Beiträge von BieBoss

    Ich mach dieses Jahr mal gepflegt gaaaar nix - a bisserl trailen mit den Terris, und das übliche Staffeltraining mit Biene.

    Einsatzfähigkeit haben wir im November wieder aufgefrischt, und jetzt passiert 18 Monate lang prüfungstechnisch mal nix. Der Aufwand langt auch so :-)

    Catta: gleich zwei Hunde? Wow, da hast Dir ja was vorgenommen! Viel Erfolg!

    ...wann waren denn eure Junghunde so weit, dass die mal 10 Minuten ohne Sichtkontakt mit viel interessanten Außenreizen einfach liegen blieben?

    Willst Du´s wirklich wissen? Biene: mit 9 Monaten..... :-) :-) Heut geht´s länger.
    Bossi hatte ich ja erst mit eineinhalb bekommen, aber auch da ging´s recht schnell. OK, ein Reh solltest du net grad vorbeischicken, aber fliegende Bälle, rennende Leute, andere Hunde etc. etc. interessieren ihn nur marginal, wenn ich ihn mal ins Platz geschickt hab. Lange geübt, aber erfolgreich. In der BH dann mit ner 1 bestanden, die Übung.
    OK, Frieda, da war mir´s dann zu blöd, da hatte sichs ausgetrebert. Die is derartig hibbelig, und ich hab beschlossen, die braucht keine BH - war eh schon 8, als sie zu mir kam, und bei ihr gabs wichtigere Baustellen...... und die gibts noch heute, daher is mir des wurscht - die kann ich dank Hundeaggressionen nicht allein irgendwo ablegen, wenn das Risiko besteht, daß ein anderer Hund zu ihr käme. Platz kennt sie, kurz da bleiben erfordert aber schon nen Gewalt akt von ihr in Sachen Konzentration *ggg

    DAS hier finde ich in dem ganzen Thread am Wichtigsten:

    "Aber was unabhängig von der Landesgrenzfrage ist:
    Bei Tw ist das Problem, dass umgeimpfte Tiere bei Ausbruch von Tw auch in DE "von Amtswegen" eingezogen werden können.[/quote]

    Und auch getötet werden können.......

    Insofern würde sich für mich die Frage, ob Impfung oder nicht, gar nicht erst stellen, weil ich dieses Risiko nicht eingehen möchte. Obwohl ich sonst alles Andere als ein Impffreak bin...... Aber DIE muß einfach sein. Dafür halte ich mich zu oft auf Feld und im Wald auf mit den Hunden, um das Risiko einzugehen, ohne Tollwutimpfung rumzurennen bzw. die Hunde rumrennen zu lassen ;-)

    Also, wenn ein Trainer mir zeigt, daß mein Hund bei ihm an der Leine anständig geht, dann hilft mir das ja besonders weiter.... *hust..... *ironieoff......

    Und wenn er dann noch 20 Minuten immer dasselbe übt, mit einem nicht mal 1 Jahr alten Hund, der sich so lang doch noch gar net konzentrieren kann - dann würd ich mich fragen, ob das der Trainer für mich ist, wenn ihm nix Anderes einfällt....

    Daß ein Trainer mal austestet, ob dies oder jenes bei dem Hund funktioniert, ok - aber er muß es Dir dann halt auch erklären können, was er gemacht oder anders gemacht hat, sodaß der Hund verstanden hat, was er tun soll. Einfach Dir vormachen, daß bei mir Dein Hund anständig läuft, das kann ich auch, das ist keine Kunst - neue Person am anderen Ende der Leine, da ist die Aufmerksamkeit automatisch bei dieser, Unsicherheit, weil Hund net weiß, was von dem Menschen kommt, andere Körpersprache (vielleicht bisserl souveränes Auftreten o.ä.), das beeindruckt nen Hund im ersten Moment immer. Sagt aber noch lang net, ob ich DIE Lösung für Deinen Hund gefunden hab.

    Daß der Hund auf Dich aufmerksam sein soll und "empfangsbereit" für Deine Kommandos, klar - insofern versteh ich schon, daß wenn schon das Leinegehen so ausschaut, daß der Hund auf alles guckt, nur net auf den Halter, daß man da net hergeht und den Hund auch noch von der Leine läßt und erwartet, der nimmt einen Rückruf auch nur wahr unter diesen gesteigerten Ansprüchen, das ist schon klar. Aber das teste ich kurz, dann weiß ich Bescheid, da geht es net eigentlich um Leinenführigkeit, sondern darum, ob der Kopf beim Halter sein kann und der Hund empfangsbereit ist für Kommandos vom Halter.

    20 Minuten am Stück (egal was) üben sind zu viel (grad für nen Junghund), und die Anwesenheit der anderen Hunde offenbar auch noch - such Dir ein ruhigeres Übungsgebiet aus, bis der Hund auch länger als 10 Meter halbwegs nach Deinen Vorstellungen leinenführig ist (mit der bislang für Euch offenbar erfolgreichen Methode und ein bisserl Konsequenz), führe DANN leichte Steigerungen ein, was die Ablenkung betrifft, und erhöhe nach und nach mal die Strecke.

    Und wenn der Hund ne kurze Zeitspanne schön aufmerksam ist auf Dich (Tagesziel setzen - z.B. "heut mach ich 20 Meter aufmerksames Leinegehen"), dann beende die Übung damit erfolgreich und bestätige sie.

    Wenn der Hund dazu schon in der Lage ist, sich auf Dich zu konzentrieren, oder zumindest empfangsbereit zu sein, ist es auch kein Problem, den Rückruf zu üben. Dafür rufe ich ihn erstmal nur (notfalls gesichert an der Schlepp - aber ich zieh mir NIE den Hund an der Leine her, ich verhindere ausschließlich ein Wegrennen so - denn der Hund lernt ganz schnell, daß Du nicht ziehen kannst, wenn die Leine ab ist, und geht Dir dann später stiften ohne Leine), wenn er eh grad gelangweilt rumsteht, zu mir guckt oder schon zu mir unterwegs ist (nicht, wenn er grad ein Reh sieht, nen Hundekumpel, oder mit selbigem am Spielen ist!). So bin ich 99,9 % sicher, daß er auch kommen wird, weil ihn nix ablenkt, und er ja eh schon halb zu mir unterwegs ist. Das immer toll bestätigen.

    Unterwegs Spieli/Leckerli dabeihaben, und jedes Zeichen von Aufmerksamkeit auf Dich bestätigen: Hund wartet an ner Ecke auf Deine Richtungsentscheidung, Hund bleibt stehen und wartet auf Dich, Blick zu Dir während des Schnupperns, Dich angucken, wenn ein Hund kommt (á la "darf ich hin?"), das alles immer unterwegs bestätigen, damit der Hund lernt, sich an Dir zu orientieren, und er wird immer öfter und länger "empfangsbereit" für Deine Kommandos sein-weil es sich für ihn lohnt, weil er ein positives Feedback von Dir kriegt, wenn er das tut. Bei Dir hat er Spaß, bei Dir erlebt er was. Da kommt man gerne. Ob das ein Leckerli fürs gucken ist, oder ein Suchspiel fürs Herkommen, egal. Hauptsache, er findet´s toll.

    Und dann kannst auch mal aus etwas (! langsam steigern!) schwierigeren Situationen abrufen: wenn er weiter weg ist, oder vorn grad ein Hund vorbeigegangen (aber schon weg!) ist, er ein Mausloch entdeckt hat etc. etc.

    Zwischendurch aber immer wieder in einfachen Situationen abrufen (damit er Erfolg haben kann), und den Rückruf immer super bestätigen. Beste Bestätigung ist das, was der Hund gerade wollte: Mauslochschnuppern kann das sein, nen anderen Hund begrüßen (nach Absprache mit dem anderen Halter), ne Runde rennen und Abspacken - dafür kannst auch mal nen Ball werfen, dem er hinterherrennen kann, weil er sich hat abrufen lassen, etc. etc.

    Mein Bossi rennt einfach nur gerne wie ire - den abzurufen ist das schönste Spiel überhaupt, weil er da im gestreckten Galopp zu mir rasen darf, und er weiß, er darf dann auch wieder wegrasen.... Das Rennen an sich ist für ihn die schönste Bestätigung, daher kommt er super gerne, weils einfach Spaß macht. Vollbremsung, umdrehen, wegrennen (wenn Du beim Wegrennen dann noch ein Freigabe-Signal einbaust, schlägst 2 Fliegen mit einer Klappe).

    Irgendwann wird das Ganze so verfestigt sein, daß er nicht mehr nachdenkt, wenn Du rufst, sondern er ganz automatisch lossprintet, wenn er gerufen wird, das muß quasi zum Reflex werden.

    Wichtig: gerade anfangs generell niemals als Strafe (nach dem Herkommen) anleinen, oder immer dann anleinen, wenn Du grad ein Reh gesehen hast - sonst hast ganz schnell die Verknüpfung "wenn die Alte ruft, ist der Spaß vorbei" (mit der Folge, daß der Hund Fangerlenz spielen wird beim Abruf), oder "wenn Fraule mich abruft, muß da irgendwo ein Reh stehen", und der Hund das Scannen anfängt, sobald Du ihn rufst. Du mußt 90% nur deswegen abrufen, damit der Hund bei Dir Spaß haben kann, eine Bestätigung kriegt etc., und dann wieder laufenlassen. Wenn Du den Hund anleinst nach dem Abruf, dann mit einem im Tonfall vielversprechenden "komm, wir gehen ein Stück zusammen", meine Hunde kann ich damit so beeinflussen, daß sie dann sogar Leinegehen toll finden *gg Hey - mit mir zusammen gehen zu dürfen ist toll!

    Was natürlich nicht heißt, daß Du ihn jetzt 1.000mal am Tag abrufen mußt - aber man sollte halt im Hinterkopf haben, daß man nicht nur abruft, um einen Spaß zu beenden, oder weil Gefahr droht, weil der Hund das einfach zu schnell verknüpft, sondern auch zwischenrein mal. Und wenns nur ist, daß man (nach der Bestätigung fürs Kommen!) ein kurzes SITZ einbaut, wenn der Hund da ist, das man dann wiederum bestätigen kann. Oder mal 5 Meter eine spaßige Leinenführung macht, um Hundi dann wieder düsen zu lassen: "Spaß ist nicht zu Ende, wenn Fraule ruft, der Spaß kann vielleicht kurz unterbrochen werden (natürlich für Spaß beim Fraule!), aber später darf man wieder düsen." So sollte das ankommen. So kriegst auch ohne teure Rückruf-Kurse nen zuverlässigen Rückruf - auch bei Jagdhunden wie meinen....

    Ich würde als erstes mal ein bißchen Vertrauen aufbauen. Und Vertrauen eines Hundes bekommt man, indem man den Hund versteht und respektiert und ihm das auch zeigt. Das heißt, ich erkenne, daß der Hund Abstand braucht, wenn er grad frißt (das will er mit dem Knurren bezwecken!), und gehe halt, wenn er mich dabei anknurrt, in großem Bogen drumherum, notfalls mit einem coolen "Alles klar, ich geh ja schon außenrum", damit der Hund am Tonfall merkt, es passiert nix Aufregendes, es ist alles in Ordnung, wenn ich da langgehe, ich will nix von ihm (lasse mich aber nicht davon beeindrucken oder gar abhalten, weiterzugehen, damit er nicht weiter lernt, mit Knurren hat er alle Leute komplett in der Hand! Also Abstand gewähren, aber trotzdem vorbeigehen.). Das gibt dem Hund das Feedback, daß ich ihn verstehe und seinen Wunsch nach Abstand respektiere.

    Jetzt weiß ich, daß der Hund ein Problem hat mit Futter. Daran kann ich üben, indem ich ihm immer mal, wenn er was frißt, aus der Entfernung was dazuwerfe (aus einer Entfernung, die für ihn ok ist, wo er sich also wohl fühlt und noch nicht geknurrt hat, sonst bestätige ich ja das Knurren....). Akzeptiert er das, dann bewege ich mich auf Entfernung und werfe wieder was dazu (natürlich alles mehrfach, bis Hundi das akzeptieren kann, ohne zu knurren, weil er bemerkt, ich nehm nix weg, sondern svon mir kommt nur Gutes --> so entsteht Vertrauen!). Irgendwann ist der Hund in froher Erwartung, wenn ich in der Nähe bin beim Futtern, weil bei mir immer was Gutes geflogen kommt. Ich habe also die Einstellung "die will mir bestimmt was wegnehmen" in ein vertrauensvolles "Hey, die gibt mir immer was Gutes" geändert. Dann kann ich anfangen, ganz ganz vorsichtig den Abstand zu verringern, in dem ich mich aufhalte, während sie frißt, und weiterhin immer mal wieder was Gutes zuwerfen. Hört sie kurz auf zu fressen, guckt sie angespannt, versteift sich, geh ich wie zufällig einen Schritt weg bei dem, was ich gerade tue (Wäscheaufhängen oder was auch immer). Also jedes subtile Signal verstehen und ihr das zeigen, daß wenn ihr das nicht geheuer ist, sie mir vertrauen kann, ich gehe etwas weiter weg.

    Das Spielchen dauert natürlich, aber irgendwann wird es so weit sein, daß der Hund nicht mehr knurrt, wenn jemand sich nähert, weil er gelernt hat, niemand nimmt ihm was weg - NIEMAND und NIE. Tauschgeschäfte für evtl. Giftköder auf der Straße etc. kann ich JETZT anfangen, zu trainieren, wenn der Hund sein grundsätzliches Mißtrauen abgelegt hat, und nicht immer, sobald ich mich nähere, wenn er Futter hat, die Stacheln aufstellt.

    Mit seinen Plätzen würde ich genauso verfahren. Will ich mit ihm Gassi, und er liegt im Körbchen, dann bleib ich weg davon. Ich nehm das Halsband, klapper damit, rufe ihn her, notfalls mit nem Leckerli bewafnet (Ritual einführen, das immer gleich ist, Kommando zum Gassigehen etc.), dann kann ich ihn anleinen, und rausgehen, ohne ihn dabei vom Gefühl her zu bedrohen im sicheren Körbchen, und riskieren damit nicht, daß er mich anknurren muß.

    Sicherheit bekommt der Hund, wenn er sieht, ich respektiere seine Bedürfnisse nach Abstand o.ä., und wenn er vertraut, kann ich mit ihm arbeiten, da er dann streßfrei ist. Sicherheit kriegt er auch, indem ich immer gleich handle, gleiches Verhalten immer dieselbe Reaktion bei mir hervorruft, sodaß der Hund zuverlässig weiß, was er tun darf und was nicht, und was passiert, wenn er was tut, das er nicht soll (z.B. vom Sofa schicken, wenn er da nicht raufdarf). Immer gleiche Grenzen immer gleich setze und immer auf deren Einhaltung bestehe. Ihm quasi einen Rahmen gebe, innerhalb dessen er sich nach Belieben bewegen darf.

    Generell bekäme (nicht nur, aber gerade) dieser Hund immer eine Alternative von mir gezeigt. Will er aufs Sofa und Du magst das nicht, würde ich ihn ins Körbchen schicken (anfangs locken, damit ich ihn nicht anfassen/schubsen muß, wegen der Schnappgefahr), wo er dann nen Knochen kriegen würde o.ä. als Bestätigung (notfalls anfangs damit hinlocken, bis er verstanden hat, daß Körbchen toll ist, später dann nur noch als Bestätigung Knochen holen und mit reinlegen ins Körbchen, wenn er schon drin liegt), aber auch, weil das Teil ihn im Körbchen für ne Weile festhält. So lernt er: ich darf gemütlich liegen, aber bitte im Körbchen.

    Oder: er holt sich nen Schuh und knabbert dran rum - NEIN sagen, ein erlaubtes Spieli demonstrativ holen und so werfen, daß es kullert (Jagdtrieb ansprechen, interessant machen) und er hinterhergeht, dann kannst den zurückgelassenen Schuh wegräumen, ohne, daß Du in dem Moment an ihn ran mußt. So lernt er, mit dem Teil darf er, und wird sich das irgendwann selbst holen, statt Schuhe zu nehmen.

    Insgesamt so vorgehen, daß er Dich nur als positiv kennenlernt (man kann auch freundlich konsequent sein und ihn wo wegführen mit Hausleine und sagen "schau mal, da darfst du liegen"). Zeigen, was er darf, er weiß es ja noch nicht, statt strafen oder korrigieren.

    Deswegen würde ich auch nie zwangs-von-Hand-füttern. Wenn der Hund Hunger hat, wird er zugreifen, klar - aber welches Gefühl hat er dabei?? Eigentlich will er Dir das aus der Hand reißen, er hat Hunger, er will es haben, traut sich aber net, weils ja Dir gehört, wenns in Deiner Hand ist. Er vertraut Dir noch nicht, muß aber darauf vertrauen, daß Du ihn nicht maßregelst, wenn er Dir das Zeug aus der Hand (=weg-!)nimmt. OK, er wird auf Dauer lernen, wenn Du das dann nicht tust - aber mit welchem Gefühl im Hinterkopf? Positiv ist das sicherlich nicht: "Uaaaa - jetzt muß ich der das wegnehmen, ich hab doch so Hunger, aber die hat das in der Hand - was passiert, wenn ich das nehme?" Dann ist jeder Bissen mit Zweifeln versehen, jeder Bissen ein erneuter "Kampf", wem das Teil nun gehört. Wozu? Ich will, daß meine Hunde entspannt fressen können in meiner Nähe, und das lernt er nur dann, wenn von mir was Gutes kommt, und er nicht mit mir ums Essen "feilschen" muß, und ich ihm jeden Bissen zuteile und diesen festhalte, bis er ihn greift. Hab ich gar nicht nötig, mich so als Chef so produzieren, ich hab doch Zeit und Geduld - die braucht man halt, wenn man Vertrauen schaffen möchte.

    Meine Frieda hat anfangs, wenns Knochen gab oder Fleisch, mich nicht in ihre Nähe gelassen (klar, Straßenhund und blind, sie hat sich gegen Andere immer durchsetzen müssen auf der Straße!). Kam ich zu hir hin, wurde sie steif, griff ich Richtung Knochen oder der Schüssel, schnappte sie, und ich bin sicher, hätt ich reingelangt, hätt sie zugepackt. Klar - Fremde Frau kommt, geht zur Schüssel und will sich offenbar was greifen..... Woher soll sie wissen, daß ich ihr nix wegnehme? Bestimmt nicht, indem sie jedes Mal, wenn ich ins Zimmer komme, Angst haben muß, ich komme näher... Sie sollte sich darauf freuen, daß ich herkomme, weil ich immer was Leckeres dabei hab. Inzwischen ist es kein Problem mehr, ihr einen Knochen wegzunehmen, weil sie das so gelernt hat - und sie kriegt ihn umgehend wieder, zusammen mit nem Leckerli. Die einzige Situation, in der sie was nicht wiederkriegt, ist ein Fund auf der Straße - halbe Semmeln, Bratwürste etc. Anfangs hab ich dafür immer bestätigt, inzwischen brauchts das nimmer, weil sie einfach auch in diesen Situationen entspannt ist, und gelernt hat, ich nehm ihr nix grundlos weg.

    Wenn ich immer so weitblickend vorgehe, riskiere ich nichts, es kommt nicht zu komischen Situationen ("Hund muß knurren, weil er sich unterm Tisch bedrängt fühlt"). Ich ruf ihn einfach her, dann kann das net passieren, ich werf aus Entfernung Leckerli hin, dann braucht er nicht um den Knochen zu fürchten, ich zeige ihm mittels Körpersprache, daß mich der Knochen net interessiert (Hund nicht angucken, Bogen um ihn machen, wenn er frißt), ich führe Rituale ein ("der Napf immer am gleichen Ort zur gleichen Zeit ist seiner", herrufen zum Gassi, etc.) - und so gehe ich kein Risiko ein, daß der Hund meint, schnappen zu müssen.

    Mag teils am Hund liegen, sicher aber auch sehr viel daran, was er kennenlernen durfte seitens des Halters oder im Leben. Ich bin überzeugt, mach ich als Halter voll den Hype drum, und warte drauf, daß der Hund plärrt, wenn alleingelassen, dann wird er das auch tun :-) genauso, wenn ich beim Trailen mit Bossi felsenfest erwarte, daß der Hund jetzt links abbiegt - auch das tut er dann gerne, egal, wo die Spur verläuft *hust.... (ich weiß, der Fehler liegt immer am oberen Ende der Leine, und wir arbeiten daran.....)

    Biene konnte das sehr früh schon, weil wir einen ähnlichen Tagesablauf hatten wie in ihrer alten Familie: früh ausschlafen, nachmittags action. Daher war sei´s gewohnt, daß früh nichts lief, und sie brauchte keine Angst zu haben, was zu versäumen, das frühere Frauchen hat morgens den Haushalt gemacht und auch keine große Zeit, sich zu kümmern, war halt im Haus unterwegs.
    Vormittags = schlafen, und fertig, und damit kam Biene gut zurecht.

    Bossi konnte angeblich lt. Vorbesitzer-Info nicht alleine bleiben, hat wohl Terz beim Vorbesitzer gemacht. Komischerweise ist er mit Biene zusammen vom ersten Tag an absolut problemlos alleingeblieben, und in der Folge auch mal ganz alleine, wenn ich mit ihr unterwegs war. Heut bleibt er sogar in fremden Hotelzimmern allein. Ankommen, Jacke von mir mit dem hund ins Zimmer werfen, weggehen - und gut ist. Der legt sich auf die Jacke und pennt. :-) Habs echt nie wirklich geübt mit ihm.

    Naja gut - zwischen Vorbesitzer und uns war er 6 Wochen im Tierheim, da mußte er ja alleinbleiben in seinem Zwinger, und sicherlich hat keiner reagiert, wenn er Theater machte, weil dann schlichtweg keiner da war *gg der drauf eingehen konnte. Da hat ers wohl gelernt, meine Vermutung.

    Frieda: war seit 7 Monaten im Shelter allein untergebracht, als ich sie entdeckte im Internet, warum hätt sie´s nicht können sollen.

    Vom ersten Tag an, egal, wie lange, Hauptsache, sie konnte auf meinem Bett kuscheln und sich unter der Decke vergraben.... :-)

    OK, sie war als Straßenhund gefunden worden, total unverträglich mit anderen Hunden, die ist auch heilfroh, wenn sie keinen andern Hund zu sehen braucht. Und Menschen wird sie in dieser Zeit (war in der Tschechei) kaum positiv erlebt haben, sodaß für sie das Alleinbleiben nie ein Streß war.

    Ich denke, rassebedingte Punkte spielen sicherlich ne Rolle, der Charakter des Tiers auch, aber am meisten die Art und Weise, wie der Halter mit dem Alleinlassen umgehen kann. Denn sonst hätt ich nicht 3 vollkommen unterschiedliche Tiere vollkommen unterschiedlicher Herkunft und Rassen (siehe Signatur), die alle 3 nie ein Problem damit hatten..... :-)

    "ob Rettungshundearbeit jetzt ein allgemeines Argument ist sei mal dahingestellt."

    Ne, natürlich net *ggg Aber MEIN Argument für´s Scheren. Immerhin ist meine als Zwergpudel eh schon recht klein und schuftet in Training und Einsatz ganz schön, um durchs Gestrüpp zu kommen, da muß ich sie nicht noch zusätzlich behindern, indem ich ihr Fell so lang lasse, daß sie noch gegen die Brombeeren ankämpfen muß, in denen sie dann hängenbleibt.

    Ob das Fönen den Haaren schadet oder nicht, weiß ich net, war eher ne Vermutung, vom Menschen ausgehend. Meine Friseurin hat mir mal gesagt, daß man eh schon trockenes Haar (lockiges Haar beim Menschen ist meist eher trocken) besser lufttrocknen lassen soll als es noch zu fönen, daher die Annahme. Ausprobiert hab ichs noch nicht, den Hund mehrfach am Tag zu fönen, nur um zu sehen, ob das Fell dann leidet :-)

    Aber ich find auch das Argument, daß der Hund den ganzen Tag mit einem winterlichen "Fellwust" leben muß, während er halt nur ab und an zum Gassi raus muß in die Kälte, schon auch überzeugend.... Und das auch allgemein, nicht nur für mich... :-)

    Aber ich darf auch scheren - ich hab nen Pudel. Hab ja irgendwo geschrieben, solang´s kein Goldie ist oder so, die ja eigentlich net für´s Scheren prädestiniert sind.

    Bei uns gibt´s auch ein WARTE-Kommando. Bossi bleibt stehen und wartet, bis ich aufgeschlossen habe, oder kommt zu mir zurückgedüst (stört mich net) und freut sich, wenn ich fröhlich quietsche, und rennt wieder weiter. Ist so ein Renn-Kerle, der freut xich, wenn er den Weg fünfmal zurücklegen und dabei richtig sprinten darf. :-)

    Manchmal ruf ich ihn auch einfach mit Namen, sodaß er dann herkommt, oder ich sag "Bossi, laaangsam", dann wartet er meist auch einfach oder bremst ab.

    Beigebracht hab ich das Warte-Kommando mit der Leine: stehenbleiben mit dem Hund, dazu WARTE sagen, dann Freigabe oder weitergehen. Irgendwann haben sie´s verstanden, und dann klappts auch ohne Leine.

    "Langsam" hab ich genauso gemacht, indem ich mit der Leine immer langsamer geworden bin, unser "Runterkomm"-Signal gegeben habe und im Wechsel damit "laaaaangsam" gesagt habe, damit Ruhe in den Kerle kommt, und selbst auch ruhig geworden bin, um Energie rauszunehmen. Damit geht er jetzt automatisch nimmer so weit weg und rennt nicht mehr wie Bolle.

    Frieda is eh an der Leine, die Stop ich über den Stopknopf der Flexi, und Biene, die geht nichtmal so weit weg, daß ich rufen müßte, im Gegenteil, die wuselt immer irgendwo zwischen meinen Füßen rum, wenn ich sie suche *gg

    Der Hund wird bei uns schlichtweg so ausgebildet, wie es ihm liegt. Klar, versucht wird´s meist erst mal mit Verbellen, aber wenn der Hund net drauf anspringt, geht´s auch anders, und manchmal wesentlich besser.

    Was bringt´s mir, wenn ich groß behaupte "ich hab noch jeden Hund zum Bellen gebracht", wenn der Hund das Bellen bei fremden Leuten eh komisch findet, und dann im Falle des Falles (Fund in seltsamer Situation) der Hund halt schlichtweg nicht anzeigt, weils ihm einfach net liegt, in der Situation zu bellen, weil er unsicher ist oder der Gefunde sich komisch benimmt! In ner Prüfung mit Standard-Situation (VP stellt sich tot) und im Training, wo er alle Leute kennt, mag der durchaus gut bellen - aber wir wollen halt einsatzfähige Hunde.... Und wenn ich nicht sicher bin, daß der Hund in solchen Situationen sicher bellt, dann doch lieber ein zuverlässiger Freiverweiser, oder? Die beste Anzeige ist immer die, mit der sich der Hund (nicht der Halter) in allen Situationen am wohlsten fühlt, weil die dann auch am Zuverlässigsten in komischen Situationen abrufbar ist. Freiverweisen ist kein Verweis 2. Klasse, und wenn der Ausbilder sich damit net auskennt, muß er sich halt schlau machen - dafür ist er Ausbilder...

    @ bad_angel: Warum Suche und Anzeige getrennt üben, wie willst das machen? Normalerweise wird erst die Anzeige geübt, dann (wenn die sitzt) der zu Findende immer weiter weg geschickt, bis er dann irgendwann aus den Augen verschwindet, und der Hund die Nase einsetzen muß, um zu finden. Suchen brauchst net getrennt zu üben, das kann der Hund bzw. macht´s spätestens dann automatisch, wenn die VP weiter weggeht..... :-)

    Und wenn die Anzeige sitzt, dann wird sie auch bei jedem Fund gezeigt, weils eben so aufgebaut wurde. Größere Gebiete abzusuchen, das kommt dann nach und nach, daß die Personen immer tiefer im Wald stecken, und der Hund sich nach und nach auch mal weiter entfernen muß.

    Suche ohne Anzeige zu üben, den Sinn sehe ich nicht, denn der Hund soll ja verknüpfen, daß ein Fund grundsätzlich auch angezeigt wird, daß eine Anzeige IMMER folgt bei Fund. Das dann ohne Anzeige zu üben, find ich sinnfrei, da bringt man sich nur was Blödes rein unter Umständen. Woher weiß der Hund, wann er anzeigen soll und wann net?

    Klar, mal als Motivation gleich beim Ankommen bestätigen, ok. Oder wenn sich in der Finde-Situation unerwartete Schwierigkeiten (witterungsbedingt) aufgetan haben, daß man den Hund dann net erst ne halbe Stunde bellen läßt, ist klar :-)

    Generell hängts natürlich auch bisserl vom Ausbilder ab - Erfahrungen mit anderen Anzeigearten als dem Verbellen etc. Ein Rumexperimentieren ohne Erfahrung birgt natürlich auch gewisse Risiken, gerade weil eine längere Kette als Anzeigeverhalten, wie Bernd schon schrieb, einfach zwangsläufig fehleranfälliger ist als ein "einfaches" Verbellen. Aber dafür gibt´s ja genügend Literatur und Seminare, die sich dann halt notfalls auch ein Ausbilder mit seinem Azubi zusammen antun kann :-)

    Insgesamt ist die Ausbildung durch die Anfälligkeit für Fehler für den Freiverweiser meist etwas länger, wir haben bei uns die Erfahrung gemacht, daß jeder Freiverweise-Hundeführer neue Fehlermöglichkeiten entdeckt und ausprobiert *gggg Aber gut, Fehler kann man überall machen.

    PS: man kann auch Zwergpudel seeeehr deutlich hören beim Verbellen...... *gg