Hallo,
ganz abgewöhnen sollte man es nicht. Vor allem wenn der Trieb einfach da ist, aber man kann ihn in die gewünschten Bahnen lenken.
Man muss seinem Hund zeigen was man statt des bisherigen Verhaltens von ihm erwartet.
Bei mir ist es ruhig sein wenn ich mit jemandem rede.
Wenn der Hund schon verknüpft hat: Bellen = Leute weichen zurück,
dann mach ich es so, dass ich nicht an den Menschen vorbeilaufe die er anbellt, sondern sie in ein Gespräch verwickel.
Die meisten Menschen sprechen einen ja auf den Hund an, oder auf den Weg beim Gassigehen fragt jemand nach der Uhrzeit und das ist immer eine Gelegenheit noch kurz zu sprechen.
Weicht ein Mensch zurück, dann sag ich meistens gleich: der hat mehr Angst wie Sie, Sie können ruhig stehen bleiben!
Zu Filou hab ich dann immer: ist ok und Sitz gesagt, aber eher beiläufig und mich kurz unterhalten.
Dann ging es ohne irgendeine Beachtung meines vierfüssigen Begleiters weiter.
Hat er während des Gesprächs geknurrt, dann hab ich situationsbedingt reagiert. Zum Beispiel: wenn ihn jemand angeschaut hat/angesprochen hat (die Menschen meinen ja dann immer besonders nett sein zu wollen) und er deswegen knurrte, dann hab ich den Menschen gesagt, dass sie ihn einfach ignorieren sollen und wenn sie wissen wollten warum, dann hab ich es erklärt.
Hat er geknurrt weil der andere einfach nur in eine Tasche gegriffen hat, oder sich kurz bewegt hat, oder auch gar nichts gemacht hat, dann hab ich ihm mit: ist ok, bestätigt und wenn er dann nicht aufgehört hat, dann hab ich es unterbunden.
Filou hat dabei gelernt, dass ich ihn beschütze und die Situation ganz gut alleine handeln kann. Je nachdem eben.
Das ging natürlich nicht von heute auf morgen.
Ich rede hier von einem Zeitraum von 2 Jahren, aber es lohnt sich.
Gelobt hab ich ihn übrigens nie wenn er ruhig war, sondern ich hab es einfach als selbstverständlich angesehen und deshalb auch nicht besonders gemacht.
Hundi könnte sonst ganz schnell verknüpfen:
erst knurren, dann ruhig sein = Leckerli 
Wenn Besuch kommt, dann darf er mit zur Tür und schauen wer kommt, aber an den Besuch darf er nicht!
Wir gehen rein und ich schick ihn dann weg. Entweder er geht (mittlerweile) allein in den Korb, oder er hält gebührend Abstand zu den Menschen und hält sich im Hintergrund.
Kann er das nicht und meint den Besuch ständig bedrängen zu müssen (früher mit knurren, heute mit kopf-auflegen und von allen die Bestätigung holen), dann schick ich ihn in den Korb und dort muss er dann auch bleiben. In letzter Zeit legt er sich sofort hin und 10 Minuten später schläft er. Raus darf er dann natürlich auch wieder und wenn er sich benimmt, dann kann er tun und lassen was er möchte. Wenn er sich nicht benimmt dann geht es wieder in den Korb.
Ist halt schon ne Menge Arbeit und Konsequenz, aber es ist machbar.
Loben tue ich ihn übrigens auch mal den armen Hund:
wenn es klingelt und er bellt, dann lobe ich ihn.
wenn er aufpasst und bellt weil jemand was in den Briefkasten wirst, dann lobe ich ihn auch.
Ein "ist ok" ist für ihn auch ein Lob (zum Beispiel jemand steht an einer Ecke und kommt ihm verdächtig vor und er knurrt).
Bei ihm kommt es so an, dass er mich warnt, ich sage ihm es ist ok er hat einen guten Job gemacht. Damit ist er entlassen und ich übernehm die Verantwortung an dem bösen Menschen vorbeizulaufen. 
Wir sind noch nicht ferdisch, aber gut Ding will Weile haben...
Wenn man bedenkt wo wir schon gestanden haben mit meinem spanischen Freund, so kann ich nur mehr als stolz auf ihn sein.
Liebe Grüße
Steffi