Ein B-12 Mangel tritt immer dann auf , wenn der Körper eines Hundes dieses Vitamin nicht richtig absorbieren kann.
B 12 ist nicht in Gemüse oder Pflanzen zu finden, sondern nur in Leber, Fisch, Milchprodukte, Eier und Fleisch , kurzum, tierischen Produkten enthalten. Vor allem Leber enthält sehr viel B 12 .
Deshalb halte ich es für mehr als unwahrscheinlich, dass BARF der Auslöser ist.
Verschiedene Rassen, sind sehr anfällig (aufgrund eines genetischen Defekts) einen B-12-Mangel zu entwickeln. Z.b. Beagles, Riesenschnauzer und Border Collies, aber jeder andere Rasse kann natürlich auch betroffen sein. Dieses Problem wird sozusagen vererbt. Erwachsene Hunde haben oft einen empfindlichen Magen und können unspezifisch „krank“ sein, ohne dass der Tierarzt eine Ursache findet. Verdauungsprobleme treten häufig als Begleiterscheinung auf.
Ein Mangel an B 12 führt u.a. zu nervösen Störungen sowohl im psychischen Bereich als auch bei der Nervenfunktion in den Muskeln. Wenn ein Mangel nicht frühzeitig erkannt wird, was leider häufig der Fall ist, können sich schwere pyschische Störungen entwickeln.
Die B 12 Speicherkapazität beim Hund ist deutlich kleiner als beim Menschen.
Jüngere Menschen: 3-5 Jahre, ältere Menschen: 1 Jahr: Hund 1-2 Monate
D.h. ein Mangel entwickelt sich sehr viel schneller als beim Mensch.
Wichtig für eine B 12 Aufnahme ist der Intrinsic-Faktor . Diese Substanz wird in den Magenwänden produziert und zwar von denselben Zellen, die auch Magensäure herstellen.
Diese Substanz hilft dem Körper, Vitamin 12 ins Blut überhaupt aufnehmen zu können.
Wenn diese Produktion aufgrund einer Gastritis , Mangel an Magensäure durch Einnahme von Säurebindern, Verdauungsstörungen z.b. häufiger Durchfall bzw. Darm- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gestört ist oder eben dieser Intrinsic factor aufgrund eines genetischen Defekts erst gar nicht oder nur unzureichend vorhanden ist, entsteht ein B 12 Mangel. Hier helfen i.d.R. nur Injektionen
http://www.kltmed.uzh.ch/aboutus/Gastro…ationschema.pdf
oder besonders hohe Dosen B 12 in Tablettenform.
Ein Vitamin-B12-Mangel geht auch häufig mit einer Unterversorgung an Folsäure einher.
Beim Hund wird ein B 12 Mangel nur im Serum bestimmt. Aber auch wenn dieser Wert ok ist, kann trotzdem ein Mangel vorliegen, denn aus dem Blut lässt sich der B 12 Status nicht immer ablesen.
Die Messung von Methylmalonsäure im Urin ist deshalb zuverlässiger.
Zitat: Leider widerspiegelt die Menge an Cobalamin B 12 im Blut nicht direkt die Menge Cobalamin
in der Zelle. So bedeutet eine tiefe Blutkonzentration nicht automatisch auch
eine tiefe Konzentration in der Zelle.
Um diese Problematik zu umgehen, wird in der Humanmedizin auf andere diagnostische
Tests ausgewichen.
Dabei misst man nebst der Cobalaminkonzentration im Blut auchdiejenige der Methylmalonsäure im Urin
und des Homozysteins.
Diese zwei Stoffe steigen als Folge eines Vitamin-B12-Mangels
an und geben damit Auskunft über die biochemische Verfügbarkeit von Cobalamin,
also über die Menge, die einer Zelle zur Verfügung steht.
In der Veterinärmedizin sind diese zwei Tests noch wenig etabliert
Am Tierspital Zürich wurden erstmals bei einer
grossen Hundepopulation auch diese zwei Marker mitbestimmt.