Zitat
Was ist wohl erstrebenswerter? Was nachahmenswerter?
Wenn es erstrebenswerter und nachnahmenswerter ist ein gewachsenes Rudel zu erhalten, müßten die Welpen 2, in einigen Fällen sogar 3 Jahre, in der Familie und der vertrauten Umgebung bleiben.
David Mech hat in Wisconsin, lange vor Bloch, wildlebende Wolfsrudel über Jahre beobachtet und studiert. Er kam zu dem Ergebnis, das der erste Wurf einer neu gegründeten Familie blieb, als der zweite Wurf geboren wurde. Die nun Einjährigen teilten sich die Erziehung mit den Eltern. Erst als Zweijährige trennten sie sich von ihrer Familie und gründeten eine eigene. Nicht wenige blieben bis zum 3. Lebensjahr.
Wir haben Haushunde und keine Wölfe. Diese Vergleiche hinken immer. Und wer sich ernsthaft mit dem Wolf, bzw. der Literatur über ihn beschäftigt, merkt diese Ungereimtheiten.
Ich habe Hunde von einer sehr erfahrenen Züchterin. Sie züchtet seit 30 Jahren Neufundländer. Ihr Rudel hat eine Größenordnung von 16 - 18 Hunden, ohne die eigenen Welpen.
Bevor nun jemand schreit, es sind Rüden und Hündinnen, alte und junge, es sind Zuchthunde und nicht zuchttaugliche. Sie gibt äußerst selten und nur an Bekannte einen zuchtuntauglichen Hund ab.
Die Welpen werden also in dieses große Rudel geboren. Diese Züchterin hat nun die Erfahrung gemacht, je länger die Welpen in diesem Rudel verbleiben, um so mehr leiden sie unter Trennungsschmerz, wenn sie dann zu ihren neuen Familien kommen und als Einzelhund gehalten werden. Auch brauchten die neuen Besitzer wesentlich mehr Zeit, bis der Welpe sich ihnen anschloß, sie Zugang zu ihm fanden.
Für mich eigentlich nur logisch. Je länger die Welpen in ihrer vertrauten Umgebung, ihrem Rudel sind, um so schwerer fällt die Trennung.
Ganz anders dagegen, wenn sie sich dann doch mal von einem 2 oder 3 jährigen trennt. Diese Hunde, die ja nur Angehörige eines Rudels waren, blüten in den neuen Familien sichtlich auf.
Wenn diese Züchterin sich Welpen aus anderen Linien kauft, holt sie sie im Alter von 8 Wochen plus 1 Tag ab. Völlig problemslos kann sie diesen Welpen in ihr Rudel integrieren. Ist der Welpe älter als 12 Wochen, muß sie ein, von den Erwachsenen getrenntes, Junghunderudel eröffnen.
Wie bei quai, keine Studie, aber langjährige Erfahrunswerte.
Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs