Beiträge von Samojana

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    Also ich würde doch eher den Josera-Erklärungen glauben, die keinen Unterschied zwischen Geflügelmehl und Geflügelmehl kennen.

    der Meinung bin ich auch, denn der Begriff Geflügelfleischmehl existiert in der Futtermittelverordnung nicht.

    Geflügelmehl > Erzeugnis, das durch Erhitzen, Trocknen und Mahlen von Nebenprodukten der Geflügelschlachtung gewonnen wird. Es muss soweit wie technisch möglich von Federn frei sein.
    Quelle: "Futtermittelverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Mai 2007 (BGBl. I S. 770), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 30. Mai 2008 (BGBl. I S. 964)"

    http://katzencontent.com/2008/02/futter…d-verordnungen/

    In Firmen wie diese
    http://www.ge-pro.de/experia-cgi/v2…gate=0&OsCsid=&

    wird dieses " Rohfleisch" zuerst zerhackt und dann bei 133 Grad Celsius 20 Minuten unter Druck sterilisiert, danach entfettet , gemahlen und getrocknet. In dieser getrockneten Form mit einer Restfeuchtigkeit von 10 % wird dieses Fleischmehl als tierische Eiweißquelle im Trockenfutter verarbeitet.

    Nachteil: Bei diesen hohen Temperaturen über einen längeren Zeitraum werden viele Vitamine und andere Vitalstoffe zerstört . Die entstandenen Defizite müssen deshalb wieder künstlich zugefügt werden müssen. Das geschieht in der Regel durch synthetische Vitamine/Mineralstoffe/Aminosäurenzugaben.

    Dann kommt der nächste Schritt der Verarbeitung: dieses vorproduzierte Fleischmehl wird nun ein weiteres Mal erhitzt undzwar bei der Verarbeitung im Extruder ebenso wie beim Kaltpressverfahren.
    Hier wird das tierische Mehl zusammen mit den anderen Zugaben nochmal unter hohem Druck zu Kroketten gepresst. Damit dieses Futter auch schmeckt, wird nach Angaben der Hersteller bei Katzenfutter bis zu 2% Akzeptanzverbesserer in Trockenfutter für Hunde bis zu 1% zugesetzt.

    So zum Beispiel tragen spezielle synthetische und aus Eiweißhydrolyse gewonnene freie Aminosäuren wesentlich zu einer geschmacksverbessernden und geschmackssteigernden Wirkung bei.
    Oft liest man auch die Zutat Hefeextrakt. Dabei handelt es sich schlichtundergreifend um GLUTAMAT!

    Ein weiterer Schwachpunkt sind die Fette. Fette kann man durch Erhitzen - also Wasserentzug - nicht haltbar machen. Sie würden ohne zusätzliche Konservierung oxidieren (ranzig werden).
    Für die Herstellung von Trockenfutter werden deshalb nur fast fettfreie Fleischmehle verwendet.
    Erst nach Beendigung des Produktionsprozesses wird dem Futter das fehlende Fett wieder zugeführt.
    Dieses geschieht durch das Besprühen mit flüssigem Fett, das mit Konservierungsstoffen ( BHA, BHT, Ethoxyquin, Vit. E etc.) haltbar gemacht werden muss. Nachteil: die Fettqualität lässt bei dieser künstlichen Fettbesprühung sehr zu wünschen übrig.

    Zitat

    . Von manch fanatischem BARFer muss man sich als "Fertigfütterer" ständig anhören, was alles im Futter drin sein kann bzw. dass nur Reste verarbeitet werden etc pp.

    In den Barfer-Fleischshops werden auch nur Fleischabfälle der Kategorie III verkauft.
    Insofern besteht kein Unterschied.

    Wer lebensmitteltaugliches Fleisch verfüttern möchte, geht in den Supermarkt oder direkt zum Fleischer.

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    Demnach sollte ich ihm das Erdefressen ja eigentlich nicht verbieten, oder?
    (Vorrausgesetzt, es ist dort nicht gedüngt oder sowas)

    Erde und Kot frisst dein Hund ja offenbar aus der Not heraus. Das bedeutet, du musst aktiv werden .
    Erde und Kot fressen ist auf Dauer keine Lösung.
    Hunde fressen diese Dinge , weil bestimmte Vitamine/Mineralien in der Nahrung fehlen.

    Zitat

    Bei Calcium (ich erfind jetzt mal was) soll der opt. Wert bei einem 3-jährigen Hund zwischen 1,2 - 1,8 liegen. Bei 1,9 bekommt er zuviel bei 1,0 musste zufüttern. Mal ganz grob :)

    mit dieser Annahme liegst du leider völlig falsch.
    Calciummangel-oder Überschuss lässt sich über das Blutbild nicht ermitteln.
    Bei einer Mangelsituation wird Kalzium aus den Knochen abgezogen und der Blutspiegel bleibt so immer im Normalbereich. Die häufigsten Ursachen für einen erhöhten Ca-Spiegel im BLUT sind bösartige Tumore oder eine Überfunktion der Schilddrüse. Die häufigsten Ursachen für einen niedrigen Ca-Spiegel ist Vitamin D Mangel, Erkrankung der Nebenschilddrüsen, Nierenschwäche.
    Der aktuelle Calciumstatus ist nur über einen 24 Stunden Sammelurin ermittelbar. Diese Untersuchung ist nur beim Menschen möglich.

    Erde fressen = Geophagie fällt unter dem Begriff Picca-Syndrom. ( krankhafte Fressgelüste)
    Ein Buch dazu.

    http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b..…dc7fa0163a.aspx

    ...Vermutet man in den zahllosen Naturstoffen ein breites nützliches Potential, wird manch scheinbar bizarres Verhalten plausibel. So betreiben viele Tiere Geophagie – das Fressen von Erde. In Zentralafrika gibt es im Regenwald grosse Lichtungen, wo täglich bis zu hundert Elefanten, aber auch Antilopen, Büffel und Gorillas buddeln und Erde fressen. Der Boden ist hier stark tonhaltig und reich an Mineralien wie Magnesium, Calcium und Kalium. Die Hauptnahrung dieser Tiere besteht aus Pflanzenblättern mit oft hohem Gehalt an unbekömmlichen Tanninen und Alkaloiden. Tonmineralien können nun solche Inhaltstoffe binden und neutralisieren.
    Mit der Geophagie kann das Tier zudem ein Defizit an Mineralstoffen ausgleichen. Ton absorbiert aber auch Mikroben und hilft gegen Durchfall. So hat man Schimpansen, Giraffen und Elefanten beobachtet, die bei Darmproblemen Stücke von tonreichen Termitenhügeln frassen.
    Geophagie ist vermutlich eine der ältesten Formen von Selbstmedikation. Am Mount Elgon, einem erloschenen Vulkan in Kenya, haben sich Elefanten in Jahrtausenden bis zu 160 Meter weit in den Berg hineingefressen. Nacht für Nacht tasten sich die Riesentiere mit dem Rüssel in das unterirdische Labyrinth und holen sich unter anderem Natriumsalze. Es gibt Hinweise, dass auch der Mensch seit mindestens 40 000 Jahren zu den Erdfressern gehört; Indianer und Aborigines kennen solche Kost noch heute.