Beiträge von BieBoss

    ....Ich kenne wenige Terrier, die wirklich wtp besitzen. Einen Terrier muss man oft überreden und sich durchsetzen können.
    ........

    Ich weiß net - ich glaub manchmal, der wtp eines Terriers hängt davon ab, ob man ihn sich als Halter verdient hat. Und wenn man ihn sich dann mal verdient hat, dann muß man auch nimmer überreden, dann gehts eigentlich recht einfach.... :-)

    Deswegen geht halt dann das PLATZ auch nur, wenn der Halter selbst es sagt, und ansonsten lächelt und wedelt der Hund den Kommandierenden halt freundlich an - weil er ihn net ernst nimmt *gg

    ......ich find so Vorurteile manchmal lustig. Mir erzählt jeder, wie wahnsinnig intelligent Pudel doch sind (von Leuten, die meinen Hund vorher nicht als Pudel identifizieren konnten, aber naja). Tja, mein Hundi ist ein bisschen trottelig... aber kann ja nicht sein, ist ja ein Pudel.
    Jeder Terrier ist cleverer als der!

    Ach was - Du hast nur sein wahres Talent noch net entdeckt *gg :-)

    Und genau DA sind wir an dem Punkt, den ich oben angesprochen habe. Dann bitte eine extra Prüfung für so 'Spielereien'. I....

    Naja - sowas gibts doch zuhauf (TeamTest & Co.)- nur wird halt die BH von den Vereinen oft immer noch als Alltagsgrundlagentraining bzw.-Prüfung verkauft, was ja vorher schon angesprochen wurde.

    Hätten die Leute die Wahl, was sie machen könnten (dazu gehört, daß ihnen erstmal erzählt wird, welche Prüfung wofür Sinn macht), würden sicherlich weniger Leute die BH anpeilen, weils denen um Alltagsgehorsam geht, der mit anderen Prüfungen weitaus besser abgedeckt werden kann.

    Und bei uns im Verein war´s auch so, daß die Leute, die an der BH gearbeitet hatten, hinterher dann halt auch Spaß dran hatten, in Richtung Hundesport oder so zu gehen. Man hat also über das BH-Training die Leute für den Hundesport herbekommen, die vorher nie dran gedacht hätten, sowas mit ihrem Hund zu machen. Insofern haben die ja gar kein Interesse, andere Prüfungen wie den TeamTest o.ä. zu propagieren. Da beißt sich die Katz dann in den Schwanz.... :-)

    23 Monate ist doch vollkommen ok - kommt doch darauf an, wie das Team zusammen geht! Und auch, was man für Ansprüche hat.

    Mit der Rettungshundearbeit hat Liv natürlich Recht - ein Rettungshund braucht net Fuß zu gehen, sondern soll suchen *gg Aber die Prüfung weist halt nach, daß man den Hund "im Griff", sprich "unter Kontrolle" hat, wenn er frei im Wald rumdüst (sieht halt im Licht der Öffentlichkeit komisch aus, wenn ein Rettungshundeführer den Hund ohne Leine net im Gehorsam hätte oder so....)- und wenn man mal in Straßennähe mit dem Hund arbeitet, ist es doch nett, zu wissen, daß er notfalls abrufbar wäre *hust... Oder wenn Leute im Wald rumlaufen, die vorm Hund erschrecken, ist es auch hilfreich, zu wissen, der Hund könnte abgerufen werden (wobei ich keinen Rettungshund kenne, für den während der Arbeit Passanten von irgendeinem Interesse wären *lach...).

    Ich hätte mit Biene damals die BH mit 9 Monaten machen können (sonst hätte ich zu dem Zeitpunkt mir sicher keinen irren pubertierenden Jagdterrier -mein Bossilein- ans Bein gebunden *gg), da hat einfach alles entsprechend funktioniert, weil sie spielerisch gelernt hat, und allzeit bereit war, mit mir zu arbeiten, immer auf mich geachtet hat unterwegs, auf jeden Abruf zu mir sprintete. Allerdings ist das Fuß bei uns -zugegebenermaßen- auch nur ein Fuß, solang die Leckerli in der Hand sind. Ansonsten schlappt Hundelinchen nen halben Meter neben/hinter mir her und fragt sich, wofür das nu gut sein soll *gg

    Und beim Platz stehen wir auf, wenns Gras feucht ist (das aaaaarme unterwollefreie Pudelbauchi *hust... Bitte ne Runde Mitleid fürs Hundi...) - aber sie bleibt an Ort und Stelle, da kann das Vereinheim einstürzen, sie bleibt da - und das war das, was für mich zählt. Ob im Liegen/Sitzen oder Purzelbäume schlagend, sie bleibt da. Das gibt notfalls in ner Prüfung Punktabzug, aber man hat die Prüfung bestanden - brauchte ich halt für die Staffel. und im Alltag ist es auch wichtiger, daß der Hund bei mir bleibt, wenn ich wo nen Kaffee trinke und nicht auf die Straße geht, als daß er im Liegen bei mir bleibt.

    So viel zum Thema Ansprüche - hab den Sinn dieser Perfektion damals net so ganz eingesehen, sie hats halt mitgemacht, wir hatten die Prüfung (sogar 2mal gemacht, einfach so, um ein anderes Vereinsmitglied zu begleiten), und gut war. Zum Obedience bräuchten wir uns so sicherlich net zu melden- es sei denn, wir möchten die Leute im Verein ein bisserl unterhalten und zum Spaß in der Gruppe beitragen *gggg Lachen soll ja gesund sein..... :-)

    Wie gesagt - wie fühlt sich das Team beim Arbeiten, wofür braucht man die Prüfung, in welchem Perfektionsgrad, da stellt jeder andere Ansprüche, abhängig davon, was man mit der Prüfung anfangen möchte (wer ne günstige Haftpflicht möchte für den geprüften Begleithund, dem ist ein Fußgehen oder suuuuperschnelles PLATZ sicher auch reichlich wurscht), und wie sehr einem diese ewige Überei der immerselben Dinge selbst auch Spaß macht.

    Mit Bossi hab ich nach eineinhalb Jahren die BH gemacht, aber der war ja schon eineinhalb, als er zu mir kam - also 3 Jahre, als er die Prüfung machte. Und er hat sie toll gemacht. Aber (so viel zum Thema alltagstauglich) für ihn waren das nur die absoluten Basics, denn das, was wichtig war, kam erst im Laufe der Jahre: Kontrollierbarkeit im Freilauf, Leinenführigkeit unter Ablenkung, seine Pöbelei an der Leine, Radiustraining, Orientierung an mir (vorher waren wir halt unterwegs - ich Gassi und er Halligalli oft bis zu 200 Meter weiter weg, manchmal waren wir auch zusammen, aber nur, wenn ich auch aufgepaßt hatte), Abrufbarkeit aus jeder Situation, kein Jagen mehr etc. - das alles setzt ja erstmal ein Verständnis für die Grundlagen beim Hund voraus, denn wer kein Platz kann, oder keinen Abruf, bei dem wirds angesichts von Wild dann ja nicht einfacher, ihn abzurufen.... *gg Also alltagstauglich war er durch die BH echt net, da muß ich Liv zustimmen. Aber wir hatten gelernt, zusammen was zu erreichen, und die Grundlagen in unserem Verhältnis geschaffen, für den Alltag erfolgreich weiterzuarbeiten, und hatten sogar gemeinsam Spaß dran.

    Mit Frieda hatte ich komplett andere Prioritäten, wollte zwar eigentlich anfangs auf die BH hinarbeiten, aber bei ihrer Aggressivität Hunden gegenüber wars mir dann doch erstmal wichtiger, ihr den Streß zu nehmen auf der Straße. Halsbandklimpern eines Hundes --> Panikanfall. Bellen --> Panikanfall, drauf auf den Hund, Kreischen. Panikdurchfälle wie Wasser. Da braucht man net am Fußgehen zu üben, da gings erstmal um Streßbeseitigung, damit der Hund unterwegs entspannt laufen konnte. Das haben wir inzwischen geschafft - etz isse 14. Aber ich bin mir net sicher, wie gut sie noch hört, weil sie oft Kommandos ignoriert. Aber wenn ich dann ein Leckerli in der Hand hab, hört sie oft plötzlich ganz gut. Hmmmm....... Naja, ich glaub ja, mit 14 darf ein Hund auch mal selektiv taub sein. :-) Also wird die Maus wohl keine BH mehr machen - und wir sind glücklich und leben echt ganz gut damit! :-)

    Das Aufweichen der Prüfung find ich übrigens auch witzlos - die Prüfung prüft ja echt nur (wenn man die Perfektion mal beiseite läßt) absolute Basics. Da noch Abstriche zu machen, ist doch vollkommener Quatsch. Der Hund muß doch gewisse Dinge beherrschen, bevor er bestimmte Sportarten macht - und wenn die Prüfung das nicht mehr garantiert, wie soll man dann entscheiden, ob der Hund die geforderten Mindestvoraussetzungen für den Hundesport mitbringt oder nicht? Casting für jeden einzelnen Hund? Das ist doch auch Quatsch, und braucht sinnlos Zeit.... Dann können sie auf die BH auch gleich verzichten....

    Und ne Prüfung machen, nur damit ich ne Prüfung habe (so wie wir das halt mußten für die Staffel), ist auch doof - insofern könnte man diese Einstiegsprüfungen bei Bedarf besser der Sportart anpassen (bzw. dem Rettungshundewesen und seinen Erfordernissen), als dann dauernd Prüfungen laufen zu müssen, die einen langweilen, weil man das Zeugs net wirklich braucht, nur damit man weiterhin als Rettungshundeführer etc. tätig sein kann. Im Rettungshundewesen könnte z.B. mehr Wert auf die Führbarkeit des Hundes auf der Distanz gelegt werden (bislang wird das ausschließlich über ein VORAUS oder standardisiertes Detachieren geprüft)- das wäre realistätsnah. Oder Dinge wie Bäche überspringen oder so, was man halt so im Gelände brauchen kann. Leinenführigkeit - ok, aber Fußgehen? Aber wenn ich mir ansehe, wie lange es gebraucht hat, um die gemPPO-Prüfung für Rettungshunde zu entwerfen als kleinsten gemeinsamen Nenner der Orgs, möcht ich net wissen, wie lange eine Änderung der BH im Rettungshundewesen dauern würde - bis dahin wäre ich wahrscheinlich schon in Rente oder würde unter der Erde liegen...... *ggggg

    Ich finde im Übrigen, daß die Begleithundprüfungen anderer Vereine wesentlich alltagstauglicher sein können, was ich so gesehen habe. Ruhe bewahren aufm Marktplatz z.B., oder ein sich im Trubel kurz entfernender Halter, der mal kurz ins nächste Stockwerk geht und den Hund währenddessen im Erdgeschoß ablegt. Ruhe bewahren und einfach nur Abliegen im Trubel, während der Halter im Café ne Tasse Kaffee trinkt. So Zeugs halt. Leinenführigkeit. Fürn Alltag viiiiel wichtiger als Fußgehn.

    Mein Jagdterrier bellt nicht - zumindest in der Wohnung *hust..... Entgegen dem, was man den Terris oft nachsagt, ist der absolut kein Kläffer, die Haustüre wird ausschließlich von der Zwergeline bewacht *nerv....

    Auch das Frieda-Terri ist sehr still im Haus. Die bellt höchstens mal, wenn man mit Futter vor ihr steht, um zu betteln, aber ansonsten bemerkt man die gar net in der Wohnung.

    Und die einzige Gelegenheit, bei der Bossi mal in der Wohnung bellt, is, wenn ein kläffender Hund unten auf der Straße vorbeigeht - oder, wenn ich meine, ich müßt ihn mit Spieli hochfahren. Ansonsten hört man von dem auch nix im Haus. Und draußen bellt er ausschließlich, wenn er andere Hunde zum Spielen auffordert, ansonsten auch net.

    Das liest sich ja echt gruselig alles...... Bin ich froh, daß ich aufm Kaff wohn! :-)

    Meine Biene hat nie wen attackiert, wurde aber einmal böse von meiner Frieda angefallen - beide waren voneinander getrennt im Auto untergebracht - ich hab ja damals nicht ahnen können, daß das blinde Monsterli in der Lage ist, die Gitterbox (!) von innen zu zerlegen, und dadurch dann auf Biene losgehen könnte! Sie war grad eine Woche bei uns, daher konnte ich sie noch nicht so gut einschätzen - ich wußte, ich muß die Hunde trennen, aber ich wußte nicht, daß die SO drauf war :shocked: Seither hab ich sie gesichert, nie wieder was passiert, aber Biene stand damals unter Schock, Frieda hatte sie durchs ganze Auto gescheucht, und war grad dabei, ihr in den Bauch zu beißen, als ich dazukam, weil ich den Lärm hörte (war beim Training mit den beiden). Ergebnis: ganzer Bauch voller Hämatome, aber lt. Ultraschall keine inneren Verletzungen, außen auch nix sichtbar - Frieda hatte schon bei ihrer Ankunft hier trotz ihrer erst 8 Jahre nur noch Zahnstummelchen, sodaß sie die Haut nicht verletzt hatte. Ansonstenhätt ich heut kein Bienchen mehr...... :(

    Bossi: auch wenn alle die Jagdterrier als so unverträglich schildern: der hat EIN Mal bei ner Korrektur eines jungen Cockers, der ihm beim Kennenlernen in der Wohnung einer Freundin (war Sitterhund für sie) frech und fröhlich mit allen Vieren ins Gesicht gesprungen war, versehentlich das Ohr gaaanz leicht verletzt, sodaß zwei Tröpchen Blut rauskamen. Ansonsten hat er bei allen terriertypischen Prügeleien udn dochetlichen Korrekturen, die er in seinem Leben schon gesetzt hat, noch nie nen Hund irgendwie verletzt. Dafür hat er schon dreimal was abbekommen: zweimal von Mädels (einmal ging´s um den Ball der Einen, obwohl Bossi den nur aus der Entfernung angeguckt hatte (!), bei der zweiten war er begeistert aufgeritten, obwohl sie deutlich zeigte, daß sie´s doof fand, und ich wollt ihn grad runterrufen, da hat sie das schon erledigt für mich *gg. Im dritten Fall war ebenfalls ein Jungspund beteiligt, Alba Bull mit 8 Monaten, der unbedingt spielen wollte, auch als Bossi keinen Bock mehr hatte. Also hat Bossi ne Korrektur gesetzt, und der kleine Krüppel (und das ist liebevoll gemeint! Der is nämlich bildhübsch und sonst voll lieb - nur halt a bisserl größenwahnsinnig *gg) hat sich doch tatsächlich zur Wehr gesetzt, und ihn dabei erwischt (wohl eher versehentlich verletzt). Alles in allem dreimal ein getackertes Beinchen, weil die Haut aufgeplatzt war - also nix Wildes für Terrierhundchen... :-) Wäre wohl auch so geheilt jeweils, die Tackerklammern hat er immer selbst rausmontiert, noch bevor wir daheim waren, und es heilte trotzdem. :-)

    Frieda: siehe oben bei Biene, das war echt übel, ansonsten hat sie öfter versucht anfangs, entgegenkommende Hunde zu tackern, aber immer nur das Halsfell erwischt. Bei einer Hündin, die ihr unterwegs von hinten kam (von hinten, das geht ja mal gar net, voll unhöflich, und ich hatte die net gesehen, kam grad hinter uns aus einem der Häuser und sollte -wohlgemerkt alleine- "Gassigehn" aufm Kirchplatz *kopfandiewandschlag), da hat Frieda sich an ihrer 2m-Leine schneller rumgedreht, als ich das mitbekommen konnte, und die Hündin hatte ein Loch vorn unten am Hals (schon fast Brustbereich); dann hat Frieda aber abgelassen auf mein AUS hin. Hab die Hündin dann heimgebracht, die Halter erstmal angemault, daß der Hund unbeaufsichtigt war *gg, und gesagt die sollen zum Doc gehen, wenn was ist, sie wissen ja, wo ich wohne (Nachbarschaft). Kam aber nie was, war also wohl nur oberflächlich (kein Wunder, bei den Stummelzähnchen). Das war aber alles in der ersten Zeit, bis ich halt rausgefunden hatte, wie ich am besten die alte Kröte unter Beobachtung halten kann, ohne daß sie belästigt wird oder ne Chance kriegt. Inzwischen ist das ganz gechillt. Muß zwar aufpassen, aber wir haben ein Zeitfenster, wenn ein Hund rankommt, das mir die Chance gibt, einzugreifen, bevor sie -wie hieß es vorhin hier so schön- zahngreiflich wird *gg (schönes Wort, und so passend.....) Selbst das 6er/9er-DF-Treffen letztlich durfte sie (angeleint und unter meiner ständigen Aufsicht) mitmachen, und alle Beteiligten leben noch unverletzt :-) :-)

    Aber wenn man den ganzen Thread so liest, bin ich doch erstaunt - gerade die Terrierfraktion ist hier als Attackierende recht selten genannt. Wobei das meinen Erfahrungen (auch mit Jagdterriern! - Fussel zählt net, die is blind und vorgeschädigt und dadurch komplett unverträglich) schon entspricht, aber die haben halt nen schlechten Ruf diesbezüglich. Aber Bossi is auch so: er geht nicht von alleine auf nen fremden Hund, der ihm keinen Anlaß gegeben hat. OK, Korrekturen fallen konsequent und herzlich aus - hundetypisch, denk ich, nicht heftiger als bei anderen Hunden. Und wenn einer mit hochgekrempelten Ärmeln herkommt und zu stänkern anfängt, dann läßt er sich auch net lumpen. Aber er war eigentlich nie wirklich einer, der angefangen hat, nur um des Stänkerns Willen. Wenn man so drüber nachdenkt - schön..... :-)

    Also ich find diese Bilanz für 8,5 Jahre Hundehaltung ist ganz ok - keinerlei blutrünstige Hunde hier in der Gegend. zum Glück!


    .... einmal trat ihn jemand aus dem ICE, weil er zögerte, als er nach unten sah. Da drehte sich meine, damals 10jährige Tochter um und trat dem Typ voller Wucht (das knallte richtig) vors Bein. Sah ihn an und sagte "das ist für meinen Hund, der kann sich nicht wehren Du A.....!" Mehr fiel mir dazu auch nicht ein.
    .....

    ...wie geil is DAS denn..... *gggggggg Ich hoffe, Du hast ihr dafür hinterher nen dicken Knutsch und ein ne ganze Kiste Schokolade gegeben? :-)

    ...war zu lang - hier der Rest:

    Übrigens: ein Hund, der erst ein paar Wochen bei mir ist, wird hier grundsätzlich net abgeleint. Da muß doch erstmal ne Bindung bestehen und der Rückruf sitzen, bevor ich den ohne Leine laufen lasse! Dann kannst Du auch mit ihm ausweichen, wenn Euch wer entgegenkommt, ihn hinter Dich nehmen oder was auch immer, sodaß er die Leute nicht anbellen muß in seiner Unsicherheit. Das zeigt ihm, daß Du komische Situationen regelst und ihn beschützt. Dann muß er nimmer bellen.

    Nachts gehört ein unsicherer Hund zu seinem "Rudel", also sprich zu Euch ins Schlafzimmer (die hat bestimmt momentan nachts Panik, so allein). Stell Dir für nächtliche Gassigänge einfach alle 3 Stunden den Wecker, einmal Du, einmal Dein Freund/Mann, damits net allzu stressig ist, und nachts echt nur vor die Tür gehen, Pipimachen und zurück - damit Hundi lernt 1.) ich komme regelmäßig raus und kann dann Pipi machen (irgendwann wird er mit Pieseln warten, bis es wieder so weit ist, weil auch die Blase sich an feste Zeiten gewöhnen kann) und 2.) nachts wird nur Pipi gemacht, es gibt kein Halligalli, nur weil ich Terz mache (sonst hast auf Dauer nen Hund, der nachts Spaß will und daran gewöhnt ist, daß auf Bellen/Winseln hin irgendwer aufspringt und ne Stunde Gassi geht *gg).

    Ich würds auch mit ner Box mit einer Kuscheldecke drin machen (so wie der sich verhält, könnte ich mir vorstellen, er kennt sowas....Da geht auch einfach ein oben offener Karton, der hoch genug ist, da kann man z.B. von oben die Hand reinhängen lassen, sodaß er sich nicht einsam vorkommt), aber man kann auch einfach den Hund neben sich ins Bett legen (nachdem man sicher ist, daß er entwurmt ist, ich sprech da aus Erfahrung *gg) (nebenbei: auch hier kann man feste Zubettgehrituale finden, wie ein Betthupferl-Leckerli, nochmal bürsten oder so!) - dann merkt man am ehesten, wenn er unruhig wird, weil er mal muß. Versuch, daß er immer mit Deiner Hand o.ä. in Kontakt ist beim Schlafen (oder vielleicht kuschelt er sich auch einfach an Dich ran), vielleicht gibt ihm das etwas Sicherheit, und Du merkst am ehesten ein Unruhigwerden. Stellt Euch einfach Schlappen nebens Bett, schlaft im Jogginganzugm denn wenn er raus muß, dann solltet Ihr schnell gehen - auf den Arm nehmen (da pieseln sie meist net einfach los!), rin in die Schlappen, und raus mit Euch. Immer an die gleiche Stelle, sodaß er lernt, das ist eine Pipistelle für ihn. Wenn er pieselt, loben wie beim Welpen, und schnurstracks wieder ins Bett zurück (Achtung: wenn er noch geschäfteln muß, sollte er das natürlich auch mahen - meine eine Hündin muß da immer erst paar Schritte gehen, die andere geht raus, kackt und fertig, das kann unterschiedlich sein).

    Das Alleinsein würde ich dann erst aufbauen, wenn er Euch etwas kennt und vertraut - ebenfalls über ein festes Ritual: man könnte nach ner Spielrunde nen Knochen ins Körbchen legen, nochmal knuddeln, ihn reinschicken mit einem besonderen Kommando und sich dann aufs Sofa setzen und ihn ignorieren. Beim nächsten Mal kannst, wenn das geklappt hat, dasselbe machen, nur daß Du mal kurz in der Küche was holst, statt aufs Sofa zu gehen. So kannst Du austesten, wie lange er schon von sich aus im Körbchen bleibt. Und Knochen hat auch den Vorteil: wenn ein Hund im Streß st, wird er den net fressen, Du siehst also gleich, ob das in-die-Küche-Gehen für ihn mehr Streß bedeutet als wenn Du auf dem Sofa sitzt. Dann kannst mal ins Bad gehen für 5 Min. Wenn sowas alles klappt, kannst auch kurz die Tür schließen, Dich einmal rumdrehen und wieder öffnen (wenn er ruhig ist natürlich, klar... :-) ).
    Man kann auch einführen, das Radio anzulassen, wenn man das Zimmer verläßt - ein bisserl Gequatsche im Hintergrund vermittelt den Eindruck, er wird net alleine den Hausgespenstern überlassen. Am besten zu Zeiten probieren, in denen die Nachbarn grad arbeiten sind, damit Du nicht reingehen mußt, solang er kläfft. Aber gaaanz vorsichtig und kleinschrittig aufbauen, nachdem Du jetzt ja erfahren hast, er kann das mit dem Alleinbleiben gar net ab!

    Erst wenn der Alltag ein bißchen streßfreier für Euch geworden ist, und die Abläufe selbstverständlich und der Hund etwas ruhiger, macht es Sinn, anzufangen damit, Kommandos zu üben für den Grundgehorsam, denn ein Hund, der im Streß ist, ist nicht aufnahmefähig. Das würde zur Qual für euch und das Tier, weil einfach nichts klappen kann.

    So - vielleicht war das jetzt ein bisserl durcheinander, ich habs halt so geschrieben, wies mir in den Kopf kam, aber vielleicht helfen Euch diese Erklärungen und Ideen ein bisserl weiter, und Ihr könnt für Euch und Euren Hund die richtigen Schlüsse ziehen und einen entspannteren Alltag zaubern :-) Evtl. einfach mal ausdrucken, und für Euch zusammenschreiben, was davon Ihr konkret wie umsetzen wollt (da müssen alle an einem Strang ziehen). Welche wenigen Grundregeln Ihr erstmal einführen möchtet. Wie die immer gleiche Gassirunde erstmal aussehen wird. Wie oft Ihr nachts den Wecker stellt. Wer mit dem Hund rausgeht. Wie Ihr welches Ritual für was einführen könnt etc. Eben einfach überlegen, was bei Euch am besten passen könnte, um dem Kerl ein bißchen Sicherheit zu geben.

    Ist bestimmt voll anstrengend, dauernd wischen und Wäsche waschen zu müssen, weil er nicht einhalten kann - aber vergeßt dabei nicht, wie stressig sein Leben grad für ihn sein muß, sodaß er überhaupt erst reinmacht.....

    Stellt ihn auch mal nem Doc vor - nicht, daß er ein körperliches Problem hat wegen der Unreinheit, denn dann würde sämtliches Training nix helfen.

    Wißt Ihr, ob der Hund ursprünglich von nem Züchter kam? (normalerweise chipt ein Züchter den Hund, und über den Chip kann man evtl. via TASSO den Züchter rausfinden; oder über den Doc, der die Erstimpfung lt. Impfpaß gemacht hat -habt Ihr überhaupt einen mitbekommen?) Evtl., wenn der Züchter seriös war (und nur diese Familie den Hund "versaut" hat), wäre auch der Züchter interessiert, zu erfahren, wo der Hund hingekommen ist und wäre bereit, zu helfen mit Tips.

    Viel Erfolg!

    Für mich hört sich das auch nach einem extrem gestreßten Hund an. Pipi im Haus, Geschäft im Haus, Anbellen, Kaputtmachen udn Anfressen können alles Streßerscheinungen sein.

    Schaut Euch mal Euren Tagesablauf an und berücksichtigt folgende Gedanken/Erklärungen dabei und versucht, nachzuvollziehen, wie sich der Hund bei sowas fühlen muß:

    Wenn der Hund unsicher und neu bei Euch ist, hat er, zusätzlich zum Verkraften der Trennung von der vorigen Familie, gaaaanz viel zu lernen, was man im ersten Moment gar nicht wirklich so wahrnimmt als neuer Halter: Wer seid Ihr, wie reagiert Ihr wann, wie soll er sich verhalten, was mögt Ihr, wo bremst Ihr ihn aus, wie sind die Hausregeln, wo ist das Futter und wann wird gefüttert, darf er aufs Sofa/ins Bett oder nicht, wer gehört zur Famnilie, wer ist "nur" Besucher, wo darf er pinkeln/geschäfteln, er muß die neue Umgebung beim Gassi kennenlernen, da gibts taaaaausend fremde Leute und Hunde, er weiß nicht, wie und wann er sich auf Euch verlassen kann etc. etc.

    Für solch einen Hund, der mit derart extremem Streß auf einen normalen Tagesablauf reagiert, würd ich erstmal jegliche Action komplett runterfahren und anfangs einfach mal Routinen einführen, und wenn er ruhiger wird, kann man diese anfangen zu variieren (nach Wochen) - Routinen geben Sicherheit:

    Gassizeiten immer gleich. Kurze immer gleiche Gassistrecke und -dauer immer gleich. Gassigänger immer der Gleiche von Euch. Fütterungszeit immer gleich. Festen Platz (ooder 2-3, wie Ihr wollt) im Haus, und nur da hat er zu liegen (Rückzugsmöglichkeit).

    Grundsätzlich erstmal Begegnungen mit fremden Menschen und Hunden vermeiden. Blockt alle Leute und Hunde ab, keiner soll sich dem Kerl nähern, weil ihn derzeit alles verunsichert. Er muß quasi lernen, daß Ihr ihm erstmal alles vom Leib haltet, was ihn stressen könnte, damit er lernt, er kann Euch vertrauen. Kein Fremder tatscht ihn an.

    Besuche bei Freunden mit Hund erstmal sein lassen. Der muß doch erstmal ankommen dürfen bei Euch und sich zurechtfinden, bevor er allen Freunden den Familie präsentiert und mit denen konfrontiert wird.

    Hört sich so an, als hätte der nicht viel kennengelernt, und muß eben jetzt Schritt für Schritt vieles lernen, das ihm unheimlich ist. Und das wird er nur dann, wenn er weiß, er kann sich auf Euch verlassen, daß Ihr alles, das ihm gefährlich erscheint, fernhaltet, damit er da sich langsam rantraut zusammen mit Euch. Sodaß er eben nicht mehr kläffen muß, weil er gelernt hat, ihr paßt auf, daß ihn keiner anfaßt, wenn er das nicht mag etc.

    Gaaaanz klare Regeln einführen für daheim, aber nur die allernotwendigsten (zu viele kann er sich eh erstmal nicht merken), aber konsequent auf deren Einhaltung bestehen. Z.B. beim Klingeln an der Haustüre ins Körbchen gehen. NEIN heißt, er darf grad was net tun. Und mit viel Lob und Alternativverhalten zeigen, was er tun darf bei Euch: wenn er was anfressen möchte, einfach sobald Du das siehst, ins Körbchen locken und dort nen Knochen reichen, DEN darf er anknabbern. Wenn Du Besuch erwartest und das Auto vorfahren hörst, schon den Hund ins Körbchen mit Knochen. Also gar nicht erst so weit handeln lassen, daß Du was verbieten mußt, sondern eher rechtzeitig erkennen, wenn er was für Euch Falsches machen möchte, und ihm stattdessen eine Alternative anbieten. Ein Beispiel von uns: wenn ich merke, daß mein Bossi-Terrier seeeehr interessiert an einem entgegenkommenden Hund ist, mache ich ihn auf mich aufmerksam (bevor er losrennt in dessen Richtung) und werfe den Ball nach hinten, sodaß er, um den Ball zu holen, von dem anderen Hund weglaufen muß, den er grad fixiert hatte. Beim folgenden Spiel bin ich nämlich so interessant, daß er dann bei mir bleibt. Solche Sachen halt.

    Achtet auf Eure Körpersprache: nicht frontal zum Hund stehen (bedrohlich), über ihn beugen (bedrohlich, da Ihr viel größer seid als er!)), sprecht ruhig mit ihm, damit er Vertrauen bekommt, habt Geduld und seid geduldig. Geht davon aus, daß ers nicht anders gelernt hat. Zeigt ihm, daß seine Plätze auch sein Rückzugsort sind, indem er dort niemals gestört oder betatscht wird. Wenn ihr was wollt von ihm oder rausmöchtet mit ihm, ruft ihn daher lieber zu Euch, als ihn aus dem Körpchen zu holen, das macht den Eindruck eines Überfalls, und er soll sich ja dort sicher fühlen. An den Korb geht keiner ran, Besucher werden geköpft, geteert und gefedert, wenn sie´s versuchen :-)

    Stubenreinheitstraining und Alleinbleiben (das erst nach ner Weile anfangen!) würde ich wie mit nem Welpen trainieren, ders einfach noch net gelernt hat.

    Solltest Du den Hund erwischen, wie er sich bereit macht, sich zum Geschäfteln/Pieseln hinzusetzen, einfach prompt hochnehmen (vor Schreck vergessen die das Pieseln erstmal), und sofort rausgehen mit ihm. Wenn er dort vor Streß erstmal net pinkelt, kein Problem - setz Dich neben ihn, warte einfach, vermittle ihm völlige Entspannung, sprich ruhig mit ihm, was auch immer ihn halt ebruhigt, mußt austesten - irgendwann will das Zeugs raus, er hat ja schon gezeigt, daß da was am Überlaufen ist irgendwo. :-) Und wenns dann kommt - ganz ruhig Loooooben. Aber nicht so wild, daß er erschrickt, gell - aufpassen.... *gg