, der Verzicht auf hormonelle Läufigkeitsunterdrückung, sowie ein gutes Gewichtsmanagement, vor allem im ersten Lebensjahr, zu nennen.
Quelle: Wuff, 02/2011 - Kastration der Hündin - Dr. Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck
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Also meine Terriermix-Hündin aus Ungarn ist extrem ängstlich, ein Angsthund und wir arbeiten daran...
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st es wirklich so, dass die Kleine nach der Kastration noch ängstlicher wird???
Der Teil bezieht sich leider nur auf Aggressionen die durch Angst geboren sind:
Eine durch Angst, Panik oder Unsicherheit verursachte Aggression, sowie andere damit zusammenhängende Verhaltensprobleme, sind auch, wie beim Rüden, durch eine Kastration nicht zuverlässig beeinflussbar. Solche Hündinnen können durch Wegnahme der Sexualhormone zeitweise eher noch unsicherer werden (abhängig von ihrer sonstigen Persönlichkeit), da auch die weiblichen Sexualhormone angstlösend wirken und Selbstvertrauen schaffen.
Quelle: Wuff, 02/2011 - Kastration der Hündin - Dr. Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck