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Wenn du nicht rufst (weil es eh nix nützen würde), dann war der Hund auch nicht ungehorsam....Im Freilauf übe ich grössere Ablenkungen erst auf kurze Distanzen. Habe ich keine, oder zu zögerliche Reaktion, verkürze ich die Distanz, dh. ich rücke dem Hund auf die Pelle, bzw. rufe ihn schon früher ab. Selig weiterbuddeln oder andere Privatbeschäftigungen werden unterbrochen, Hund hat also nix davon. Und ich belohne differenziert: prompte zügige Reaktion sehr hoch, eine gemütliche Irgendwann-Reaktion kriegt noch ein Okay. Das ist einer der häufigsten Fehler, die die Leute beim Rückruf machen: sie bringen dem Hund geradezu bei, erst beim dritten Ruf zu kommen. Nach den ersten Trainingseinheiten haben sie nämlich in ablenkungsarmen Situationen das Gefühl, ihr Hund "könne" das, und honorieren es immer weniger. Ein Fein und vielleicht ein Leckerli, war ja nix besonderes. Ist der Hund aber zu abgelenkt und kommt nicht, gibt es Action, wird mit Spielzeug rumgehüpft, weggerannt - der Hund hat das bald raus, dass es sich lohnt, zu warten. Es sollte genau umgekehrt sein: Klotzen schon am Anfang, beim ersten Ruf. Der Hund soll gar nicht auf die Idee kommen, nicht zu reagieren. DAS muss man sehr konsequent durchziehen, und zwar sehr lange! Nicht den Hund trainieren, dass er Herkommen als mässig lustvolle Tätigkeit betrachtet.
Um mich da nochmal einzuklinken: So arbeite ich auch. Hatte ja mein Dummytraining schon beschrieben. Und da unser Futterdummy eine Ersatzbeute ist, wird für besonders gutes Rankommen immer der Dummy geworfen und Roxy darf nach Lust und Laune hinterher hetzen.
Eine bessere Belohnung gibt es für sie eigentlich nicht, das könnte durch kein Quietschen, Loben oder leckerchen getoppt werden.
Wenn ich hier die Leute so beobachte, dann fehlt mir so oft die Interaktion beim Loben. "Fein" und Leckerchen reingestopft, schon dreht Hundi sich um und rauscht wieder davon.
Und zu Konsequenzen bei Ungehorsam im Freilauf: Also bei mir ist da dann auch schonmal die Leine geflogen. Das ist sicher nichts für die tägliche Anwendung, aber im richtigen Moment durchaus wirksam. Roxy hat es sich jedenfalls gemerkt und die Leine auch nicht negativ verknüpft. Ich will in dem Zusammenhang aber nochmal betonen, dass ich damit nicht befürworte, wenn jemand seinen Hund tagtäglich mit einer Wurfkette oder Trainingsdiscs malträtiert. Nur mal der Hinweis, dass so ein Schreckmoment in der richtigen Sekunde durchaus seine Wirksamkeit hat.
Man kann nicht immer der leckerlieverteilende Wattebauschwerfer sein.