Beiträge von BieBoss

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    .......aber er fixiert alles wenn ein Mensch vorbei geht wenn ein Vogel fliegt wenn ein Pferd auf der Koppel steht egal was dann fixiert er und ich kann machen was ich will bekomme von ihm keine aufmerksamkeit mehr.


    Frage dazu: was machst du dann in der Situation, wie reagierst Du? Wenn Du dann nämlich stehenbleibst, bestätigst Du ihn ja nur noch. Besser ist in solchen Situationen, einfach weiterzugehen mit dem Kommando WEITER oder was auch immer Du eben verwenden möchtest.
    Damit signalisierst Du auch gleichzeitig, daß das Tier, dem er nachguckt, völlig normal und uninteressant ist, und gibst dem nicht noch zusätzlich Bedeutung, indem Du dann mit ihm zusammen dastehst, und Zirkus machst, um ihn zum Weiterlaufen zu bewegen. Das signalisiert dem Hund nur, daß das andere Viecherl was Besonderes ist und bestätigt ihn.
    Versuch das doch mal...
    LG,
    BieBoss

    Hach, schon wieder das leidige Thema "Monsterhund Jagdterier"...... *gg
    Erstens: der Hund braucht KEINE Rund-um-die-Uhr-Beschäftigung (das dreht ihn nur künstlich hoch!), mir macht er Deiner Beschreibung nach eher den Eindruck, daß er BISHER einfach nicht ausgelastet worden ist, sondern eher als liebenswerter "Haustyrann in Vollzeit" tätig war. Will heißen, mit ein bißchen Erziehung ist das in den Griff zu kriegen.
    Ansonsten: wenn der Hund Gesellschaft anderer Hunde daheim hat (und auch daheim mit denen mal toben darf - mag ja nicht jeder, bei mir geht´s, die sind ja beide recht klein), und unterwegs ab und an ein paar Nasenspielchen gemacht werden, und er gelernt hat, daß daheim Ruhe angesagt ist, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Schick ihn, wenn er keine Ruhe findet, ins Körbchen, und sei dann (immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit) konsequent. Mehr braucht es nicht. Wenn Du Körbchen sagst, bleibt er - bis Du ihn wieder freigibst.- Notfalls zusammen mit nem Knochen, damit er beschäftigt ist und evtl. vorhandenen Streß abbauen kann.
    Allgemein: der Terrier in ihm wird immer mal wieder ausprobieren, wie Fraule/Herrchen heut so drauf ist. Ist sie/er noch müde, kann man ja mal versuchen, ein Kommando zu "überhören", wird Hundi herangerufen, kann er austesten, ob er wirklich schon beim ersten Abruf kommen muß etc. Die nutzen halt jede Chance, deswegen ist gerade bei denen die Konsequenz ungeheuer wichtig.
    Aber man darf auch nicht die andere Seite übersehen: ich habe die Jagdis bisher als unheimlich anhänglich erlebt, meiner ist ein Schmusekatze vorm Herrn, der steht still wie ein Zeck, wenn ich ihn kraule, wenn mir danach ist, kann ich ihn total glücklich machen, wenn ich ihn auf den Schoß nehme und ihn kuschel, dann liegt sein Köpfchen einfach total relaxed auf meiner Schulter. :liebhab: Und eigentlich ist meiner ein richtiges kleines Sensibelchen..... Wenn ich mal laut werde daheim (zwangsläufig, wenn ich z.B. nach meiner Tochter plärre, die grad mal wieder bei voll aufgedrehtem Radio in ihrem Zimmer hockt), zuckt der arme Kerl zusammen, springt auf und verläßt den Raum oder kriecht unter die Eckbank. Anfangs hat er sich sogar verkrochen, wenn er sich mal übergeben mußte, und das dann auf dem Teppich gelandet war. Ganz schuldbewußt und verschüchtert hat er mich dann angekuckt, und verzog sich mit eingezogenem Schwänzchen.... Da hat ihn offenbar mal jemand schwer beeindruckt (Vorbesitzer?)...
    Deswegen: Konsequenz: ja, Strenge, ja - aber trotzdem eine liebevolle Behandlung.
    Und das mit der Schmerzempfindlichkeit so pauschal ist absoluter Quatsch! Ja -wenn die auf Jagd sind, sind die schlicht und ergreifend so "weg", daß sie nichts mehr wahrnehmen außer ihrem Job. Aber das ist IM TRIEB!! Das bedeutet um Himmels Willen NICHT, daß sie daheim kein Problem mit Schmerzen hätten, oder daß Verletzungen bei denen weniger gefährlich wären! Meiner jault genauso wie die Kleine, wenn ihm wer versehentlich auf die Füße steigt oder er sich im Alltag verletzt. Im Spiel merkt er´s vielleicht nicht gleich, weil ihm das Rennen wichtiger ist in dem Moment - aber liegt er daheim dann im Körbchen, wird das Füßchen schon liebevoll abgeschlabbert und beim nächsten Gang geschont (zumindest bis zur nächsten Katze im Sichtfeld... *gg). Einmal hatte er nicht mal gemerkt, daß er im Wasser in ne Glasscherbe getreten war (das kühlt ja auch noch dazu), aber hinterher dann hat er schon deutlich gemacht, daß ihm das wehtat. Nicht jammernd, aber den Fuß halt geschont.
    Meiner liegt daheim völlig "gechilled" (würde mein Töchterlein jetzt sagen ) im Körbchen, zeigt mir den Bauch zum Kraulen, wenn ich vorbeigehe an ihm, und schnarcht oft vor sich hin. Ab und an schaut er vorbei, ob nicht einer Lust hat, ihn ein bißchen zu kuscheln oder hochzunehmen auf den Schoß, wenn nicht, geht er die Biene ein bisserl ärgern, kullert sich mit ihr wild tobend durch den Flur, und pennt weiter. Erst, wenn ich die Schuhe anziehe, kommt er mal in den Flur gewackelt, und sobald ich zur Leine greife, kommt Leben in das Bündel: Wedeln, leuchtende Augen, Hochspringen und mich bellend auffordern, ENDLICH die Türe zu öffnen. ;-) (mach ich erst, wenn er anständig sitzt und ruhig ist....).
    Und wenn ich unten dann die Haustüre aufmache und die beiden freigebe (bei uns geht das zum Glück), dann geht die Post ab - erstmal sprintet der los (meist mit der Kleinen zusammen) wie von einer Sprungfeder angetrieben, und dann wird nur noch gerannt: vor mir her, zu mir zurück (er soll nicht zu weit weg), in den Park, und wenn dann noch seine Kumpels zum Rennen da sind (er läßt sich inzwischen auch aus dem Spiel abrufen), dann ist Ostern und Weihnachten gleichzeitig.... *gg Anschließend ist er dann auch netterweise in der Lage, gesittet neben mir weiterzugehen, wie sich das gehört....
    Was er auch toll findet: Zerrspiele. Dabei kann er sich so richtig verausgaben. Und das ist eine Sequenz aus dem Jagdverhalten, die er bei mir (ohne dabei anderen Tieren Schaden zuzufügen) ausleben darf.
    Klar, man muß IMMER gucken, immer schneller sein als er beim Sichten von Wild. Aber inzwischen, mit viel Gehorsamsarbeit ( und er liiiebt Unterordnung mit mir, wird dann auch mit Zerrspiel bestätigt am Ende - zwischenrein nur Leckerli, sonst dreht er zu sehr auf), hab ich ihn so wiet, daß ich ihn von Spuren problemlos abgerufen kriege. Nur bei Wildsichtung kennt er nichts mehr.
    Aber auch das hat lang genug gedauert, es muß erstmal eine Bindung entstehen (Du hast den Hund ja glaub ich erst recht kurz), und der muß ja auch erstmal lernen, daß es sich lohnt, zu Dir zu kommen, daß es immer viel Spaß gibt, wenn Du ihn rufst. Daher auch nicht nur rufen, um ihn anzuleinen, wenn Du einen Hasen gesehen hast, denn nach dem zweiten Mal Abrufen zum Anleinen schaut sich der Hund um und fragt: Achja - wo ist der Hase, danke für den Tip..... *gg Heranrufen, Spaß haben, weiterschicken, in 90% der Fälle. Ganz selten anleinen, und auch dann mal gleich ne Minute später wieder laufenlassen. Einfach, damit nicht verknüpft wird, daß Heranrufen gleichzusetzen ist mit "Ende vom Spaß", das ist gerade bei den Jagdis wichtig, damit der Abruf möglichst zuverlässig wird. (das Gnaze anfangs natürlich in sicheren Gebieten, evtl. eingezäunt - kannst Du an irgendeinem Hundeplatz üben?)
    Seit einiger Zeit traile ich mit ihm, und gerade gestern durfte er sogar dreimal jemanden suchen (so max. 200-300 Meter nur!) - der ist auf dem Zahnfleisch zurückgekrochen ins Auto..... Gestern lag er den ganzen Tag nur irgendwo im Eck und hat sich nimmer vom Fleck gerührt... ;-)
    Denn für die Suche braucht er Konzentration (deswegen auch klein anfangen), und die Nasenarbeit selbst schlaucht auch a weng - so kriegst den verrücktesten Jagdi artgerecht ausgelastet. Denn für ein solches Nasentier gibt´s nunmal nichts Schöneres als die Nase arbeiten zu lassen. Und wenn Du das mit ihm machst, braucht er sich selbst keine Beschäftigung zu suchen (Zerstören o.ä. nette Dinge...).
    Wünsche Dir ganz viel Spaß mit dem Süßen!
    LG,
    BieBoss

    Meine beiden haben, so lange ich MM gefüttert habe, auch immer einen vollen Napf zur Verfügung gehabt. Sind aber auch beide in keinster Weise futterneidisch. Eben mit dem Hintergrund wie schon hier erwähnt: kleine Futtermengen sind gesünder, es wurde nur gefressen, wenn sie wirklich Hunger hatten. MM wurde sogar unterwegs als Leckerli akzeptiert, wenn das Probleme gemacht hätte, hätt ich eben Wurststückchen mitgenommen als Leckerli.
    Erst, seitdem sie gebarft werden, gibt´s nur noch einmal am Tag - wobei ich bereits vorher festgestellt hatte, daß tagsüber immer nur 1-2 Bröckchen gefressen wurden, die richtige Mahlzeit wollten beide erst abends zu sich nehmen - nach dem letzten Gassigang ging´s dann los mit Futtern... ;-) Insofern hatte ich dann kein schlechtes Gewissen, wenn nicht den ganzen Tag rohes Fleisch in der Küche im Napf rumlag.... *gg
    LG,
    BieBoss

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    BieBoss, wo kommst Du eigentlich her, weil da Süddeutschland steht. Ich bin aus dem Ostallgäu Nähe Landsberg am Lech.


    Hi, Schara,
    Landsberg ist weiter südlich. Komme aus dem Fränkischen, ca. 250km weit weg von Dir. Also für einen Landsberger wohl schon fast nördlich des "Weißwurstäquators" *gg
    LG,
    BieBoss
    PS: ha - hab grad festgestellt, daß ich am 9. Oktober abends fast bei Dir an der Haustüre vorbeigefahren bin (A 96) auf dem Weg von Kempten nach Hause.... ;-)

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    ....Könnte das nicht ertragen, meiner Kleinen (oder irgendeinem anderen Hund) absichtlich Schmerzen zu bereiten, obwohl man Gewisse Dinge auch mit Geduld und Training ändern kann. :/


    Ich gebe zu bedenken: Würdest Du das auch sagen, nachdem Dir Dein Hund schon mehrere Male jagend "ausgekommen" ist, und Du ihn nach einer wilden Hetzjagd über diverse Bundesstraßen endlich wiedergefunden hast?
    Was meinst Du, was der Hund für Schmerzen erleidet, wenn der mal angefahren auf der Straße liegt.... (ganz zu schweigen von Deinem Geldbeutel, wenn Du für den Schaden am Auto oder gar dem Fahrer aufkommen darfst! Weiß nicht, ob sowas bei der Haftpflicht mitversichert ist....) Dagegen wäre ein Stromstoß wohl noch die "freundlichere" Variante..... - ohne, daß ich den jetzt als Allheilmittel für Jedermann propagieren möchte, beileibe nicht, aber man muß die Konsequenzen kennen aus der Weigerung, dem Hund für EINEN MOMENT (oder einige kurze Momente, bis ers eben kapiert hat) keine Schmerzen bereiten zu wollen.... Sonst kann man nicht neutral entscheiden, ob man sowas für sich einsetzen möchte oder nicht.

    "Gewisse Dinge" ändern kann, ja - aber wenn sie nicht änderbar sind? Ein hoher Jagdtrieb ist nicht erziehungsabhängig, das ist schlicht und ergreifend Veranlagung, und die sitzt in den Genen, die wirst Du auch nicht komplett loswerden, wenn Du den Hund mit hunderttausenden Wattebäuschchen erstickst und mit Alternativverhaltensweisen vollpumpst..... (ich übertreibe bewußt...) Unter Kontrolle kriegen, ja, wenn man gut aufpaßt, den Hund auslastet etc., nicht in der Dämmerung am Waldrand spazierengeht etc., das ganze Programm halt. Aber DA SEIN wird der Trieb immer, sobald Du mal nicht aufpaßt, bricht der immer mal wieder durch.
    Insofern halte ich es mit Grewe: situationsbedingt, mit Sachverstand und ausshließlich in dieser Situation eingesetzt, unter der absoluten Voraussetzung, dem Lauftier Hund damit ein artgerechtes Leben ermöglichen zu können, würde ich das nicht verteufeln.
    LG,
    BieBoss

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    Ich habe einen Artikel im DOGS-Magazin von Sep./Okt. 2008 gelesen. Von Michael Grewe (Canis). Darin hat er seine Meinung kundgetan, was er von Reizstromgeräten hält.


    Also, ICH lese da u.a.:
    "Ich denke, es ist an der Zeit, dass auch vehemente Gegner
    über einige Aspekte nachdenken sollten, um ihre
    Meinungsbildung so differenziert wie möglich zu betreiben:
    Im Bereich der Arbeit mit problematischen Hunden
    halte ich die Anwendung von Reizstromgeräten in genau
    EINEM Ausnahmefall für gerechtfertigt
    . Ich spreche hier
    von Hunden, deren Jagdverhalten so ausgeprägt ist,
    dass sie nicht mehr von der Leine gelassen werden
    können."
    Und weiter: "(In diesem Zusammenhang möchte ich
    noch feststellen, dass es trotz gegensätzlicher Behauptungen
    mancher Hundetrainer eine auf alle Hunde mit
    übersteigertem, problematischem Jagdverhalten anwendbare
    und Erfolg versprechende Trainingsmethode
    NICHT gibt.)" - was die Behauptungen hier im Forum, daß es auch dafür andere Lösungen gäbe, ja widerlegt....
    Quelle: s.o.!
    Ich seh darin KEINE rigorose und grundsätzliche Ablehnung des Teletakt...
    LG,
    BieBoss

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    Ich versteh nicht so ganz, was ein ständiger 10m Radius bringt.


    Wie ich eben geschrieben hab in der Antwort auf eine andere Frage: je weiter weg der Hund, desto schwierige die Kontrolle über ihn. Die merken schließlich auch irgendwann, wie weit man noch einwirken kann - sei es, mit der Stimme, mit dem Werfen der Leine o.a., und wissen genau, ab welchem Punkt sie sicher sind vor jeder Einwirkung, und testen dann schonmal aus, wie weit sie gehen können.
    LG,
    BieBoss

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    Wenn ich so ein Stromhalsband einsetzen muss, oder meine es zu müssen, dann ist der Hund doch sowieso schon zu weit weg gelaufen, oder?


    Nicht notwendigerweise - meiner zB kann auch neben mir stehen, den Hasen entdecken, der grad aus dem Gebüsch neben ihm springt, und in dem Moment schießt er los, dem Hasen hinterher - so schnell kann ich, selbst wenn ich aufgepaßt habe, gar nicht ins Geschirr/Halsband greifen wie der reagiert.
    Will heißen, der kann in dem Fall auch nicht mehr abgerufen werden, wenn er nur 2 m neben mir stand.
    Dazu kommt natürlich schon auch Dein Punkt - wenn der so schnell rast, ist er sicherlich schon über 10 Meter weg, bevor ich richtig reagieren kann. Und je weiter weg der Hund, desto schwieriger die Kontrolle über ihn, klar. Aber Bossi zB reagiert auch schon vorher nimmer.... ;-) (aber nur bei Wildsicht, ansonsten ist er 1a abrufbar, auch von Spuren)
    LG,
    BieBoss

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    ...Ich bin sicher gegen ein TT. Aber das ist dann doch ein wenig verallgemeinert und vereinfacht. Wild vor dem Hund zu sehen ist eine Sache. Vor im Riechen kann ich das nicht. Und Spielzeug und Leckerli sind auch nicht grade für jeden Jagdhund interessant....


    Naja, Spielzeug ist für meinen Bossi z.B. seeehr interessant - aber nicht angesichts von Wild. Und das mit dem Riechen - naja, da hast Du natürlich recht, aber von der Spur kriege ich ihn ja inzwischen runter mit Abrufen - nur bei Wildsicht bin ich chancenlos..... ;-) Insofern ist einTele für MICH in der Situation in Stadtparks o.ä. und für den Abruf von der Spur absolut sinnlos - man sollte doch für entsprechende Fälle das jeweils möglichst geringst einwirkende Hilfsmittel verwenden, und das ist bei mir im Falle Spurverfolgen der einfache Abruf, nichts würde in der Situation für meinen Hund den Einsatz des Tele rechtfertigen - was NICHT heißt, daß ich es generell ohne Ansehen der Fakten zum jeweiligen Hund und dessen Situation aus Prinzip verteufeln würde.
    LG,
    BieBoss