Wenn ich unter einer Mauer läge, würde mit Sicherheit keiner Hilfe holen.
Aber meine schweren Jungs würden versuchen mich da raus zu holen.
Als es mich, letzten Winter bei Eis und Schnee, auf den Rücken gehauen hat, waren sie sofort zur Stelle 1. um mich abzuschnüffeln, 2. mich mit triefnassen Küssen zu ersäufen, 3. um mich zu stützen und wieder auf die Beine zu kriegen.
Der Schutztrieb meiner Neufundländer ist sehr ausgeprägt. Obwohl es ja an sich abschreckend wirkt, wenn ich mit drei dieser Brocken ankomme, gab es doch den einen oder anderen Vorfall.
Einmal vor vielen Jahren mit meinen ersten beiden Rüden. Ein freundlicher Nachbar meinte mich im Wald erschrecken zu müssen und versteckte sich hinter einer dicken Eiche. Ich hatte noch gar nichts mitbekommen, als meine beiden Rüden mich in die Mitte nahmen, am weitergehen hinderten und zu knurren begannen. Illo stand quer vor mir, fixierte den Baum und Gustav ging voran. Mit geblecktem Gebiss und einem Knurren, das ich nie zuvor von ihm gehört hatte, stand er vor dem Mann, die geöffnete Schnauze 2 cm von dessen Bauch entfernt.
Dann die Geschichte mit dem Figuranten beim Schäferhundverein. Kurz und knapp, ich ließ mich von den SV-Leuten provozieren, da ja ihrer Meinung nach Gustav nur ein großer Fleischklops war und mich niemals beschützen würde, wie es die Schäferhunde tun. Ich sollte mich mit Gustav auf den Platz stellen, der Figurant sollte mit Knüppel drohend auf mich zu rennen. Ich habe Gustavs Leine an einen Baum gebunden, da ich wußte, ich würde ihn nicht halten können. Der Figurant kam angeschoosen, die Lederleine machte "pling" und der Figurant lag mit hocherhobenem Arm auf dem Rücken, Gustav auf ihm drauf , dieses Gänsehaut erzeugende Knurren von sich gebend, gebleckte Zähne zeigend.
Meine drei schweren Jungs heute. Begegnungen mit unbekannten Männern, alle sind an meiner Seite, die Leute werden nicht aus den Augen gelassen, bis sie vorbei sind. Angetrunkene, die auf uns zu kommen, die Hunde sind bei mir und drängen mich aus dem "gefährlichen" Bereich. Werde ich angesprochen, freundlich, weil nach dem Weg gefragt wird, Arthos und Woody sind an meinen Seiten, Quebec stellt sich vor mich.
Ich muß sagen, ich fühle mich gut beschützt und wollte es auch gar nicht anders haben.
Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs