Beiträge von Niani

    Lange Zeit dachte ich, mein Hund hätte keine Lust mehr auf Spiel mit anderen Hunden. Seit dem Sommer belehrt sie mich eines besseren und spielt wieder unendlich gerne.

    Was eine Woche Urlaub mit vier anderen gut sozialisierten Hunden so ausmachen kann...

    Ach verdammt, ich hätte gar nicht in den Urlaub fahren dürfen, weil sie das Spielen mit anderen ja so gar nicht schätzte... Der Urlaub hat ihr ganz bestimmt geschadet.

    Eigentlich traurig, aber der Kommentar einer Frau, die mir letztens unterwegs ihre halbe Lebensgeschichte erzählt hat:

    "Und meine Nichte, die hat nen Rüden. Aber der wurde jetzt kastreirt, sieht ja sonst auch nicht schön aus, wenn das da so baumelt."

    Björn, wenn ich mal von deinen Schilderungen ausgehe, dann eröffnen sich damit einige Fragen für mich:

    - Was machst du, wenn du mal umziehst und deinen Hunden nicht mehr den regelmäßigen Kontakt mit ihren bekannten und "gemochten" Sozialpartnern ermöglichen kannst?
    - Wie sollen denn "Bekanntschaften", mit denen die Hunde gerne Kontakt pflegen entstehen, wenn man ihnen das Treffen mit fremden Hunden "erspart"? Ist es nicht so, dass aus Begegnungen mit Hunden, die man nicht kennt erst die "Freundschaften" unter den Hunden entstehen?
    - Wie soll der 08/15-Hundehalter bewerkstelligen, dass der Hund genügend Kontakte zu Artgenossen hat, ihm aber dabei ersparen, auch mit ihm bislang unbekannten Hunden in Kontakt treten zu "müssen"?
    - Ist es nicht sogar sinnvoll, dass auch Hunde, die nicht unbedingt "Wert" darauf legen, Kontakt mit ihnen unbekannten Hunden zu haben, dennoch lernen, dass sowas vorkommen kann (für beispielsweise den Fall eines Umzugs oder eines Notfalls, bei dem auf einmal ein weiterer Hund da ist)
    - Wie ist das, wenn man einen Hund hat, der mal mit seinen Kumpels spielt, mal absolut kein Interesse hat, dafür aber auch bei fremden Hunden Lust auf Spielen zeigt? Sollte ich den trotzdem nur zu uns bekannten Hunden hinlassen?

    Ich meine diese Fragen wirklich ernst, denn es interessiert mich sehr, wie du das siehst.

    Kleines Beispiel von Maja, die lange lange Zeit gar nicht mit anderen Hunden gespielt hat und erst im Sommer diesen Jahres das Spielen wieder für sich entdeckt hat: Maja hat letzte Woche völlig ausgelassen mit einem Labradorrüden gespielt. Besagter Rüde war eine ganze Zeitlang ziemlich anstrengend in Bezug auf das Aufreiten bei Hündinnen, bei Maja hat ers auch mal versucht. Beim ersten Mal ist das konsequent von der Halterin und mir unterbunden worden, beim zweiten Mal hat Maja ihm eine deutliche Ansage gemacht, dass sie davon nichts hält. JEtzt haben die beiden sich eine ganze Zeitlang nicht gesehen und anhand der bisherigen Erfahrungen habe ich mit absolutem Desinteresse von Seiten Majas gerechnet und wollte eigentlich grad weitergehen, weil ich Maja auch ganz gern diese Aufreiterei erspare. Da fängt mein Hund an, mit diesem Buben durch die Gegend zu flitzen, als wären sie die besten Kumpel. Die beiden haben unglaublich schön und vor allem ausgeglichen gespielt - trotz bislang nciht sooo erfreulicher Begegnungen.
    Was sagt mir das nun? Dass aus neutralen oder sogar negativ besetzten Begegnungen sogar Freundschaften werden können? Oder sollte ich doch in Zukunft den Kontakt zu allen anderen Hunden meiden, mit denen Maja nicht standardmäßig durch die Gegend flitzt (das würden dann nämlich ziemlich viele)?

    MAja war immer ein vorsichtiger Hund, immer friedfertig, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auf den Rücken legen. Dass es aber auch ohne Hinschmeißen geht, dass man Hunde ignorieren kann, mit ihnen spielen kann, sie sogar zurechtweisen kann, das lernt sie seit etwas mehr als einem Jahr. Und ich erkenne noch immer große Fortschritte in ihrem Selbstbewusstsein. Klar kann ich bei fremden Hunden nicht die Hand ins Feuer legen dafür, dass die sie jetzt nicht doch mal verrollen. Aber prinzipiell hat mein Hund gelernt, dass nciht alle Hunde böse sind, nur weil einer dezent einen an der Murmel hat. Und sie hat gelernt, dass es sch*** Situationen gibt, die Frauchen dann für sie regelt und dass es noch viel häufiger neutrale oder gute Situationen gibt, in denen sie selbst entscheiden kann, was sie nun will. Ich glaube wirklich nicht, dass es Maja geschadet hat, dass sie auch mal an den ein oder anderen Mobber geraten ist, hat sie dort doch auch erfahren, dass auch das sie nicht umbringt.

    LG, Henrike (die es allerdings durchaus auch akzeptieren kann, wenn ein Halter keinen Kontakt der Hunde wünscht und teilweise selbst den Kontakt verweigert)

    Gut ist daran, dass mein Hund dadurch lernt, dass Stress etwas ist, was mal vorkommen kann und dass man das auch überlebt, damit er, wenn mal eine Situation auftritt, die nicht vermieden werden kann, nicht völlig überfordert damit ist.

    Murmelchen:
    Hier spricht doch niemand davon, dass man seinen Hund mobben lassen muss. Und es sagt auch keiner, dass man seinen Hund nicht schützen darf. Es stellt sich bloß die Frage, wie sinnvoll es ist, seinen Hund vor ALLEN Hunden außer denen, die man kennt zu beschützen. Meinen Hund mobbt mit Sicherheit auch keiner, dafür sorge ich. Aber heißt das im Umkehrschluss, dass ich alle Hundekontakte zu mir fremden Hunden unterbinden muss, nur um sicherzugehen, dass auch ja keiner böse zu meinem Hund ist?

    Ich würde evtl. auch nochmal an Diabetes denken, dieser absolute Heißhunger könnte neben der Schilddrüse auch darauf hinweisen.

    Ansonsten wäre ich unsicher, ob man mit einem "All you can eat" Programm wirklich zum Ziel kommt. Wenn er Stress hat und er nach etwas zum Kauen sucht, weil das auf ihn beruhigend wirkt (das kannst du natürlich besser beurteilen als ich), so denke ich grundsätzlich, dass die ständige Verfügbarkeit von Nahrung nciht unbedingt positive Wirkung hat. Einfach, weil mir die Gefahr zu groß wäre, dass er da in ein Muster abrutscht, dass er ständig was zum Kauen braucht (wenn er da nicht schon irgendwie drin ist).

    Aber die Idee mit dem Heilpraktiker finde ich nicht schlecht, vielleicht kann man da mit Bachblüten usw. arbeiten. Aber prinzipiell finde ich dieses Verhalten schon bedenklich irgendwie. Also selbst meine Labbine (bei der ich immer nachfüllen könnte, die essen würde, bis sie platzt) schielt während des Essens nicht nach dem Nächsten. Hinzu käme auch, ob Ashkii wirklich irgendwann aufhört oder ob du in einer Tour nachfüllst und zwischendurch immer mal wieder mit ihm rausgehst, damit er sich der aufgenommenen Mengen auch wieder entledigen kann ;)

    Ich wünsche dennoch viel Erfolg,

    Henrike