Beiträge von Fantasmita

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    Nichts. Also mir faellt nichts ein. Ausser ggf. mein Gemuetszustand.. Ich hab keine Nerven um mich mit nem dumm-poebelnden Koeter ewig lang auseinander zu setzen.. Ich habe aber weder staerker abgebrochen, noch staerker gelobt o.ae. Ich hab alles gemacht, wie immer :nixweiss:

    Das kenne ich aber auch. Auch bei uns lief die Erziehung in Wellen, mal war es super, dann mal wieder nicht ... aber auf einmal war es wie ein Klick im Kopf des Hundes und dann war das Thema durch, zumindest bei Max.

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    Ich frage mich persoenlich hier eher, in wie weit man eigentlich bereit ist, dem Hund jegliches normales Verhalten immer mit Futter schmackhaft zu machen.

    Scheinbar hat sich die ganze Geschichte durch das Futter ja nun auch nicht gebessert, sondern ist nur noch schlimmer geworden - Sorry, aber z.B. Wasser ist hier eine stets im Ueberfluss verfuegbare Ressource die daher auch keinen groesseren Stellenwert hat und eigentlich auch nur aus einem Grund evtl verteidigt wird und das ist hier evtl mal meine alte Huendin die jetzt meint, der kleinen gegenueber den Cheffe raushaengen zu lassen und sich sonst gerade nichts bietet.

    Wenn das Verhaeltnis nicht passt und der Hund knurrt etc beim direkten Versuch Futter abzunehmen - von mir aus. Aber wenn ich heute nur am Wassernapf vorbei will und den garnicht direkt beachte, hat mein Hund mich nicht zurechtzuweisen.
    Das letzte was ich dann noch tun wuerde, waere auchnoch daraus eine grosse Sache zu machen und das ganze irgendwie zu belohnen - uh, ich knurr hier bissl rum, dann huepfen die so schoen zur Futterbox und ich bekomm viel tollere Sachen als aus dem Napf. Tolle Verknuepfung, da waer ich echt scharf drauf.

    Ein Hund der sich so benimmt hat hier erstmal rein garkeine Ressourcen mehr und erarbeitet sich grundsaetzlich alles. Besitz gibts nicht mehr - nur wer sich anstaendig benimmt, darf auch etwas haben.
    Was verteidigt wird, nehme ich erst recht weg.. fuer solche Spinnereien mir gegenueber gibt es nicht auchnoch eine Belohnung.

    Schade, dass es keine Bömmel mehr gibt ... denk dir nen paar grüne ;) .

    :gut: :gut:

    Nicht zu viel lesen, sondern wenige aber dafür gute Lektüre. Ganz ganz weit vorne das Bauchgefühl vorschalten bei allem was man tut, dann fällt die Erziehung weitaus einfacher.

    Kein Welpen-Programm starten nur weil überall steht, dass Welpen in der sensiblen Phase alles kennenlernen müssen. Klar müssen sie das aber man soll sie nicht überfordern. Sie nicht zuviel bespaßen sondern ihnen viel Ruhe vermitteln, denn die "normale" Entdeckung der Umwelt kostet schon viel Kraft.

    Wenn du eine Rasse aussucht mit erhöhtem Jagdtrieb, dann schon im Welpenalter dafür sorgen, dass dieser nicht gefördert wird, d.h. schon das jagen nach Blättern unterbinden. Hintenraus bedeutet das weitaus weniger Probleme mit dem Jagdinstinkt. Wir sehen, z.B. das jagen von Blättern nicht als negativ an .. ist doch niedlich ... es entsteht aber aus der Veranlagung heraus und wird dadurch gefördert, wenn man es zuläßt. Wichtig auch ... keine unkontrollierten Ballwurfspiele. Wenn Ball, dann immer verbinden mit Impulskontrolle.

    Entspannt bleiben ;) .

    Viel Küchenpapier und Essig kaufen.

    Vorschlafen.

    Naja Erziehung läuft ja eher nebenher und dadurch gewöhnen sich unsere Hunde an auf Dinge zu hören, welche wir nebenher benennen ohne das es uns bewußt ist. Man kann natürlich aktiv jeden Tag 3 x Trick xyz üben aber man kann Erziehung auch in den Alltag mit einbauen und das geschieht meist unbewußt und da Hunde sich dem Menschen überdurchschnittlich gut anpassen entstehen dann auch diese Selbstläufer.

    Bei uns ist es das Wort "Frazi" ... ich hab dann wohl immer so nebenher gesagt "ich mach dann mal Frazi für die Doggis" ... naja und jetzt stehen sie Gewehr bei Fuß, wenn ich es nur erwähne.

    "Lasst mal reingehen", wenn ich aus dem Garten in die Wohnung gehe. Normalerweise wurden sie immer aktiv mit "komm" rangerufen ... irgendwann sind sie einfach mitgelaufen, wenn ich "lasst mal reingehen" sagte.

    "Runter" wurde auch nie aktiv geübt ... "Raus" ..

    Am lustigsten finde ich bei Max (Mr. Big macht das nicht), wenn er irgendwas hat, dann frage ich ihn "was ist denn los" und er rennt los und zeigt mir an was los ist (ich muss mal, ich hab Hunger, ich will raus, mein Spieli liegt unter dem Bett und ich komme nicht dran). Das ist supersüß und wurde nie trainiert. Ich saß halt einfach mal vor einem quengelnden Max und fragte ihn was denn los wäre und auf einmal rannte er vor, ich ging hinterher und blieb stehen, dann rannte er weiter und ich folgte ihm ... und so entstand das ganze.

    "Du bist so ein böser Hund" ist auch nebenher entstanden ... Max hat irgendeinen Mist gemacht (worüber man nicht so verärgert war, dass man wirklich richtig böse war) und dann habe ich mehr oder minder leicht verzweifelt gestreichelt und gesagt "du bist so ein böser Hund" und dann hat er mit dem Schwanz gewackelt und sich begeistert streicheln lassen ... jetzt ist es für ihn ein Anzeichen dafür, was er doch für ein Toller ist .... wenn wir sagen "du bist so ein böser Hund" geht sofort der Freueindikator (Schwanz) an und streicheln ist angesagt :D .

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    aber was mich immer bischen irritiert ist das sie es während oder nach dem spielen erlaubt.

    Hunde unterscheiden ganz klar zwischen Spiel und Ernst, deswegen ist es normal, dass es ihr da nichts ausmacht. Im Spiel werden verschiedenste Handlungen aus den unterschiedlichen Funktionskreisen gezeigt, ohne hier aber eine Endhandlung zum Ziel zu haben. Im Spiel spielt die Individualdistanz der Hunde keine Rolle mehr.

    Was hier ja auch faszinierend ist, dass die Handlungen abwechselnd gezeigt werden, d.h. ein Hund der normalerweise nicht besteigt, tut es im Spiel und einer der es nicht toleriert der toleriert es im Spiel. 10 Minuten später in einer Ernstsituation sieht es dann wieder anders aus, dann kann es sein, dass er den anderen Hund wegbeißt. Im Spiel aber besteigen die Hunde sich gegenseitig, es kann zu wildem Gekläffe kommen (hier wieder der Punkt, dass Spielverhalten sich durch Übertreibung auszeichnet :D ) und für einen außenstehenden mag es sehr dramatisch aussehen :) aber es ist nur spiel.

    Das ganze ist halt elementar wichtig, um auch Grenzen zu erfahren und auszuloten, deshalb ist das Spielverhalten etwas was für mich ganz besonders faszinierend ist.

    Unser jüngerer Hund ist einer der wie ein Fels in der Brandung steht, er würde sich nie auf den Rücken werfen oder besteigen lassen. Im Spiel (was er nach 4 Monaten bei uns jetzt richtig anfangen hat) ist das alles hinfällig und er läßt besteigen, er besteigt ... er läßt sich auf den Rücken fallen und und und ... ansonsten besteigt er nie aber im Spiel ist es ein hin und her.

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    und diverse kastrierte Rüden wie läufige Hündinnen riechen.

    Das wird immer wieder durch sämtliche Foren behauptet aber es ist definitiv nicht erwiesen, dass kastrierte Rüden, wie läufige Hündinnen riechen. Dr. Udo Gansloßer meint zu dem Thema z.B., dass es auch eher damit zusammenhängen kann, dass der kastrierte Rüde weniger selbstbewußt und eher unsicher rüberkommt und deshalb eine Einladung zum besteigen bietet. Definitive Studien dazu gibt es aber nicht, das man pauschal sagen könnten, dass kastrierte Rüden, wie läufige Hündinnen riechen.

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    Umgedrehte Agression, Übersprungshandlung (die Unterschiede dürften wohl minimal sein) hin oder her, es gibt gewisse Grenzen die hat mein Hund nicht zu überschreiten.
    Wenn ich soeinen Kandidaten an der Leine habe, bekommt der meistens etwas zum abreagieren, Ball Beisswurst oder ähnliches in das er beissen darf. Trotzdem, sollte er sich dann bewusst doch noch für mich entscheiden, ist das einfach nicht akzeptabel. Es ist für mich durchaus verständlich, dass ein Hund der etwas nicht gelernt hat sich irgendwie abreagieren muss, aber wie schon erwähnt - es gibt Grenzen und ich bin kein Punching Ball.

    Ja, wenn ich alternativen Anbiete und man ganz bewusst lieber mich wählt, dann werde ich sehr unfreundlich.

    :gut:


    Anja
    Interessant was der Trainer nun analysiert hat, für mich ist das allerdings nur Erbsenzählerei und das ist gar nicht böse gemeint. Ob Übersprungshandlung, umgedrehte Aggression, Maßregelung oder was auch immer, es ist unerwünscht und nicht tolerierbar.

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    Als ich das das erste Mal so wirklich mitbekommen habe, bin ich auch ziemlich sauer geworden und hab ihn gepackt und runtergedrückt, ohne viel zu überlegen. Das erstaunliche war aber, dass ihn das 0 interessiert hat. Er hat auch so am Boden noch weitergekläfft und sich gewehrt.

    Das kann auch nichts werden, wenn er seinen Film schon fährt. Eingreifen muss man praktisch, wenn der Körper des Hundes die ersten Reaktionen auf die Leinenaggro zeigt, sprich ihn gar nicht hochfahren lassen. Wenn er seinen Film fährt hat man keine Chance mehr, dann würde diese Aktion nur zu weiteren Aggressionen führen. Im Ansatz das Verhalten unterbrechen, dass er gar nicht erst in den Erregungslevel kommt, wo er sich gegen dich richtet.