Man kanns auch übertreiben. Mit Kommentaren und mit der "Früherziehung" des Welpen.
Kommt alle mal etwas runter...
Themenstarterin:
Dein Hund ist 9 Wochen! Der kann weder Deutsch, noch ist er stubenrein, noch "muss" der irgend etwas können.
Ihr solltet dringend umdenken! Das Einzige, was euer Hundebaby - und genau das ist Nola momentan - lernen muss, ist dass ihr für sie da seid, dass ihr für sie sorgt, dass es einige wenige Regeln gibt und ansonsten muss dieses Hundekind nur und ausschliesslich das Leben kenne lernen! Punkt-Ende! Keine Früherziehung, keine Kommandos, kein "ich bin der Boss" Gehabe etc.
Die Welpen schlafen in diesem Alter oft alle 2h eine Weile. Weckt sie ja nicht auf, sonst erzieht ihr euch ein Duracell-Teufelchen.
Immer nach dem fressen, schlafen und spielen raus zum pinkeln. Etwas die Umgebung angucken, neue Untergründe entdecken, wieder rein, fertig.
Zwischendurch mal auf der Wiese 5min. toben lassen oder den Verkehr an der Strasse beobachten, fertig.
Das junge Hundehirn ist damit vollauf beschäftigt.
Kommandos braucht ihr noch lange nicht. Im Übrigen benötigt ein Kommando bis zu 1000 Wiederholung bis es sitzt - einfach damit du einen Eindruck davon bekommst was es bedeutet, ein Kommando zu lernen.
Je mehr Ruhe dein Hund hat, desto weniger überdreht wird er sein. Natürlich muss ein junger Hund auch mal fetzen dürfen. Aber die meisten Leute wollen einfach viel zu viel von den Kleinen. Im Rudel wären die noch viele Monate einfach nur da zum fressen, spielen, raufen und schlafen.
Für den jungen Hund ist es eine extreme Umstellung, stell dir vor, wäre er noch bei der Mutter würde er sich nie weit weg von ihr bewegen. Jetzt verlangt der Mensch aber, dass er mit 9 Wochen plötzlich nach draussen soll obwohl das gegen seine Natur geht. Er soll raus, in den Verkehr, unter Leute etc. Das ist mega viel an Eindrücken, die der Hund managen muss.
Zu Hause müsst ihr lernen, den Hund zu managen. Ihr müsst lernen, wie man mit einem Welpen umgeht. Dass man ihn NIE auf den Boden drückt, EGAL wie verzweifelt man ist. das tut man nicht!
Ihr seid nicht der Boss, ihr seid die Vertrauenspersonen. Darum geht es momentan. Vertrauen aufbauen. Das kommt nicht einfach so, das muss man schon was dafür tun.
Damit das Mobiliar und die Hände überleben, gebt der Kleinen ein Kautau oder eine Torgaswurzel. Installiert z.B. in der Küche ein Türgitter. Wenn sie ihre Anfälle bekommt lasst sie in der Küche auf dem Zeug kauen aber so, dass sie euch sehen kann. Soziale Isolierung wäre für ein Hundekind unverständlicher Horror.
Welpen haben ihre schlimmen 5 Minuten - dagegen kannst du nichts tun, das legt sich mit der Zeit. Bring alles in Sicherheit was nicht kaputt gehen darf, mach die Türen zu wo sie nicht rein darf und gib ihr ein grosses Plüschtier oder Kissen, mit dem sie fetzen darf.
Stachle den Welpen nicht durch Berührung noch mehr dazu an, eure Hände als Kratzbaum zu missbrauchen (passiert unbewusst schnell).
Ein "Aua" versteht kein Welpe, der spricht kein Deutsch
was er aber versteht ist ein abartig hohes lautes Kreischen. Stell dir vor, jemand haut dir volle Pulle mit dem Hammer auf den Daumen. Nächstes Mal, wenn dein Welpe sich deine Hände greift dann Kreisch los. Nicht nur kurz quietsch. Hast du noch nie einen Welpen kreischen hören wenn er sich erschrocken hat? das ist dann ein "Uoiioiiioioioioiiiiiooooiuoiuiiiiiii" und hört fast nicht mehr auf. DAS beeindruckt.
Aber dann musst du noch richtig reagieren dazu. Du erstarrst, oder stehst auf und drehst dich weg, beachte die Kleine dabei nicht mehr.
Lass den Moment richtig einfrieren.
Dann entspannen und absolut NEUTRAL sein zum Welpen-- NIE NIE NIE nachtragend reagieren. Das kommt in der Hundewelt nicht vor, damit können sie nicht umgehen.
So, und ansonsten - du bist nicht alleine :)
Und glaub mir eines: alles geht vorbei! in 2 Wochen wirst du andere Themen als gaaanz schrecklich anstrengend empfinden.
Das zieht sich hin bis zur Junghundezeit mit ca. 6 Monaten. Alle 2 Woche kommt was Neues.