23 Monate ist doch vollkommen ok - kommt doch darauf an, wie das Team zusammen geht! Und auch, was man für Ansprüche hat.
Mit der Rettungshundearbeit hat Liv natürlich Recht - ein Rettungshund braucht net Fuß zu gehen, sondern soll suchen *gg Aber die Prüfung weist halt nach, daß man den Hund "im Griff", sprich "unter Kontrolle" hat, wenn er frei im Wald rumdüst (sieht halt im Licht der Öffentlichkeit komisch aus, wenn ein Rettungshundeführer den Hund ohne Leine net im Gehorsam hätte oder so....)- und wenn man mal in Straßennähe mit dem Hund arbeitet, ist es doch nett, zu wissen, daß er notfalls abrufbar wäre *hust... Oder wenn Leute im Wald rumlaufen, die vorm Hund erschrecken, ist es auch hilfreich, zu wissen, der Hund könnte abgerufen werden (wobei ich keinen Rettungshund kenne, für den während der Arbeit Passanten von irgendeinem Interesse wären *lach...).
Ich hätte mit Biene damals die BH mit 9 Monaten machen können (sonst hätte ich zu dem Zeitpunkt mir sicher keinen irren pubertierenden Jagdterrier -mein Bossilein- ans Bein gebunden *gg), da hat einfach alles entsprechend funktioniert, weil sie spielerisch gelernt hat, und allzeit bereit war, mit mir zu arbeiten, immer auf mich geachtet hat unterwegs, auf jeden Abruf zu mir sprintete. Allerdings ist das Fuß bei uns -zugegebenermaßen- auch nur ein Fuß, solang die Leckerli in der Hand sind. Ansonsten schlappt Hundelinchen nen halben Meter neben/hinter mir her und fragt sich, wofür das nu gut sein soll *gg
Und beim Platz stehen wir auf, wenns Gras feucht ist (das aaaaarme unterwollefreie Pudelbauchi *hust... Bitte ne Runde Mitleid fürs Hundi...) - aber sie bleibt an Ort und Stelle, da kann das Vereinheim einstürzen, sie bleibt da - und das war das, was für mich zählt. Ob im Liegen/Sitzen oder Purzelbäume schlagend, sie bleibt da. Das gibt notfalls in ner Prüfung Punktabzug, aber man hat die Prüfung bestanden - brauchte ich halt für die Staffel. und im Alltag ist es auch wichtiger, daß der Hund bei mir bleibt, wenn ich wo nen Kaffee trinke und nicht auf die Straße geht, als daß er im Liegen bei mir bleibt.
So viel zum Thema Ansprüche - hab den Sinn dieser Perfektion damals net so ganz eingesehen, sie hats halt mitgemacht, wir hatten die Prüfung (sogar 2mal gemacht, einfach so, um ein anderes Vereinsmitglied zu begleiten), und gut war. Zum Obedience bräuchten wir uns so sicherlich net zu melden- es sei denn, wir möchten die Leute im Verein ein bisserl unterhalten und zum Spaß in der Gruppe beitragen *gggg Lachen soll ja gesund sein..... :-)
Wie gesagt - wie fühlt sich das Team beim Arbeiten, wofür braucht man die Prüfung, in welchem Perfektionsgrad, da stellt jeder andere Ansprüche, abhängig davon, was man mit der Prüfung anfangen möchte (wer ne günstige Haftpflicht möchte für den geprüften Begleithund, dem ist ein Fußgehen oder suuuuperschnelles PLATZ sicher auch reichlich wurscht), und wie sehr einem diese ewige Überei der immerselben Dinge selbst auch Spaß macht.
Mit Bossi hab ich nach eineinhalb Jahren die BH gemacht, aber der war ja schon eineinhalb, als er zu mir kam - also 3 Jahre, als er die Prüfung machte. Und er hat sie toll gemacht. Aber (so viel zum Thema alltagstauglich) für ihn waren das nur die absoluten Basics, denn das, was wichtig war, kam erst im Laufe der Jahre: Kontrollierbarkeit im Freilauf, Leinenführigkeit unter Ablenkung, seine Pöbelei an der Leine, Radiustraining, Orientierung an mir (vorher waren wir halt unterwegs - ich Gassi und er Halligalli oft bis zu 200 Meter weiter weg, manchmal waren wir auch zusammen, aber nur, wenn ich auch aufgepaßt hatte), Abrufbarkeit aus jeder Situation, kein Jagen mehr etc. - das alles setzt ja erstmal ein Verständnis für die Grundlagen beim Hund voraus, denn wer kein Platz kann, oder keinen Abruf, bei dem wirds angesichts von Wild dann ja nicht einfacher, ihn abzurufen.... *gg Also alltagstauglich war er durch die BH echt net, da muß ich Liv zustimmen. Aber wir hatten gelernt, zusammen was zu erreichen, und die Grundlagen in unserem Verhältnis geschaffen, für den Alltag erfolgreich weiterzuarbeiten, und hatten sogar gemeinsam Spaß dran.
Mit Frieda hatte ich komplett andere Prioritäten, wollte zwar eigentlich anfangs auf die BH hinarbeiten, aber bei ihrer Aggressivität Hunden gegenüber wars mir dann doch erstmal wichtiger, ihr den Streß zu nehmen auf der Straße. Halsbandklimpern eines Hundes --> Panikanfall. Bellen --> Panikanfall, drauf auf den Hund, Kreischen. Panikdurchfälle wie Wasser. Da braucht man net am Fußgehen zu üben, da gings erstmal um Streßbeseitigung, damit der Hund unterwegs entspannt laufen konnte. Das haben wir inzwischen geschafft - etz isse 14. Aber ich bin mir net sicher, wie gut sie noch hört, weil sie oft Kommandos ignoriert. Aber wenn ich dann ein Leckerli in der Hand hab, hört sie oft plötzlich ganz gut. Hmmmm....... Naja, ich glaub ja, mit 14 darf ein Hund auch mal selektiv taub sein. :-) Also wird die Maus wohl keine BH mehr machen - und wir sind glücklich und leben echt ganz gut damit! :-)
Das Aufweichen der Prüfung find ich übrigens auch witzlos - die Prüfung prüft ja echt nur (wenn man die Perfektion mal beiseite läßt) absolute Basics. Da noch Abstriche zu machen, ist doch vollkommener Quatsch. Der Hund muß doch gewisse Dinge beherrschen, bevor er bestimmte Sportarten macht - und wenn die Prüfung das nicht mehr garantiert, wie soll man dann entscheiden, ob der Hund die geforderten Mindestvoraussetzungen für den Hundesport mitbringt oder nicht? Casting für jeden einzelnen Hund? Das ist doch auch Quatsch, und braucht sinnlos Zeit.... Dann können sie auf die BH auch gleich verzichten....
Und ne Prüfung machen, nur damit ich ne Prüfung habe (so wie wir das halt mußten für die Staffel), ist auch doof - insofern könnte man diese Einstiegsprüfungen bei Bedarf besser der Sportart anpassen (bzw. dem Rettungshundewesen und seinen Erfordernissen), als dann dauernd Prüfungen laufen zu müssen, die einen langweilen, weil man das Zeugs net wirklich braucht, nur damit man weiterhin als Rettungshundeführer etc. tätig sein kann. Im Rettungshundewesen könnte z.B. mehr Wert auf die Führbarkeit des Hundes auf der Distanz gelegt werden (bislang wird das ausschließlich über ein VORAUS oder standardisiertes Detachieren geprüft)- das wäre realistätsnah. Oder Dinge wie Bäche überspringen oder so, was man halt so im Gelände brauchen kann. Leinenführigkeit - ok, aber Fußgehen? Aber wenn ich mir ansehe, wie lange es gebraucht hat, um die gemPPO-Prüfung für Rettungshunde zu entwerfen als kleinsten gemeinsamen Nenner der Orgs, möcht ich net wissen, wie lange eine Änderung der BH im Rettungshundewesen dauern würde - bis dahin wäre ich wahrscheinlich schon in Rente oder würde unter der Erde liegen...... *ggggg
Ich finde im Übrigen, daß die Begleithundprüfungen anderer Vereine wesentlich alltagstauglicher sein können, was ich so gesehen habe. Ruhe bewahren aufm Marktplatz z.B., oder ein sich im Trubel kurz entfernender Halter, der mal kurz ins nächste Stockwerk geht und den Hund währenddessen im Erdgeschoß ablegt. Ruhe bewahren und einfach nur Abliegen im Trubel, während der Halter im Café ne Tasse Kaffee trinkt. So Zeugs halt. Leinenführigkeit. Fürn Alltag viiiiel wichtiger als Fußgehn.