Du schriebst:
"......wie hat euer erster Hund eure heutige Hundewahl beeinflusst?
War euer erster Hund ein Zufall?
Habt ihr euch die Rasse/Mischung/Typ bewusst rausgesucht?
Hat die damalige Rassewahl damals gepasst, aber heute nicht mehr? (bei denen, die die Rasse welchselten)
Oder war eure Rassewahl in der Theorie vielleicht sogar richtig, aber in der Praxis doch nicht so wie gedacht?"
Also - der Ersthund bisher nicht (wird aber!), und der zweite hat die Wahl des Dritten verursacht :-)
Ich wollte niiiiemals nen Pudel oder Terrier haben - wenn Hund, dann bestimmt nicht die! Niiiemals!
Biene als Ersthund hab ich gekauft, weil ich wollt nen Hund. Eine Dogge war immer mein Traum, aber meine Tochter noch zu jung und nicht kräftig genug, selbige beim Gassi zu halten. Also mußte es "ein bisserl kleiner" werden. OK - im Tierschutz gesucht. Fündig geworden, aber net bekommen - weil Kindchen könnte ja irgendwann mit der Schule fertig werden und dann ausziehen.... War ein kleines weißes Wuschelmix, ca. 40-45 cm, hieß Concha, eine Spanierin. Schade.....
Daher sind wir auf den lokalen Kleinanzeigenmarkt gegangen, und fanden dann "ein bissel kleiner" in einem "Unfallwurf" (damals wußte ichs noch net besser)- unsere Biene *ggg Mit 5 Wochen zum ersten Mal besucht. Angeblich die Frechste im Wurf. Hab ich nix von gemerkt, die schlief die ganze Zeit - fast.... Als sie dann wach war, fing ich an, zu verstehen. *hust... Die mußte es sein! Ein Zwergpudel-Pinscher-Mixchen (auch fast ne Dogge, jaaaaaa *gg)! Also war der Ersthund nicht wirklich bewußt ausgesucht oder auf irgendwelche Bedürfnisse, Anforderungen und dergleichen geachtet - vorbildlich *ironieoff... Mit 8 Wochen zog sie dann bei uns ein. Sie kam, sah und siegte, und ist heute noch genauso unglaublich frech wie damals. Mit eineinhalb Jahren fingen wir dann eine Ausbildung zum Rettungshund an, wo sie sich supergut macht. Ein Traum zum Arbeiten, dieser Hund. Jederzeit wieder, ich glaube, zum Arbeiten bleibe ich beim Pudel (Biene hat inzwischen sogar meine Schwester inspiriert - ehem. Schäfermix-Halterin, mutierte sie zur Halterin eines - schwarzen Gummiflummi-Zwergpudels, der sich zum Kleinpudel gemausert hat).
8 Monate später ging´s mir wohl grad zu gut, Biene war mehr oder weniger "BH-fertig", wie meine Trainerin bestätigt hatte, und ich stand eines Tages mit Schwesterchen im Tierheim, so wollte mir nen Boxer zeigen, in den sie sich verguckt hatte. Mit fiel auf, daß es da fast nur große und Listenhunde gab, und fragte nach kleineren Hunden. Ja, sie hätten da nur 2 Pudel, die aber erst reingekommen wären, vernachlässigt, die müßten erstmal ankommen, geschoren werden etc. - und da hinten in dem Zwinger noch "so´n Terrier" (da war so n gaaanz leicht abfälliger Tonfall...). Ihr ahnt, was kommen mußte. Töchterchen (hatte inzwischen über den Hundeverein eine große Liebe zu Airdales entwickelt!) schaut mich an und sagt - "geh mer gucken?" Na gut, schauen kost ja nix, wie der Franke so schön sagt (ich sollte es besser wissen, war ja da schon keine 15 mehr!). Gehen raus, der Hund war im Außenbereich des Zwingers und stehen - vor einem "Airdale im mini-Format", der sich grad totfreut angesichts unserer Aufmerksamkeit, den hat´s bald zerrissen vor Wedeln..... Ein Blick, und ich wußte, den werd ich nimmer los... So ging statt meiner Schwester mit dem Boxer ich mit dem Vertrag für Bossili (Jagdi-Foxl-Mix) aus dem Tierheim raus. So kommt´s oft unverhofft..... Bis zum Abholdatum (er sollte erst kastriert werden, und ich mußte Genehmigung des Vermieters einholen) hab ich mich dann erstmal zum Thema Jagdterrier schlau gemacht. Naja - paßte zu dem, was ich von dem Hund im Tierheim an dem Nachmittag kennengelernt hatte. Wir durften uns mit ihm im Auslauf beschäftigen, und dort ist er einfach nur gerannt gerannt gerannt.... Hat Biene übern Haufen gerannt, wurde von ihr keifend durchs komplette Gelände gescheucht (juhu sie wehrte sich, ich hatte Angst, der Temperamentsbolzen würde sie einfach plattmachen - nene, sie ist der Chef - bis heute!), hat sich über uns gefreut, uns abgesprungen, NULL gehört, und das Ganze einfach so charmant, daß ich wußte, es wird lustig... Heimgenommen haben wir ihn also dann nach intensivsten Erkundigungen zur Rasse, Telefonat mit Vorbesitzer (die hatten ihre Nummer rausgeben lassen), in vollem Bewußtsein dessen, was uns bevorstehen würde.
Ich würde sagen - der Kerl ist einfach genial, jederzeit wieder, und ich fürchte, ich werd von den Jagdi nimmer so ganz wegkommen! Insofern: ja, hat er definitiv mit Sicherheit die Wahl des nächsten Hundes beeinflußt!
Der lebende Beweis sitzt in meiner Wohnung: Frieda.
Ich war irgendwann (vor Weihnachten 2008, also gar nicht lange nach Bossis Ankunft) am Surfen (grooooßer Fehler, soll man nie tun, und schon gar net auf Tierschutz-Websites). Stieß auf einen Hilferuf: eine blinde, auf Hunde aggressiv reagierende 8jährige (also auch nimmer ganz "frische") Jagdterrine saß in der Tschechei in ner Box und sollte endlich vermittelt werden, weil sie in Anwesenheit der anderen Hunde in der Auffangstation nur Streß hatte, Dauerstreß. Mußte ihr Leben seit 7 Monaten in dieser Box fristen (!), weil sie auf alle anderen Hunde (bis auf einen einzigen Kumpel!) losging. Durch Bossi konnte ich in etwa einschätzen, was das für dieses arme Tier bedeuten mußte. Oh je - die mußte dort raus! Unbedingt, sofort! Und natürlich uuuunbedingt zu mir. Weil mit 2 Hunden braucht man unbedingt einen Dritten, der auf Hunde losgeht *hust...... Aber: meine geschilderte Erfahrung und das Vorhandensein eines Jagdis und meine Überzeugungskraft haben wohl den Sieg davongetragen. Am 5.2.2009 konnte ich meine Frieda nach einer ganztägigen Fahrt seitens diverser Tierschützer von der Tschechei über Wien, Regensburg und Passau um 23 Uhr auf einer Autobahn-Raststätte (ich weiß, macht man sonst nicht - aber die hätten sonst noch weiter fahren müssen und mußten ja wieder zurück, und ich konnte ja auch ein Stückerl entgegenfahren, oder?) entgegennehmen (die sind extra ganz privat nur für Frieda gefahren, weil sie wußten, daß dieser Hund ein neues Zuhause bekommen sollte, außerhalb sonstiger geplanter Hundetransporte) - und sie springt aus dem x-ten wildfremden Auto an dem Tag, wedelt freudig (die ist echt hardcore, mit der kannst offenbar alles machen), und dackelt einfach rum, macht Geschäftchen, und freut sich über uns. Und springt problemlos in die nächste Box in meinem Kofferraum. Und dann war sie noch so viel kleiner als Bossi - ich war bin (immer noch) verliebt.... Wir haben dann auf dem Parkplatz noch den Vertrag unterschrieben und offizielle Übergabe gemacht, dann durften wir heim.
Nunja - nach anfänglichen Problemen (sie ging in einem unbeobachteten Moment, wo ich sie "gesichert" wähnte, auf meine Biene los, und zwar in deutlich mörderischer Absicht!) -kein Wunder bei so ner Konstellation- haben wir unseren Weg miteinander und den anderen Hunden in der Wohnung gefunden. Die Maus ist einfach nur Zucker (solange kein Hund was will von ihr), ist trotz ihres Alters genauso bekloppt wie Bossi, und ich glaub, ich bin so irre und würde sie jederzeit wieder da rausholen.
Fazit: ich wollte nienicht Pudel und Terrier, sitz jetzt da mit Pudel und ZWEI Terriern, und werde wohl auch noch (diesmal dann freiwillig *gg) daran hängenbleiben :-) :-) Das ist einfach meins, vom Temperament her, da paßt einfach alles. Vielleicht haben genau diese Rassen MICH gesucht? Ich weiß es nicht.....
Klar - gibt auch noch (mindestens *lach) tausend andere interessante Rassen (hab schon geliebäugelt mit Schnauzern und einigen Anderen). Aber mit Schwesterchens erstem Schäfi hab ich einfach erlebt, daß man mit nem großen Hund viel mehr aufpassen muß, nirgendwo anzuecken. Und mit den irren Kleinen erntet man bei "Danebenbenehmen" bestenfalls ein Schmunzeln, schlimmstenfalls ein genervtes Gebrummel, aber mit Sicherheit keine Anzeigen o.ä., man kann sie überall mit reinnehmen, öfter leinenlos laufenlassen, weniger Leute haben Angst, sie sind einfacher unterzubringen im Auto (3 Großhunde würden auch den besten Kombi sprengen), etc. etc. Und arbeiten können sie wie die Großen.