Zitat
Also, ich finde: für so eine Leinenbefreiung sollte ein normaler Alltags-Gehorsam getestet werden. Kein Fuß, kein Perfektionismus, sondern einfach eben alltägliches: Abrufen und Verhalten bei Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und anderen Hunden. Nicht mehr und nicht weniger... 
Ich fände es dabei vorallem wichtig, daß die Leute eben lernen ihren eigenen Hund zu lesen und einschätzen zu können und sich in Rücksicht gegenüber anderen zu üben: eben auch mal anleinen, wenn Hundi doch grad bissel abgelenkt ist. Rücksichtsvolles und vorausschauendes Handeln bei Begegnungen...
naja. das liest sich ja schön. aber ich glaub, das wars dann auch.
denn: irgendwie muss man so eine prüfung einfach standardisieren.
und genau da wirds dann echt schwierig:
denn drück das mal in einem irgendwie "messbarem" parameter aus.
so wie: "wenn die ampel rot zeigt, dann darf man nicht gehen, dann muss man stehen bleiben". das ist eindeutig und klar und muss eingehalten werden. also: bei rot stehen = bestanden / bei rot drüber = druchgefallen.
das ist einfach.
nun nehmen wir aber mal "rücksichtsvolles und vorausschauendes handeln" - was ist das, wenn mans so auf den punkt bringt, dass es für "jeden" gilt?
für den einen: ich ruf meinen hund ran, wenn ich einen jogger sehe, mein hund stetzt sich am rand hin, lässt den jogger vorbei - und wir gehen ruhig und gesittet weiter.
für den nächsten: ich ruf meinen hund ran, lein ihn an, der jogger läuft vorbei....weiter im text
aber für den nächsten: ich seh den jogger, geh zu meinem hund, lein ihn an, geh 5 meter in die wiese, lenk ihn um oder ab - mein hund verbellt zwar den jogger, aber ich kann ihn noch händeln und verhindern, dass er den jogger frisst - ich bring meinen hund wieder "runter" und weiter im text.........
und für den übernächsten: mein hund geht von sich aus zur seite wenn ein jogger kommt, ich muss gar nix machen, der darf derweilen an der seite da vorne ruhig an seinem grashalm schnüffeln...
und ein anderer sagt: jogger interessieren meinen hund nicht - aber an der leine ist er ein leinenpöbbler wenn er andere hunde sieht - dafür isser im freilauf ein ganz friedlicher....
weisst was ich meine? auch wenn sich ein hund an der leine aufführt wie ein berserker - wenn der hh das so händeln kann, dass er dennoch niemanden gefährdet oder belästigt - dann ist trotzdem alles gut - seh ich zumindest so. oder wenn der hund zwar einem reh hinterher gehen würde - aber der hh so umsichtig ist, dass er seinen hund sichert, wenn er wild in der nähe vermutet - auch dann ist eigentlich alles gut.
ich kann mir, nach den berichten die ich hier im DF oft lese, schon vorstellen, dass es unglaublich nervig ist, wenn man in einer gegend lebt, wo es immer wieder unerfreuliche zwischenfälle gibt. aber vielleicht kann sich ja auch einer von jenen, die derlei immer und immer wieder erleben, auch mal in die reinversetzen, die in einer gegen leben wo alles in allem zum grossteil eher "vernünftige" hh leben - die dann mit einem generellen leinenzwang völlig unnötig "abgestraft" werden und die auch nicht verstehen können, wenn sie eine irgendwie sinnlose prüfung machen müssten.
ob der leinenzwang wirklich irgendwann mal bundesweit kommt - ich glaub nicht. da wir in einem förderalismus leben und dergleichen schonmal zuerst ländersache ist und eben auch die städte und gemeinden da mitreden dürfen/sollen wird das noch sehr sehr sehr lange tatsächlich gebietsabhängig sein. unser stadtrat hier besteht zu einem grossteil aus hundehaltern
- vielleicht haben wir hier deswegen (gottseidank) noch immer keine "hundeverordnung"....