....Momentan machen wir gar nichts hinsichtlich Hundeschule usw. Geht sich mit Baby, Kindern und Mann einfach nicht aus. Naja, vieles kann man ja alleine üben und Hunde treffen wir täglich im Wald.
Wir wollen uns auf jeden Fall mal bezüglich der Rescue Dog Ausbildung erkundigen...
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Also, EINEN Tip kann ich Dir diesbezüglich schonmal geben, ganz blind: wenn Du ernsthaft nicht mal Zeit für 2 Std. die Woche Hundeschule hast, dann laß es..... Ich sprech da aus der Erfahrung mit meiner Staffel, die sich mit den Erfahrungen Anderer deckt: Training in der Rettungshundestaffel bedeutet, einen Tag, wenn nicht gar zwei in der Woche, zum Training zu gehen. Ein Tag davon ganztägig.
Dazu kommt Theorie, die "nebenbei" absolviert werden muß: Funken, Karte/Kompaß (auch Orientierung genannt), Erste Hilfe-Kurse Hund UND Mensch, Kynologie, Suchtaktik, Wetterkunde/Witterung, Verhalten vermißter Personen, evtl. Theorie für Spezialgebiete wie Wassersuche oder Lawinenkunde in den Bergen oder Trümmerkunde für die Trümmersuche, und - last but not least - die Grunderziehung. Die Unterordnung läuft MINDESTENS auf BH-Niveau, wenn nicht noch mehr (bei uns kommt Voraussenden/Detachieren dazu, eine Trageübung, Maulkorbtragen, Steh aus der Bewegung....). Und das macht man in der Regel nicht beim Training, weil die Zeit für die Ausbildung zur Suche benötigt wird. Das muß also auch in Deiner Freizeit passieren. Bei vielen Staffeln ist sogar die (spätere) BH inzwischen Voraussetzung für die Aufnahme, bzw. Prüfung, wird aber trotzdem bei jeder Prüfung aufs Neue abgefragt.
Weiß natürlich nicht, wie das in anderen Ländern so läuft, aber ich denke, die Voraussetzungen (und der Zeitaufwand) werden sicherlich ähnlich sein.....
Was dann nach der Prüfung dazukommt, sind die Einsätze, vorzugsweise nachts - wenn tagsüber demente Personen nicht daheim sind, kein Problem. Abends um 22 Uhr fällt´s dann auf, wenn man gute Nacht sagen möchte, daß die Leute fehlen. Dann wird selbst gesucht, Freunde angerufen, das Haus abgesucht, die Umgebung gescannt - und gegen 0 Uhr wird mal dran gedacht, die Polizei zu informieren, und nach ner Stunde oder zwei denken die daran, die Rettungshundestaffeln zu alarmieren - und dann mußt raus ausm Bett. Mit kleinen Kindern u.U. schwierig, wenn die dann alleinbleiben würden, oder der Partner Schicht arbeitet und nachts daher net da ist zum Aufpassen. Oder wenn Du morgens die Kinder zur KiTa bringen mußt nach nem Einsatz (oder man ist eben noch unterwegs auf Einsatz). Man kann ja die Kinder net alleinlassen....
Das ist echt ein Job, da muß die ganze Familie dahinterstehen. Entweder man hat eh keine, dann ist´s kein Thema - oder man hat bald keine mehr, wenn der Partner nicht 100%ig mitmacht *ggg Ok - das ist böse ausgedrückt, aber etliche Staffelkolleginnen haben das schon berichtet, daß dieser zeitintensive "Nebenjob" des Rettungshundeführers beim Partner auf Dauer zu Problemen in der Partnerschaft geführt hat. Hundeschule ist halt einmal die Woche - ok. Wenn ein Partner sich nen Hund geholt hat, wo der andere sagt "mach halt" und sich nicht kümmert - ok. Aber bei dieser Arbeit, da muß der Partner 100% dahinterstehen, sonst wird das auf Dauer wahrscheinlich nicht klappen. Wäre schade - der Hund ist dann ausgebildet, aber man kommt nimmer....
Das nur mal meine Gedanken bei Deiner Aufzählung zum Thema Hundeschule geht nicht, da zu wenig Zeit.... Das wär ja nur einmal die Woche für 1-2 Stunden.... Und Rettungshundearbeit verlangt da doch "bisserl" mehr Zeit ab. Das ist vielen interessenten vorher gar nicht bewußt. Die Arbeit ist toll, keine Frage - aber halt auch nicht ganz "ohne" in Sachen Zeitaufwand.
Aber - um Dir das nicht nur "mies zu machen": es ist wahnsinnig toll, wenn dann dank der vielen Arbeit alles wie gewünscht geklappt hat, und die Zusammenarbeit mit dem Hund so funktioniert, daß man richtig im Team arbeitet! Ich würde es jederzeit wieder machen - einfach klasse! Wenn man die Möglichkeit hat, ist es richtig toll. Und gehen tut alles: man muß halt nur vorher auch damit rechnen, was auf einen zukommen kann, und bereit sein, die Zeit zu investieren. Denn allein die Ausbildung dauert 2-3 Jahre, und schon während der Ausbildung kommen Einsätze als Helfer auf einen zu, bei denen man schon die Theorie anwenden kann: Funken, Orientierung, erste Hilfe (bei einem Fund des begleiteten Hundeführers), die gewählte Suchtaktik mit dem Hundeführer besprechen etc.