.......Newton ist ein Labrador. Die sind in ihrer Kommunikation sehr "weich" und werden dadurch leider oft missverstanden.
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Daher finde ich schon, dass man Newton unterstützen sollte. Er hat evtl aus seiner Sicht seinen Standpunkt klar gemacht, der wird aber eventuell von anderen so nicht ernst genommen.
Lässt man es einfsch machen oder sagt Newton, dass er es auszuhalten hat, ist es je nach Situation für ihn sehr schwierig.
Ich würde daher sehr gut beobachten, wie sich die Situation aufbaut. Also schon wenn sie noch nicht aufeinander treffen. Ist es Newton unwohl, finde ich darf man das akzeptieren und ihm helfen die Situation zu lösen. Wieso sollte er warten müssen, bis ein anderer fertig geschnuppert hat? Man kann sich auch ohne schnuppern kreuzen und sich einfach aus dem Weg gehen.
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Ich frage mich dann halt jeweils: was gibt es auf unserem Dorfweg zu grummeln? Das ist nemandens Revier. Da dürfen alle ohne behelligt zu werden entlang gehen. Da gibt es keine Zollkontrolle ;-)
Kann sein dass ich falsch liege, dann bitte aufklären.
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An Lefzenhochziehen, wie es Newton macht, ist nichts mißzuverstehen. Das ist ganz klare Kommunikation, daß ihm das nicht paßt. Wenn der Andere aber mental stärker ist (der nimmt Newton nicht einfach nicht ernst, sondern ist einfach stärker in dem Moment), wird der sich halt durchsetzen, indem er sagt "Und Du bleibst jetzt stehn!" Das ist ganz normale Kommunikation.
Indem Rafaela dann dem hund sagt, was er tun kann, hilft sie ihm doch durch die Situation duch, und er lernt, damit umzugehen. Er sieht dadurch, daß sie bei ihm ist, weil sie ja die Situation unter Kontrolle hat und sagt, was er tun kann, udn er ist somit nicht alleingelassen.
Wenn man das als Halter nicht ab kann, muß man dem Hund beibringen, gar nicht erst zum Anderen hinzugehen, oder nach eigener Einschätzung den Hund vorher abrufen. Aber den hund hin zu lassen, und dann in die Kommunikation einzugreifen kann halt immer böse enden, und das muß nicht sein. Wenn ich in so ne Situation mit meinen Hunden komme, und der andere Halter greift ein und das eskaliert deswegen, dann kann er sich was anhören. Der ist dann nämlich schuld dran, wenn ein Hund irgendwo nen Riß hat - und hinterher darf ich dann zahlen (ok - 2 Stiche mit der Nadel tun dem Geldbeutel jetzt nicht weh, ist aber nervig - muß ja auch für den Hund net sein), weil er die Situation mißverstanden hat. Das würde mich schon richtig ärgern.
Und von wegen Revier - das hat doch nichts mit dem Revier zu tun. Der könnt genauso gut aufm Marktplatz stehn. Das hat damit zu tun, daß dieser Hund schnuppern möchte, mental in dem Moment der Stärkere ist, und dies deswegen durchsetzt. Soviel Kommunikation darf schon sein.
Nein, Zollkontrolle sich nicht. Aber wenn der Hund hingeht, dann muß er sich mit dem Anderen auch auseinandersetzen. Wenn er das nicht mag, soll er bitteschön fernbleiben. Wasch mich, aber mach mich net naß geht nicht. Meine Biene ist auch so eine - will immer fremde Leute beschuppern und evtl. Leckerli abstauben. Aber wehe, die Leute bücken sich (freundlich!) und fassen sie an - dann weicht sie aus oder knurrt gar. Inzwischen laß ich sie gar nimmer hin, weil mich das nervt. Sie könnte gleich fernbleiben und ihre Neugiernase woanders reinstecken, dann muß sie die Leute nicht abwehren. Ist ja nicht so, daß die hinter ihr hergerannt wären, sie ging freiwillig hin.
Auf Menschen übersetzt, um das zu verdeutlichen: wie zwei begegnen uns. Ich gehe auf Dich zu, erkennen Dich als DF-Schreiber, und sage hallo, gebe Dir die Hand. Dann willst Du mit mir bissel Smalltalk machen, und ich sage auf einmal: "Laß mich gefälligst in Ruhe!" und gehe einfach. Deine Reaktion in dem Moment wäre bei guter Laune sicherlich ungefähr: "Häh? Gehts noch? Was hat DIE denn....." mit einem Kopfschütteln.... Und Du würdest Dir denken, wenn die net mit mir reden will, soll sie halt einfach weitergehen - aber sie kam her und hat angefangen, und dann geht die einfach..... :-)
Abgesehen davon: wie schon geschrieben: Du kannst am Verhalten des Anderen nichts ändern. Also zeig ich meinen Hund mit dem "Warte", wie er sich verhalten kann, um solche Situationen gelassen hinter sich zu bringen. Alternativ, wie gesagt, laß ich den Hund gar nicht erst hin, wenn ich Angst habe, Hündchen könnte bei vollkommen normaler Kommunikation Schaden nehmen, oder wenn ich weiß, daß mein Hund eben einfach nicht adäquat kommuniziert /kommunizeren kann, wie z.B. meine Frieda durch ihre Blindheit. Aber ein eingreifenin so ner Situation ist nicht die Lösung der Wahl, weils einfach die Eskalation hervorrufen kann. Nicht muß, aber kann.
Manchmal glaube ich übrigens, daß (auch und gerade) hier im Forum viele Halter ihren Hunden schlichtweg zu wenig zutrauen, und zu viel abnehmen. Hey - die sind besser in ihrer Kommunikation als wie je werden könnten, obwohl wir sprechen können! Und dann frage ich mich, was war zuerst da - kann der Hund vielleicht nicht adäquat kommunizieren, weil ers (dank zu viel Betuddeln?) einfach nicht lernen konnte, oder müssen die Halter ihnen das tatsächlich abnehmen, weil die Hunde (überzüchtet? verweichlicht?) nicht mehr kommunizieren können heute? Oder nehmen die Halter ihnen das ab aus übergroßer Angst, es könnte was passieren, weil sie schlichtweg ihre Hunde nicht (mehr) lesen können? Wie war doch gleich der Lieblingsspruch meiner Staffel-Ausbilderin: "Vertrau Deinem Hund". Klar - man muß manchmal eingreifen, v.a.wenn man weiß, man hat da nen kleinen Pöbler sitzen. Aber man sollte halt auch wissen, wanns angebracht ist, und wann man besser machen läßt. Das ist schwer, und in vielen Hundeschulen wird das einfach nicht gelehrt, denn dazu muß man auch lehren, wie man einen Hund liest.... Das erscheint mir manchmal schon "höhere Schule" für Viele.... Aber genug philosophiert.... *gg Ging ja um Deine Frage, warum nicht in dieser Situation eingreifen.
Edit: oh Gott, so viele Fehler - sorry, bin auf Arbeit......