Zitat
Also ganz allgemein gesagt...ich persönlich finde es nicht die Frage ob Jemand arbeiten geht oder nicht, sondern oft werden die Hunde in einem Lebensalter (vom halter her) angeschafft, indem eine gewisse Vorrausschaubarkeit noch gar nicht gegeben ist...
Ich finde man sollte diesbezüglich auch das eigene Alter bedenken...also lieber in einem lebensabschnitt, wo man ungefähr weiß, wie die Zukunft weiterläuft...
Wann kann man das denn jemals? Wir leben in einem Zeitalter der ständigen Weiterentwicklung und Veränderung. Das mag man gutheißen oder nicht, verlassen kann man sich dennoch mehr auf kaum etwas. Worauf wir uns verlassen können, ist die Tatsache, dass wir uns auf nichts verlassen können.
Was heute gut und richtig ist, mag morgen falsch sein. Vielleicht aber auch nicht.
Was wir heute mögen, können wir morgen vielleicht nicht mehr leiden. Vielleicht aber doch.
Was uns heute wichtig ist, hat morgen vielleicht keine Priorität mehr. Vielleicht aber doch.
Wer von uns kann denn wirklich noch einen wirklichen Lebensplan machen und sich dann drauf verlassen, dass das alles so eintritt? Und ab welchem Alter kann man das denn? Gibt es ideale Zeitpunkte für bestimmte Dinge? Fürs Heiraten? Fürs Kinderkriegen? Fürs Häuslebauen? Fürs Selbstständig-Machen? Fürs Verrückte-Träume-Verwirklichen?
Fakt ist, dass ich egal in welchem Alter ich bin, keine Sicherheiten habe, dass alles so eintritt, wie ich mir das wünsche/hoffe/plane. Ich kann mir Gedanken machen, was ich mir für die Zukunft wünsche, exakt so wird es wohl nie eintreten. Das Leben hält immer wieder Überraschungen für uns bereit, mal schöne, mal weniger schöne, aber wie es Überraschungen nunmal so an sich haben: sie sind nicht einplanbar, sondern kommen dann, wenn wir nicht damit rechnen.
Überlege ich also, wann ein guter Zeitpunkt wäre, einen Hund aufzunehmen, weil ein gewisses Maß an Vorausschaubarkeit vorhanden ist, stelle ich nur wieder fest, dass ich egal wie alt ich bin, nichts vorausschauen kann.
Egal, welchen Job ich habe, wo und wie ich wohne, wie meine Familienverhältnisse sind und wie alt ich bin, es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren, das sämtliche Pläne über den Haufen wirft. ICh kann meinen Job verlieren, weil die Firma pleite macht. ICh kann, wenn ich selbstständig bin, plötzliche Auftragsflaute haben und weiß nicht mehr, wie cih die Rechnungen zahlen soll, geschweige denn das Futter für den Hund. Mein Vermieter in der Wohnung mit Hundeerlaubnis kann plötzlich Eigenbedarf anmelden. Mein Partner kann feststellen, dass das doch wohl noch nicht alles gewesen sein kann und auf einmal das wilde Leben entdecken wollen. ICh kann ungeplant ein Kind erwarten, das Angebot für den Traumjob meines Lebens erhalten oder sonstwas.
Und dann? Was mach ich dann mit all meinen schönen Plänen, die ich mir so nett zurechtgelegt habe und die meine "Sicherheit" waren, dass ich einen Hund halten kann? - Richtig, über den Haufen werfen und mich den Gegebenheiten anpassen. Der Hund ist dann aber trotzdem da, auch wenn die Sicherheit weg ist.
Für mich zählt nicht, dass ich weiß, wo mein Weg hingehen wird, dass ich absehen kann, was da kommt und dass ich weiß, dass die nächsten 10-15 Jahre ein Hund unter den aktuellen Bedingungen machbar ist. Wichtig ist, dass ich in der LAge bin, flexibel zu sein, dass ich mich darauf einstellen kann, wenn sich etwas ändert und dass ich dann halt neue Wege gehe. Wer sich nur darauf verlässt, dass sein LEben planbar ist, dass er weiß, wo es hingeht, der fällt unter Umständen ganz schön auf die Nase, wenn das dann eben doch nicht alles so eintritt. Wer hingegen in der Lage ist, umzudenken, wenn das Leben ihm nur Zitronen anbietet und dann halt Zitronenlimonade draus macht, obwohl er bislang nur Orangenlimo getrunken hat, der kommt weiter. Und dabei spielt es absolut keine Rolle, ob man seit 15 Jahren oder seit 40 Jahren Orangenlimo trinkt...
LG Henrike