Zitat
Darum meinte ich ja, bei leuten die schon hunde hatten/haben,
müsste man das natürlich anders machen als bei denen,
die den ersten hund bekommen.
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Im Gegenteil, Leute, die schon bei 10 Hunden alles falsch gemacht haben, würden vielleicht durch so nen Führerschein mal darüber nachdenken, was sie da tun! Man kann nämlich auch 30 Jahre lang alles verkehrt machen, weil man das irgendwann mal gelernt hat, als eben noch dies oder jenes als Allheilmittel galt, was heute längst widerlegt ist. Ob das der Schnauzengriff ist, das Dominanz-Gequatsche, oder was auch immer.
Ich finde in diesen Tests am "besten" diese Bilder, wo man die Stimmung des Hundes zuordnen muß. So z.B. Schwanzhaltung bei entspanntem Hund o.ä. Meiner hat z.B. das Schwänzchen (naja, was davon übrig ist...) immer kerzengerade in die Höhe gestreckt (außer er schläft grade, dann wird´s angelegt). Lt. dem Test wäre das aber wohl keine entspannte Haltung, weil für entspannt muß die Rute gerade nach hinten getragen werden. So ein Quatsch - wer hat z.B. schon mal nen entspannten Windhund gesehen mit "ausgestreckter Rute"? Das ist doch vollkommen rassespezifisch, z.T. sogar vom Hund abhängig. Und um eine ent-/angespannte Stimmung zu erkennen, das mach ich doch nicht nur vom Gesichtsausdruck oder Schwanz abhängig, sondern vom Gesamteindruck der kompletten Körpersprache.
Generell bin ich für solch einen Führerschein, in der Form, daß Theorie-Infos gelehrt und dann auch abgefragt werden, "Knigge"-Fragen dabei (sprich Hund anleinen, wenn angeleinter kommt, Haufen wegräumen, Benehmen gegenüber der Außenwelt, nicht in Vorgärten ka..en.... etc., ich glaube, damit werden schon die meisten Probleme vermieden, wo kriege ich in der Stadt Kottütchen u.a. Infos bzw. wo muß ich welchen Hund melden (lokale Regelungen, auch zu Listenhunden), kurze Anregungen, sich mit der Körpersprache zu beschäftigen (man könnte kleine Videoanalysen zeigen: dieser Hund beschwichtigt gerade schnüffelnd, der da drüben baut sich eben auf, Zeitpunkt, einzugreifen bei einer Hundebegegnung u.v.a.). Infos, was der Hund können sollte im Alltag, Infos zu Impfungen (incl. Erwähnung v. Impfrisiken und der Anregung, selbst abzuwägen)/Krankheitsanzeichen, Vorstellung von Hilfsmitteln für die Erziehung und warum welches nicht verwendet werden sollte/illegal ist (Stachel/Tele etc.), Hinweis, daß Hilfsmittel besser nur nach Anleitung eines Trainers verwendet werden sollten, Timing von Lob/Tadel, Beurteilungskriterien für Hundeschulen, Hinweis auf rassespezifische Themen (sprich, womit muß ich bei welchen Rassen rechnen - Führigkeit, Jagdtrieb, Hütetrieb, Wach-/Schutztrieb u.a. - Hinweise, wie ich an Infos zur Vorbeugung von Problemen komme etc.). Natürlich kann man all diese Themen nur anreißen. Aber wenn man wenigstens Anregungen gibt, kann sich der Betroffene dann vorher entsprechend informieren und dann entscheiden, ob er mit Jagd-/...trieb klarkommen würde oder lieber eine andere Rasse wählt. Sprich: Auswahlkriterien für einen Hund (nicht Schönheit, sondern was paßt zu mir). Evtl. noch Infos über Hundeschulen im Umkreis, die man besuchen kann zur Weiterbildung. Das Ganze mit kleinem Skript und ner dicken Seite Literaturhinweisen, wo man sich intensiver informieren kann bei Interesse, darunter Bücher und Websites. Ich denke, viele Anfänger würden dadurch Stichpunkte bekommen, wo sie sagen würden "oh, daran hab ich gar nicht gedacht", und sich evtl. weiter schlau machen.
Also insgesamt nicht so ein 0815-Kurs, wo man sich mal 2-3 Stunden wo reinsetzt und dann ein paar Kreuzchen-Fragen beantwortet, sondern schon geballte Anregungen, wo man welche Infos findet, mit welchen Themen man sich so vorab vertraut machen sollte/könnte. Anschließend eine Teilnahmebescheinigung, fertig.
Klar geht sowas nicht völlig kostenlos, wer den Kurs hält, muß ja auch von was leben. Aber wenn das sinnvoll gestaltet wird, sodaß man daraus was mitnehmen kann, hätte ich selbst kein Problem damit, auch etwas zu bezahlen. Allerdings keine 200 Euro ;-) (Idee: über die leidige Hundesteuer finanziert, die kassieren ja an manchen Orten echt genug). Und als "Abschiedsgeschenk" nach dem Kurs ne Rolle Kottütchen, von der Stadt gespendet.... ;-) Bei der Anmeldung des Hundes zur Steuer und Versicherung (! oft wird der Hund, wenn er zur Steuer nicht gemeldet wird, wenigstens versichert...) Nachweis, daß der Kurs belegt wurde.
Problem ist, daß man mit so nem Führerschein die Leute nicht erreicht, die die großen Probleme verursachen: die Klientel, die sich "gefährlich aussehende" Hunde genau deswegen anschafft, weil sie so aussehen. Die machen dann halt den Schein und ignorieren die Erkenntnisse daraus, oder gehen gar net erst hin, weil der Hund eh net angemeldet wird. Aber ich bin sicher, daß man viele Alltagsproblemchen, die sich irgendwann zum Problem ausweiten, vermeiden könnte, wenn die meisten Menschen etwas besser informiert werden würden, weil sie die Infos eben nicht von alleine einholen.