@BieBoss :
.......Das mit dem mental stärker / schwächer versteh ich nicht ganz, wenn im Miteinander was läuft, was ich nicht für richtig halte, greife ich ein.
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Schwer zu beschreiben..... Die Frage ist halt immer, was hälst Du für nicht richtig. Ich sehe in der beschriebenen Situation nur ganz normale Kommunikation. Nichts eskaliert, keiner wird verletzt. Also lasse ich es laufen, weil ich weiß, die diskutieren einfach nur aus, ob einer jetzt stehenbleibt oder nicht. Das ist für mich komplett richtiges Verhalten. Würde Newton jetzt übermäßig bedrängt, ließe der andere Hund den nimmer weg, würde ich auch sagen, das sei unverhältnismäßig und würde dazwischengehen.
"Nicht richtig" heißt für mich (also ganz individuell), daß ein Hund nicht klar kommuniziert, Unsicherheiten ausnutzt zum Mobben oder aus nichtigen Gründen "hochgeht", also von der Stärke her nicht adäquate Reaktionen zeigt. Oder nicht so reagiert, wie ein normaler Hund reagieren würde. Wenn er zB ohne Grund einen anderen anfällt. Oder einer der Hunde generell extreme Unsicherheit zeigen würde. Keins von diesen Dingen lag in der beschriebenen Situation vor.
Wenn für Dich "nicht richtig" schon Situationen sind, in denen zwar kommuniziert, aber dabei Dominanz (das Wort kannst Du auch als Äquivalent zu dem o.g. Ausdruck "mentale Stärke" nehmen, fällt mir grade auf) eingesetzt oder demonstriert wird, wirst Du zwangsläufig früher reagieren, ganz klar.
Das tust Du, indem Du dann Begegnungen ausweichst, wie Du beschreibst, oder frühzeitig eingreifst. Wahrscheinlich indem du den Hund zurückrufst oder so. Das ist auch ok. Aber man muß doch nicht, wenn man weiß, man kann es nicht aushalten, daß der Hund die Situation 2 Sekunden ertragen muß, die Hunde überhaupt erst zueinander kommen lassen. Denn in der Situation einzugreifen bedeutet für mich nicht mehr, rechtzeitig einzugreifen. Rechtzeitig wäre vorher, bevor es eskalieren könnte.
Falsch ist das sicherlich nicht. Es gibt die Möglichkeit, zu sagen, ich regle alles (Riskante) für den Hund. Dann muß ich halt vorausschauend gehen und rechtzeitig handeln, abrufen etc.. oder den Hund dauernd neben mir haben. Weil der Hund damit nicht unbedingt lernt, solche Situationen allein zu bewältigen (ist einfach ne Frage der Einstellung, wenn man sagt, warum sollte er die bewältigen müssen) und er sich dann auf mich verläßt.
Und es gibt die Möglichkeit (die bevorzuge ich), dem Hund beizubringen, wie er in riskanten Situationen handeln soll und kann. Ich empfände es als Entmündigung des Hundes, wenn ich mich dauernd in Situationen einschalten würde, die er von Natur aus viel besser regeln kann als ich, weil der viel feiner als ich kommunizieren kann (ebenfalls Einstellungssache). Wenn er das gelernt hat, kann er auch ruhig mit solchen Situationen umgehen, und ich erspare mir die Arbeit, dauernd unterwegs gucken zu müssen, ob ich jetzt gleich was regeln müssen könnte. Und ich bin notorisch faul- ich lasse ihn, nachdem ich ihm gezeigt habe, wie ich das wünsche (nämlich nicht einfach "drauf und Gegner plattmachen" *gg), gerne selbst machen. Unser Rückruf funktioniert auch nur deswegen so toll, weil ich zu faul war, an der Leinenführigkeit zu arbeiten. Meine Hunde laufen fast nur leinenlos *gg, und das geht nur wegen des tollen Rückrufs.
Nicht, daß das mißverstanden wird: wenn mich meine Hunde in unvorhersehbaren Situationen brauchen, bin ich trotzdem verläßlich da - wenn zB ein Rüde die läufige Biene zu sehr bedrängen würde, oder ein Fremdhund sich aggromäßig ohne Grund auf einen meiner Hunde stürzen würde, aber auch, wenn Frieda meint, der friedliche neugierige Schnupperhund an ihrem Poppers muß gefressen werden, greife ich schon ein. Aber Alltagsdinge lasse ich die Hunde einfach selbst regeln. Aber ich hab auch dafür gesorgt, daß sie das können. Einfach reinschmeißen ins Getümmel geht natürlich net. :-)