Also ich bin 30 Jahre mit Hund aufgewachsten, sie wurden zwar fast nicht erzogen, war hald früher so und ich mach es nun mal umbedreht........
Nun ja - die Absicht, das jetzt mal umgekehrt zu machen, ist ja an sich sehr löblich. Aber Du darft halt dabei auch nicht vergessen, daß Du im Prinzip dann als Hundetrainer jemand bist, der auch schwierige Probleme eines evtl. schon sehr hundeerfahrenen Halters zu lösen haben wirst. Ich selbst würde mich nicht als Trainer sehen, habe auch keinerlei Ausbildung, geschweige denn Prüfung, dahingehend. Aber nach nunmehr fast 9 Jahren Mehrhundehaltung könnte ich jede Deiner Fragen (nach Rassen/Eigenschaften/Eignung etc.) für mich gut und zufriedenstellend beantworten. Und Du als angehender Trainer mußt Dich da selbst noch von einem Trainer beraten lassen?
Die ganze Art und Weise hier schreit in meinen Augen (ich kann nur das bewerten, was Du hier schreibst, nicht Dich selbst, ganz klar, also mißversteh das bitte nicht als persönliche Kritik an Dir!) danach, daß Du eigentlich (bisher!) keine Ahnung hast von gezielter Hundeausbildung , bislang noch nichtmal einen einzigen Hund selbst ausgebildet hast, ja nicht einmal die Eigenschaften einzelner Rassen zu kennen scheinst - und dabei gehe ich davon aus, daß jemand, der auch nur für 10 Pfennige Interesse an Hunden besitzt, zumindest die gängigsten Rassen und ihre Eigenschaften zumindest rudimentär zu unterscheiden weiß.
Ganz ehrlich - hier im Forum gibt´s Dutzende, die allein aus Interesse am eigenen Hund in nur 2-3 Jahren Hundehaltung mehr Wissen angesammelt haben, und Dir die gestellten Fragen im Halbschlaf beantworten könnten. Ich selbst finde, daß jemand, der so wenig Erfahrung mit Hunden mitbringt (und ein Hund, der einfach nebenher laufengelassen wird, bringt keine Hundeerfahrung, selbst wenn er 50 Jahre lang nebenherliefe *gg), nicht die optimalen Voraussetzungen für eine Tätigkeit ausgerechnet als Hundetrainer mitbringt. Daß man sich auch als Trainer mal beraten läßt, wenn man unschlüssig ist und sich zwischen 2 Rassen entscheiden muß, ok - aber so vollkommen unentschieden zwischen Rassen hin- und herzuswitchen, und dann noch Angst davor zu haben, der Hund könnte einen "stressen" (für jeden Trainer eine Herausforderung, einen "stressenden" Hund zu trainieren und irgendwann im Normalzustand zu zeigen), ich weiß nicht..... Das kommt mir ein bißchen so vor, als würde ich als Betriebswirt mich um ne Stelle als Doktorand an der physikalischen Fakultät bemühen (ok - ich weiß, wie man das Wort Physik schreibt....*hust...), wo ich angehenden Physikern die Grundlagen der Physik beibringen möchte.
Drücken wir´s mal so aus: würde ich nen Hundetrainer für ein besonderes Problem suchen, dessen kynologischer Lebenslauf sähe sicherlich anders aus......
Nicht umsonst gibt´s bei uns in der Rettungshundestaffel Voraussetzungen für einen angehenden Ausbilder, u.a. daß man mindestens soundsoviele Teams ausbildungstechnisch zur Prüfungsreife gebracht haben muß, und auch mit dem eigenen Hund schon Prüfungen gelaufen sein muß in dieser Sparte, bevor man sich überhaupt um die Prüfung zum Ausbilder bewerben kann. Davor steht eine Zeit von mindestens 2 Jahren Praxiserfahrung als Ausbilderanwärter, wo man einfach nur Mitläuft und sich Wissen aneignet, und sukzessive versucht, selbständig Problemlösungen zu finden, vorzuschlagen und unter Beobachtung eines Ausbilders umzusetzen.
Wie gesagt: die Idee, sich vor dem nächsten Hund entsprechendes Wissen anzueignen, finde ich goldrichtig, und jedes Engagement von Dir in diese Richtung sicherlich klasse. Aber bevor ich mich zum Trainer Anderer aufschwinge, sollte ich zumindest die Basics der Hundeerziehung am eigenen Hund erfolgreich ausprobiert haben. Also nicht am Hund der Hundeschule (der bestimmt auch nicht immer noch ganz unausgebildet ist), sondern am eigenen.
Bei der IHK gibts zB allein für den Vorbereitungslehrgang zum Hundeerzieher schon die Zugangsvoraussetzungen:
- Nachweis der Berufserfahrungen (Vorgabe: mindestens 2 Jahre)
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- Abweichend kann auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zu haben, die eine Zulassung zum IHK-Zertifikat rechtfertigen.
Quelle: Vorbereitungslehrgang für "Hundeerzieher und Verhaltensberater (IHK)" - IHK Potsdam