Beiträge von wildsurf

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    es wird nicht nur mit Abbruch gearbeitet, und schon gar nicht böse. da liegt vielleicht das Missverständnis. Umorientierung, alternative Verhaltensweisen, das wird alles belohnt, sofern daraus keine Ketten entstehen, die man doof verwenden könnte. (Stichwort fake Anzeige, oder Aufregung vortäuschen)

    Nicht im Unterholz stöbern ohne Erlaubnis. Warten an Geländekanten, nicht ins Gebüsch gehen, etc pp. Das sind alles Bausteine. Beruhigen mit Körperkontakt ist hier bei uns auch noch ein wichtiger Teil.

    Aber, die Basis dabei ist, die Aufregung kontrollieren zu können. Und das ist Alltagssrbeit. Das hat am Anfang überhaupt nix mit Wild zu tun. Mit der Zeit soll das aber auch am Wild umsetzbar werden. Schritt für Schritt. In dem der Hund zwar Wild registriert, sich aber entweder von sich aus für etwas anderes entscheidet (suuuper, markern), oder, wenn er hängen bleibt und die Anspannung hochfahren will, mit dem Abbruchkommando wieder ruhiger wird und dann weiter geht. Ohne markern. Weil ich mir sonst eine Verhaltenskette bastle, die ich nicht will.

    Viele Hunde benötigen diese Arbeit am runterfahren nicht. Sie regulieren sich selber schon sehr gut. Da kann wunderbar ohne unterbrechen der Aufregung gearbeitet werden. Da bilden sich auch keine „Lustigen Ketten“. Da sind Alternativen ideal.

    Manche brauchen das aber eben schon, weil sie - wie meiner zB - sich ganz bewusst dafür entscheiden können. Eine sehr interessante Mischung zum ausbilden. Da heisst es dann eben, nein, jetzt nicht. Ohne wenn und aber. Oder ja, jetzt darfst du, ab die Post.

    Andere haben es nicht im Griff, sich selber zu regulieren und brauchen die Hilfe vom Menschen weil sie sonst gestresst durch das Leben laufen. Sich dauernd irgendwo einen Trigger suchen.

    Übrigens fahren sich Hunde gegenseitig blitzschnell runter. Kann ich hier täglich beobachten. Einer wuselt doof, der andere nervt sich daran, zack, und alle fahren sich runter. Ohne Alternativen. Einfach nur Ruhe.

    Bedürfnis gerecht belohnen tu ich auch. Ganz gezielt. Aber wenn möglich nicht in die Aufregung hinein. Weil das sonst ein bisschen knifflig werden kann mit meinem sehr motivierten Vierbeiner. Stichwort künstliche Aufregung. Oder auch fake Anzeigen. Da muss ich gut darauf achten, was ich will und was nicht.

    Er darf auch mal frei auf einem Feld dem stöbern frönen. Kein Thema. Darf er, tut er, und ist happy dabei. Und mit dem umorientierungs Pfiff ist er dabei lenkbar. (hab ich mir bei Frau Fiedler abgeguckt, passt mir für meinen Hund) Aber auch - oder gerade da - nur unter Kontrolle der Aufregung. Weil das sonst recht schnell aus dem Ruder laufen kann. Wenn er also zu kippen droht, (und aus der Ansprechbarkeit laufen würde) wird bei den ersten Anzeichen dafür das ganze runtergeköchelt. Je nach dem mit unterschiedlichen „Anwendungen“. Körperlich einrahmen hilft ihm da sehr schnell, das mag er gerne und kommt von sich aus gerne in die „Umarmung“. ( von Welpe an aufgebaut)

    Oder, wenn er sich richtig heftig hochgefahren hat an etwas, und ich zu langsam war, wird auch mal die Aufregung weg gezergelt und dann in die Ruhe gebracht, ausgiebig gefüttert, liegend noch etwas Futter suchen, System runterfahren. Dann erst weiter gehen.

    Aber grundsätzlich, im Grossen und Ganzen, soll nicht einfach Aufregung produziert werden nur weil man es kann. Nicht einfach jeder Reiz als Anlass genommen werden, ne Party zu feiern. Und da kann der Abbruch eben helfen, und mit der Zeit auch in aufregenderen Situationen funktionieren. Das ist weder böse, noch lebensverändernd für den Hund.

    Ein Abbruch ist bei manchen ein Platz, ein down, ein „lass das“, wenn der Hund die Füsse auf dem Esstisch hat sagt jemand vielleicht „spinnst du?“, manche sagen Pusteblume. Was auch immer, es signalisiert bloss, lass es, hör auf.

    Ich glaube, manche haben den Eindruck, der Hund darf dann nie mehr irgend etwas tun ausser daherlatschen. Das ist Chabis!

    Der Hund wuselt genau so fröhlich durchs Leben und erkunden die Botanik, nur in manchen Momenten wird der Dampf der Lokomotive eben gezielt runtergefahren, damit der Kessel nicht überhitzt. Schliesslich ist Wild hetzen Scheisse. Und ein Hund im Dauerlauermodus auch.

    Und manche lauern dann eben auf Alternativverhalten um doch noch dem Push frönen zu können. Und das will man unterbrechen. Sonst entsteht ein Teufelskreis.

    Und nein, das ist natürlich nicht bei allen Hunden so.

    ich hoffe es ist jetzt klarer, was ich meine, sonst frag nach :-)

    Vielleicht liege ich falsch, aber ich finde es schräg einem ausgewiesenen Jagdhund beibringen zu wollen, JEGLICHES Wild per se uninteressant zu finden. Bei einem moderaten Jäger, respektive nicht genetisch auf jagen selektierter Rasse würde ich es ev auch anders machen wollen.

    Ich antworte jetzt nur für meinen Hund!

    ICH verbiete kein Anzeigen von Wild. Das macht der Hund ja automatisch, wenn er dahingehend gelagert ist. Ich markere, wenn er von sich aus etwas anbietet, was ich als ein sinnvolles Verhalten erachte. Ich helfe ihm, bei starken Reizen sich nicht abzuschiessen, und ich helfe ihm, wenn es too much war wieder in die Ruhe zu kommen. Aber ich unterbinde es, dass er sich - auf unserer eigenen Aufregungsskala - ins Nirvana boostert. Denn das kann er. Einfach so. Weil es Spass macht. Ist aber ungesund. Und sehr doof für den Menschen hinten an der Leine. Und das mache ich nicht mit irgend welchen dubiosen Maschen, sondern mit einem stinknormalen Abbruchsignal. Was mal schrittweise aufgebaut wurde. Aber ich übe das mit dem Kerl jetzt eben nicht am Wild - wo es noch viel zu schwierig ist. Sondern an kleineren Dingen, mit weniger Aufregung. Kein Hokuspokus. "Nur" die Kontrolle der Aufregung.

    In Anführungszeichen, weil "nur" ist für den Kerl hier eben sehr herausfordernd.

    Ich arbeite weder gegen seine Anlagen, noch gehen seine Genetik.

    Wir waren gestern gemeinsam auf "kleiner Pirsch". Er fand es mega cool, war voll bei mir und 100% ansprechbar. Das ist aber die Voraussetzung, um gemeinsam solche Sachen machen zu können.

    Ich hoffe, es wird jetzt besser verstanden was ich (!) meine. Ich verbiete meinem Jagdhund sicher nicht sein Wesen. Niemalsnie!!

    Ps: und falls die Frage kommt, was denn mein Problem ist/war: das Brett vor dem Kopf :lol: Nevis hat mich ein paar Mal ins Schleudern gebracht und ich wusste nicht recht, wie agieren. Das ist alles, wieso ich hier nachgefragt habe.

    Bei Katzen im (katzenverseuchten) Quartier kenne ich dieses aktive suchen auch und da bin auch ich null erfreut und und arbeite daran, das ausschalten zu können. Das muss ich auch verhindern, sonst hab ich einen bescheuerten Hund.

    Eben, du machst auch Kontrolle der Aufregung.

    Das heisst nicht, dass du gegen die Anlagen deines Hundes arbeitest. Aber du kontrollierst, wie stark sie sich hochfahren darf. Und dass sie sich auf jeden Fall wieder runter regelt.

    Und genau das ist nicht immer so einfach, gerade bei den Vierbeinern, die sich gerne selber anknipsen. Weil das so schön gaga macht xD

    Zurimor

    Meinst du mich? Ich lebe seit 14 Jahren mit jagdlich motivierten Hunden. Bewusst. Trotzdem ist jeder anders , und in seiner Intensität oder was auch immer unterschiedlich.

    Und ich "gewöhne" das dem Hund nicht ab. Ich setzte klare Spielregeln. Die gerade für diesen Hund um den es hier ging, enger sind als zB für die anderen beiden, welche auch hier leben.

    Seine Ambitionen darf er sehr bewusst und sehr gezielt ausleben.

    Nen schönen Rückruf wünsche ich mir bei Milow auch :see_no_evil_monkey:. Woran erkennt ihr denn einen schönen Rüdenkopf? Milow wirkt von der Statur her derzeit auch wieder mal recht schlaksig. Ich muss ihn mal wieder messen und wiegen.

    Naja, ein Golden Retriever Rüde darf schon etwas breiter sein als ne Hündin. Und Nevis ist aktuell noch "unter ferner liefen..." :D

    Hier als Vergleich Nevis (2 j) und Mojito (7 j.)

    Mojito hat aber auch einen wunderschönen Kopf. Nevis hat... viel Nase :lol:

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    das passiert aber nur, wenn voran und zurück kommen nicht korrekt aufgebaut wurden. Wie jeder Weg ist es entscheidend, dass man es richtig macht. Futterschüsseln bringen viele Vorteile, man kann sie lange nutzen um neue Dinge beizubringen, aber man muss es richtig machen.