Ich antworte mal bewußt vollkommen unbeeinflußt, sprich, ohne alles gelesen zu haben.
Wenn ich dem Hund erst zeigen muß, daß ich "die Hosen anhabe", heißt das, daß dieser sehr wohl gemerkt hat, daß ich sie eben NICHT anhabe, sonst würde das Zusammenleben ja funktionieren...
Wenn ich so tue, als ob, indem ich dem Hund ständig vorschreibe, was zu tun ist, und ihn einschränke bis zum Gehtnichtmehr, er sich nicht mehr als 3 Schritte von mir entfernen darf, Fressen nur auf Kommando etc., wird ihn auch dies nicht davon überzeugen, daß ich Hosen anhabe, um bei dem Bild zu bleiben *gg Im Gegenteil, damit bin ich despotisch und definitv niemand mit Führungsqualitäten, zeige im Gegenteil sogar große Unsicherheit, weil ich sonst nicht alles würde regeln wollen, und Mißtrauen dem Hund gegenüber, sonst würde ich ihn ja machen lassen können. Sowas ist für mich kein Zusammenleben.
"Die Hosen an" habe ich dann, wenn ich souverän und ruhig durchsetze, was ich vom Hund will, wenn ich klar und deutlich kommuniziere in Sprache und Gestik/Mimik, konsequent bin (nicht heute Hü und morgen Hott), ihm Sicherheit gebe, ihn notfalls beschütze, aber auch bei all dem Hund sein lasse und ihm damit zeige, daß ich ihn als Lebewesen Hund ernst nehme. Wenn ich authentisch bin, also das, was ich denke, übereinstimmt mit Gestik/Mimik, sodaß ich dem Hund ein eindeutiges Signal geben, mit allem, was mir zur Verfügung steht: Körpersprache, Gestik und Mimik, und nicht tue, als wollte ich streng sein, dann aber nicht aufpassen, ob der Hund ein Kommando auch wirklich durchführt - dann nimmt er mich nicht ernst.
"Die Hosen an" habe ich dann, wenn ich in jeder Situation für den Hund berechenbar und verläßlich bin.
Ansonsten bin ich wie im täglichen Leben beim menschen halt auch vielleicht Chef ("Prof. Dr. Dr. Dr. h.c." am besten noch mit Schild an der Brust, mit Textmarker "CHEF" draufgeschrieben) vom Titel her, aber sicherlich keine Autorität oder (klingt schöner) Führungspersönlichkeit für meinen Hund.
Und nur wenn ich Letzteres bin, werde ich nicht jedes Kommando aufs Neue diskutieren müssen, sondern es wird halt einfach ausgeführt, weil ich es gebe.
Insofern ist es relativ: ich muß es dem hund nicht irgendiwe ZEIGEN, daß ich die Hosen anhabe, sondern ich muß mich so ändern, daß ich sie tatsächlich anhabe: immer ruhig bleiben, sicher und souverän sein (das schließt nicht aus, daß man auch mal lacht, wenn der Hund Unsinn macht!), zeigen, was der Hund soll (setzt voraus, daß ich weiß, was ich von ihm erwarte!) etc. etc. Man kann es also nicht zeigen, wer die Hosen an hat, man muß sie "einfach" anziehen. Geht net von heut auf morgen, auch der HF muß im zusammenleben lernen (isch schaffe es auch nicht immer, ruhig zu bleiben - aber immer öfter *gg) - aber das verlangt ja auch niemand.....
@Steffi: Zum Thema berechenbar: immer dasselbe erlauben oder nicht erlauben, eben nicht heute darf er Sofa, morgen nicht (wenn der Hund diese Sicherheit braucht). Meine wissen, daß sie mal dürfen und mal nicht, und zu "fragen" haben (mich angucken und auf Freigabe warten z.B. ist damit gemeint), und können damit leben. Enien anderen Hund verunsichert das, der braucht dann klare Regeln. Eben grundsätzlich kein Sofa, oder immer Sofa.
Berechenbar aber auch in der Reaktion: immer dieselbe (faire) Reaktion (fair deswegen, weil Du nicht etwas bestrafen kannst, von dem der Hund nicht gelernt hat, daß ers nicht tun darf. Also erst zeigen, was er -nicht- darf in Situation X, sondern stattdessen tun soll, und dann später korrigieren, wenn ers denn tatsächlich falsch macht). Springt er aufs Sofa, NEIN und runternehmen. Nicht heute runterschubsen, morgen NEIN sagen (am besten noch im Säusel-Ton, damit der Hund gar nimmer weiß, was gemeint ist), und übermorgen mit nem Kissen bewerfen. Oder heute freundlich runterschieben, und morgen Klaps auf den allerwertesten (macht man ja eh net, ich schreib das so nur, um den Unterschied zwischen "mal ganz nett" und "nächstes Mal böse werdend" deutlich zu machen!)
Der Hund muß auch nicht alles verstehen, warum heute so oder morgen anders - er muß nur wissen, er soll einfach fragen, bevor er aufs Sofa geht. EINE Regel, die kann jeder Hund verstehen. Und daß ich dann ja oder nein sage, ist je nach meiner Laune, und das akzeptieren meine Hunde auch. Ich habe meinen Grund für ja oder nein, aber der Hund braucht das nicht zu verstehen, der muß nur wissen, daß es ja oder nein geben kann, und er deswegen vorher die Freigabe (oder nicht-Freigabe) abzuwarten hat.
Was Sundri beschreibt, fällt für mich eher unter Konsequenz denn unter Berechenbarkeit.