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Aber ganz ehrlich, wenn täglich Menschen sterben, weil sie sich eben nicht mal einfach einen Spender "kaufen" können, solange kann ich einer Spende bei lebenden Tieren nicht zustimmen. Solange bleibt es für mich eben nicht angemessen.
Ich weiß nicht, wenn ich den Gedanken nun mal ganz konsequent zu Ende denke, muss ich mich fragen, ob es überhaupt angemessen ist, welchen Luxus wir uns tagtäglich leisten (und darunter zähle ich auch die Hundehaltung an sich), während täglich Menschen sterben, weil sie sich nichtmal Essen kaufen können, während wir auch unseren Tieren Hochwertiges vorsetzen. Das ist kein Angriff, ich will deine Meinung nicht ändern, aber das beschäftigt mich wirklich: Wo zieht man da die Grenze?
Björn: Ich kann nur von mir sprechen und ich hab da vielleicht auch eine komische Ansicht, ich versuch mal, sie zu formulieren. Dass der Mensch Tiere isst, empfinde ich irgendwo natürlich (allerdings nicht in dem Maße, in dem es in unserer Gesellschaft üblich geworden ist), genauso wie gewisse Tiere andere Tiere fressen. Das sind für mich Nahrungsketten, von denen ich denke, dass es wohl einen Sinn gehabt haben wird und auch jetzt noch hat. Natürlich kann man hier nun auch wieder die Frage nach der Natürlichkeit der Fleischproduktion heute stellen und glaube mir, das tue ich auch und ziehe entsprechend meine Konsequenzen. Aber Organspende spielt für mich irgendwo in einer anderen Liga, weil das für mich nicht mehr Teil der von der Natur vorgegebenen Ordnung ist. Ich weiß, dass ganz viele diese meine Haltung nicht nachvollziehen werden können, wenn ich es denn überhaupt geschafft habe, sie so darzustellen, wie ich sie meine. Aber das ist für mich der Grund, warum ich das Essen von Fleisch auf eine andere Stufe stelle als die Lebendspende von Organen.
LG, Henrike