Beiträge von Samojana

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    Was ist, wenn mein Hund gar nicht übersäuert, sonder untersäuert ist?


    die wichtigsten Punkte bei einer Rationzusammenstellung ( Gastritis), die man beachten sollte sind :

    1. bedarfsgerechte Proteinversorgung ( schwefelhaltige Aminosäuren als Säurebildner )
    zu viel Fleisch lockt Magensäure! Bei einer chronischen Gastritis wird übermässig viel Magensäure produziert.
    Fütterungsbedingt kann ein zu hoher Proteinanteil ein möglicher Auslöser sein.
    Magengeschwüre entstehen durch eine überhöhte Salzsäure-Produktion. Gleichzeitig wird dafür weniger Magenschleim gebildet. Magenschleim hat eine Schutzfunktion, wenn zu wenig Magenschleim vorhanden ist, greift die Säure die Magenwände an.

    2. bedarfsgerechte Energieversorgung ( stärkehaltige Kohlenhydrate, wenig Fett)
    zu viel Fett verlangsamt die Magenentleerung.


    3. die Ration salzen. Natrium ist ein wichtiger Basenbildner. Natrium ist eine der Hauptfaktoren bei der Aufrechterhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts. Leider wird in der Hundeernährung die Salzversorgung sehr oft vernachlässigt.

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    Hab ich es jetzt richtig verstanden, der Calciumanteil darf so hoch bleiben weil Hunde früher eh wenig Fleisch abbekamen?

    nein, das hast du völlig falsch verstanden.
    Sich bei den Mineralstoffen ausschließlich nur um die Calcium und Phosphorversorgung Gedanken zu machen , reicht leider nicht . Resorbiert werden diese Stoffe zwar auch unabhängig von der aktuellen Versorgungslage. Aber wie sage ich dem Calcium, dass es auch in den Knochen hineingehen soll und nicht schnurstraks über die Niere wieder den Körper verläßt, und wenn man Pech hat dabei im Vorübergehen noch ein paar Harnsteine produziert.

    Erst im Zusammenspiel mit anderen Vitaminen u.a. Vitamin D wird Calcium im engen Verbund mit anderen Mineralstoffen im Knochen fixiert.

    Was steht denn dazu in deiner Chihuahua- Barffibel? ;)

    Es wäre sicherlich klug, den Blick zunächst noch einmal in den Rückspiegel der Vergangenheit zu richten, um einen Überblick zu bekommen, wie Hunde in den letzten tausend Jahren ernährt wurden. Das der Hund heute noch lebt, hat er nur den Nahrungsmittelknappheiten zu verdanken, indem er wirklich buchstäblich alles fraß , was da war. Und das war sicherlich nur sehr wenig Fleisch. An diese Knappheit dürfte er also optimal angepasst sein, sonst hätte er die Reise bis ins 21.te Jahrhundert nicht geschafft. Die Hunde von heute leiden meines Erachtens nicht an einer falschen Lebensmittel-Auswahl, sondern an einem Zuviel . Beim Barfen.....vor allem an einem Zuviel an billigen Fleischabfällen aus der übelsten Massentierhaltung.
    Ein hoher Proteingehalt ist auch nicht gleichzusetzen mit guter Qualität, vor allem wenn genau nur diese Schlachtabfälle gefüttert werden. Jedes überschüssige Gramm Protein wird als Energiequelle genutzt, wenn nicht genügend Fette bzw. Kohlenhydrate im Futter sind.
    Und die ewig gleiche Frage , wie deckt "DU " , als Barfanfänger den Energiebedarf deines Hundes, wird immer wieder mit verständnislosen Kopfschütteln beantwortet. Energiebedarf, was ist das ???? Er weiß es einfach nicht, weil dieser wichtigste Punkt überhaupt kein Thema in sämtlicher Barfliteratur ist. Der Grund: die Autoren dieser schlauen Bücher haben selber keine Ahnung. Ihnen fehlt schlichtundergreifend die Sachkenntnis, denn sie verkaufen nur eine Ideologie.
    Ihr Hirn ist nur auf Fleisch programmiert.

    80% der Hunde über 8 Jahre haben Probleme mit den Nieren. Extra Eiweiß bedeutet immer eine höhere Nierenbelastung , d.h. diese Organe werden mit der Zeit regelrecht abgenutzt . Bei Menschen, sind die Herzen das schwächste Organ. Bei Hunden sind es oft die Nieren, die verschleißen zuerst.

    Wird der Niere die Flut der harnpflichtigen Substanzen (FLeisch) zu viel, fängt sie an sich zu vergrößern um ihre Filtrationsrate zu vergrößern/verbessern. Nicht weiter schlimm bis zu einem gewissen Punkt.... aber irgendwann schafft sie es nicht mehr, dann steigt zuerst der Harnsäurelevel im Blut an, wie Blutuntersuchungen an Hunden die fleischlastig ernährt wurden eindrucksvoll belegen. Hunde mit eingeschränkter Nierenfunktion bleiben i.d.R. ziemlich lange unauffällig , aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, dann ist eh alles zu spät.

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    Oder mehrmals am Tag?

    ich würde anfangs mehrmals am Tag testen. Nach dem Fressen steigt der Ph-Wert. Damit sich Struvitsteine auflösen sollte der Ph-Wert zwischen 6,2 und 6,5 liegen. Zur Vorbeugung ist ein PH-Wert von 6,6-6,8 ausreichend.

    Struvitsteine bilden sich bei einem Urin PH Wert von über 7. D.h. der Urin muss angesäuert werden. Deshalb ist regelmässige Kontrolle wichtig.
    Teststreifen bekommst du in der APO. Hohe Vitamin C Gaben können dazu führen, dass sich Calciumoxalatsteine entwickeln und die müssen i.d.R. meist operativ entfernt werden.

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    Samojana, das kommt nich vom BArf oder?Wirkt sich das so schnell aus? :???:

    bestimmte Harnsteintypen kommen bei einigen Hunderassen gehäuft vor. Das spricht für eine erbliche Veranlagung.
    Eine für den Hund nicht optimal angepasste Ernährung (auslösende Faktoren: zu viel Protein, Phosphor, Magnesium) führt dann leider dazu, dass sich Struvitsteine entwickeln können.

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    Ich würde sagen es ist etwas zu wenig. Ich halte mich beim Proteinbedarf immer ungefahr an die von M/Z empfohlenen 2,5g verdauliches Rohprotein pro kg/KM und Tag.

    diese Empfehlungen beziehen sich aber nicht nur auf Fleisch. Die pflanzlichen Proteine werden in diese Berechnungsgrundlage miteinbezogen, sodaß die Fleischmenge zwangsläufig wesentlich geringer ausfällt.