- ich reite seit 20 Jahren
- ich esse sehr gerne Pferdefleisch
- meine Patentante züchtet Freiberger (alter schwerer- und neuer leichter Schlag) und ja, auch sie schickt jedes Jahr Fohlen in die Metzg.
Einen fertig ausgebildeter Freiberger bekommt man für unter 4000.- SFR, da lohnt sich weder die Aufzucht noch die sorgfältige Ausbildung.
Man bekommt am Ende mehr, wenn der Absetzer zum Schlachter geht - nein, sie findet das auch nicht toll.
Aber: die Rasse soll um jeden Preis erhalten werden, die 5 alten Hengstlinien sind nur noch knapp zu retten. Also müssen Fohlen produziert werden, damit der Nachwuchs wieder (wenn geeignet) zur Zucht verwendet werden kann.
Wäre der Pferdemarkt für "normale" Rassen nicht derart am Boden, würden die Käufer mehr bezahlen, müssten weniger Fohlen in die Metzg.
Aber die Leute wollen keine Normalos, es müssen Saddelbreds, Canadian Freerange Horses, Quarabs etc. sein. Die Qualitäten von Freiberger, Haflinger und Co. sind leider nicht allzu gefragt.
Und wer die Arbeitsbedingungen im Hauptzuchtgebiet kennt (meine Patentante lebt auf ihrem Milchviehhof auf dem Chasseral auf 1000m.) der weiss wie froh die Leute um jeden Franken sind. Daher erstaunt es nicht, wenn man sieht wie viele Fohlen geschlachtet werden.
Bei den Haflingern geht auch jedes Fohlen, welches nicht mind. 80 Punkte erreicht, zum Schlachter - die Leute essen Pferdefleisch - solange wird geschlachtet.