IngoK
Ich bin da bei Dir. In einer Situation in der eine bewusste Entscheidung möglich ist (machen wir uns nichts vor, in Gefahren- oder Konfliktsituationen übernimmt oftmals das Unterbewusstsein/Reflex/Gewohnheit, what ever
) würde ich mich immer für den Mensch entscheiden, auch gegen meinen wirklich geliebten Hund.
Ich drücke es mal ganz stumpf aus. Tot ist tot, aber um meinen Hund würden "lediglich" ich und mein Partner trauern - und wir würden zutiefst trauern. Stirbt aber ein Mensch, ist dieser nicht nur nicht mehr da, sondern hinterlässt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sehr viel mehr Leid, zerstört womöglich sogar Existenzen oder das Leben weiterer Menschen.
Ja, ich würde meinen Hund "opfern" für fremde Menschen. Damit nicht eine Mutter um ihr Kind trauern muss, ein Bruder um eine Schwester, ein Mann um seine Frau, Eine Großmutter um ihren Enkel. Das Leid das mein toter Hund hinterlässt, wäre nicht vergleichbar. Ich bin sicher, es wäre kleiner, als das Leid das ein toter Mensch hinterlässt.
Vielleicht klingt es herzlos, aber der tote Mensch ist tot. Der tote Hund ist tot. Mir geht es eher darum wie groß das Loch ist, das ein solcher Verlust reißt.
Und ich muss mir selbst gegenüber ehrlich sein und mich fragen, was hoffe ich was passiert, wenn ein mir fremder Hundehalter die Entscheidung zwischen dem Leben seines geliebten Hundes und dem eines Menschen den ich liebe, treffen muss? Natürlich hoffe ich, dass er sich für das Menschenleben entscheidet das ich liebe, gegen das Hundeleben das er liebt.