Ich entscheide "situationsbedingt", ob ich Maja ignoriere oder nicht. Manchmal zeige ich ihr, was erwünscht/unerwünscht ist, manchmal wird sie ignoriert.
Wir hatten zwei Momente in ihrer Entwicklung, in denen sie versucht hat, durch "mich-Anbellen" meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Beim ersten Mal habe ich direkt ignoriert und habe sehr schnell ans Ziel gefunden. Beim zweiten Mal wars etwas komplizierter und ich habe eine ganze Weile versucht, es anders zu lösen. Aufgrund mangelnden Erfolges bin ich dann aber doch wieder beim Ignorieren gelandet und wir hatten das Thema sehr schnell durch.
Mir geht es nicht um Schnelligkeit in der Hundeerziehung, dann könnt ich auch gleich zu ganz anderen Methoden greifen, bevor ich wer falsch versteht. Andererseits denke ich, dass Ignorieren durchaus seine "Daseinsberechtigung" hat, weil es dem Hund nicht wehtut, in der Erziehung aber "hilft".
Ich bin die letzte, die ihren Hund ignoriert, wenn er so unerwünschtes Verhalten zeigt wie fremde-Menschen-anspringen oder in-Hinterlassenschaften-wälzen. Aber gerade, wenn es um Aufmerksamkeit geht, finde ich Ignorieren sehr sinnvoll, weil Hund damit nicht ans Ziel kommt.
Ich suche momentan noch nach dem Grund, warum Ignorieren so dramatisch und zu verteufeln sein soll.
Aufgrund der seelischen Grausamkeit, die mein Hund dann erfährt, dass er mal nicht im Mittelpunkt steht, obwohl ers doch so gern würde? Och, so ein bisschen Frustrationstoleranz hat auch meinem Hund noch nicht geschadet...
Von mir aus mögen das Stammtischparolen ohne wissenschaftliche Belege sein. Für mich ist das mein Bauchgefühl. Auf das verlasse ich mich lieber als auf irgendwelche wissenschaftlichen Belege. Und mein Hund gibt mir darin Recht 
LG, Henrike