Zitat
Eine Menge Leute barfen ihre Hunde ganz einfach weil sie sie möglichst gut und richtig füttern wollen.
Mag sein!
Wobei mir das Schlagwort " artgerechte Ernährung" überhaupt nicht gefällt, weil es eine artgerechte Ernährung überhaupt nicht geben kann.
Das rohe Fleisch, das der Wolf jagt, besitzt einen völligen anderen Stellenwert ,
als das rohe Fleisch, das der Hund bekommt.
Die Fleischteile der geschlachteten Tiere stammen aus miserablen Haltungsbedingungen, sonst wäre das ganze Zeugs ja nicht so billig. Selbstverständlich hat frische Beute auch einen wesentlich höheren Nährstoffwert als Frostfleisch, das zum Teil monatelang im Kühlschrank vor sich hinvegetiert.
Somit ist das Fleisch aus den Internetshops auch nicht besser als das verpönte Industriefutter.
Achja, da fällt mir noch was ein. Es gilt allgemein als unnatürlich einen Fleischfresser vegetarisch zu ernähren. Aber ist Trockenfutter nicht auch unnatürlich?
Barfer versuchen bekanntlich die Wolfsernährung nachzuahmen, doch schon beim Vergleich mit der Zusammensetzung eines kompletten Beutetieres erkennt man auf den ersten Blick , das ihnen das nicht gelingt. Aus dieser Unsicherheit heraus, greift man sogar auf " einige wenige " Nährstoffempfehlungen der Futtermittelindustrie zurück, um diese „angeblichen Lücken“ zu schließen.
Was Hunde fressen sollen, bestimmt bei uns immer noch die Futtermittelindustrie –– ( Trockenfutter, Dosenfutter, Fertigbarf , Fleischversand, Nahrungsergänzungen etc.) und diese ist nicht immer an der Gesundheit, sondern in erster Linie an klingenden Kassen interessiert. Auch Barfverkäufer sind knallhart kalkulierende Geschäftsleute.
Ich halte es daher für gesundheitsschädlich derzeit allen Hunden nur ein Ernährungskonzept überzustülpen. Für einen nicht unerheblichen Anteil dieser Hunde sind die schädlichen Auswirkungen aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit bereits vorhersehbar.
Mich stört dieses gewaltige, idiologisch geprägte Pauschalieren, dass Barf per se alle Krankheiten heilt. Und auch das sich schönreden von ernsthaften Erkrankungen als Folge einer "Entgiftung" des Körpers wurde schon angewendet.
Auch wenn die Gene von Wolf und Hund zu 98 % übereinstimmen, ist der Haushund in den tausenden von Jahren seiner Domestizierung an eine andere Ernährung als die eines Wolfes angepasst worden. Genau wie der Wölfe , die im Laufe der Evolution lt. Wolfsbiologen zum "fleischfressenden Allesfresser " geworden sind.
Eine „normale Rohfütterung“ ist völlig in Ordnung , aber nur , wenn sie auch richtig praktiziert wird . Sie setzt in jedem Fall Fachwissen voraus , für Ernährungsdogmen sollte dagegen in der Hundeernährung kein Platz reserviert sein.
Infos zur Epigenetik übersetzt Gedächtnis der Gene
Das bedeutet, dass Ernährung, Klima, Umwelt usw. also alles was sich im epigenetischen Muster niederschlägt, auch direkt auf die nachkommenden Generationen übertragen wird.
Demzufolge war nur derjenige Hund am besten angepasst ( Survival of the Fittest) und konnte am schnellsten Nachkommen aufziehen und damit "überleben", der die verschiedenartigen Nahrungsquellen, gut auszunutzen vermochte.
Diese Flexibilität verschaffte ihm den entscheidenden Evolutionsvorteil gegenüber anderen Säugetierarten. Durch jahrhundertelange Zucht und Haltung, die auch eine Anpassung an die Ernährungsweise des Menschen mit sich brachte, hat sich der Hund zum Omnivoren entwickelt.
Wieso soll der Hund jetzt unbedingt wieder so ernährt werden wie sein Vorfahre der Wolf , von dem er sich nicht nur evolutionstechnisch sehr weit entfernt.
Sehr informativ: Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst.
http://www.3sat.de/mediathek/?obj=10826
Stichwort: rassespezifische Ernährung und Evolution. Die Nahrung die ein Hund bekommen hat, programmiert ihn für den Rest seines Lebens. Eine genetische Veränderung durch Nahrung und Umweltbedingungen findet nachweislich schon in der 1. Generation statt.
Und wie sich Änderungen in der Ernährung und züchterische Selektion auf die Nachkommen der jeweiligen Hundrasse auswirken.
http://www.knollmanns-muehle.de/BS05-09%20EpigenetikoB.pdf