ZitatMum kommt zu Besuch aus England. Sie war für die Hunde schon immer ein Objekt der Begierde. Ginger ist da und freut sich zu Tode. Geordie war nebenan bei meinen Schwiegereltern und kommt ein paar Minuten später angerannt. Ginger wehrt Geordie ab, blockiert ihm den Weg zu Mum. Geordie zögert. Dann geht er in den Hof und bellt. Ginger rennt, wie immer wenn Geordie im Hof bellt, auch raus und sucht, was los ist. Schwupp ist Geordie wieder drin und schmust mit Mum.
Das erste Mal habe ich nur schief geguckt, den Trick hat er aber noch zweimal gezogen. Ich hätte es selber nicht für möglich gehalten, hätte ich es nicht so klar und deutlich gesehen. Eigentlich weiß ich inzwischen, dass Geordie im Gegensatz zu Ginger eine Intelligenzbestie ist, aber da hat er mich wirklich verblüfft.
Liebe Grüße
Kay
Da wäre dann aber die Frage, ob Geordie sich nun wirklich überlegt hat, dass wenn er nun rausrennt und bellt, dass er dann Ginger damit rauslocken kann, damit er das ausnutzen kann und mit deiner Mutter schmusen kann. Vielleicht hat er diese Handlungskette aber auch einfach nur verknüpft "draußen bellen - Ginger rennt raus - Geordie ist allein in der Wohnung".
Denn wenn wir unseren Hunden diese Reflexivität wirklich unterstellen, müssten wir ihnen dann nicht auch unterstellen, dass sie in der Lage sind, ein schlechtes Gewissen zu haben oder dass sie andere ganz bewusst und gezielt manipulieren können?
Wenn ich davon ausgehe, dass der Hund gezielt seine Handlungen planen kann, zwischen Aktionsalternativen abwägt und auswählt, welche er ausführt, um an sein Ziel zu kommen, wäre damit auch gesagt, dass er fähig ist, gedanklich nicht nur in der gegenwärtigen Situation zu sein, sondern auch in verschiedenen zeitlichen Dimensionen. Und dann wäre die Behauptung "Der Hund lebt im Hier und Jetzt, der denkt nicht ständig Vergangenheit und Zukunft nach" hinfällig.
ZitatAls Definition des Begriffes Denken sollten wir uns vom Denken eines erwachsenen Menschn lösen und ganz allgemein von einem planerischen Prozess im Hirn ausgehen, dem eine wie auch immer geartete logische bzw. folgerichtige Handlung folgt. Täten wir das nicht, müssten wir ja in letzter Konsequenz auch Kindern bis zu einer bestimmten Entwicklungsstufe das Denken absprechen.
Genau das tun diverse Forscher doch. Sie gehen davon aus, dass das Kind mit einer Reihe an kognitiven Fähigkeiten auf die Welt kommt und dass sein Denken, sein Geist im gesellschaftlichen Entwicklungsprozess entsteht.
LG, Henrike