Beiträge von SavoirVivre

    Mein Hund ist auch ein erfahrener Campinghund, aber bei Rahmenbedingungen wie du sie beschreibst hätte mein Hund gar nix außer Stress. 1-3Tage ok, aber volle Woche, da wäre ich raus mit Hund.

    Wäre ich mit Hund vor Ort gäbe es keinen Kontakt zu den anderen Hunden auf dem gesamten Platz/Wiese. Gerne mal zusammen eine große Runde gehen, damit die Hunde sich bei stetiger Bewegung kennenlernen, und wenn es passt auch zusammen die Gräten strecken können, aber das reicht dann auch an Kontakt.

    Auf dem Platz/Wiese wäre mein Hund im Camper, oder davor angebunden plus Schafzaun drum herum um ihn vor streichelnden Händen und Hundebesuch zu schützen. Er wäre nur im Camper für 1-2Stunden alleine, sonst wäre immer einer bei ihm. Ist er draußen, wird er nicht allein gelassen. Auslastung wird unterwegs gewährleistet.

    Bei 100Menschen verlasse ich mich garantiert nicht darauf das sich alle aus Hundesicht korrekt verhalten ohne das ich es eng begleite.

    Aber ganz ehrlich, ich kriege schon Stress wenn ich das lese 😆

    Mir fällt es schwer beim Junghund von Problemen zu sprechen. Man kennt sich noch nicht richtig, jeder Tag ist ein Abenteuer und die wissen selbst noch nicht wer sie sind.

    Solange tendenziell alles besser wird, bin ich da sehr entspann. Und dann kann man Nichts machen und dann sind sie alt :pfeif:

    Wie willst du es dann nennen?

    Ich würde das wilde Hundetier natürlich nicht als Problemhund bezeichnen, aber wir haben so ein paar Baustellen.

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    OK, zugegebenermassen liegt es wohl eher an mir als am Hund :see_no_evil_monkey:

    Baustellen sage ich gerne.

    Als Probleme betrachte ich.. äh.. kreatives, junghundtypisches Verhalten auf den Weg vom Junghund zum Aduld auch nicht.

    Mich beruhigt es tatsächlich manchmal, wenn ich lese, dass auch andere Hunde so ihre Probleme mit dem Freilauf haben... Manchmal wenn ich so durch das Forum blättere, sehe ich lauter perfekt erzogene (Jung)Hunde die leinenlos durch die Welt marschieren |) Und ja mir ist klar, dass diese Wahrnehmung verzehrt ist und dennoch frustriert mich das hin und wieder.

    Und hier in der Gegend bin ich gefühlt eine der Ausnahmen mit der Schleppleine in der Hand.

    Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster.

    Ich finde, der verantwortungsbewusste Junghundhalter hat überproportional oft eine Leine am Hund. Es gibt sie, klar, die Junghunde die so zuverlässig im Gehorsam stehen oder sich so zuverlässig umorientieren, das sie die meiste Zeit keine Leine brauchen. Oder sie haben Hundehalter die einfach wissen was sie tun und mir in der Lerntheorie von Hunden weit voraus sind, was ich absolut gönne, anerkenne und einfach nur ein wenig neidisch bin :D .


    Lebst du in der Stadt mit Hund hast du wegen anderen Hunden, vielen Menschen, Strassenverkehr, etc. eine Leine dran.

    Lebst du dörflicher hast Du wahrscheinlich wegen des Jagdtriebs eine Leine dran.

    Meiner Erfahrung nach haben viele Junghundhalter keine Leine dran, weil sie z.B. mutiger sind als ich und das Risiko eingehen es einfach drauf ankommen zu lassen. Frei nach dem Motto, der tut nix, der kommt schon wieder, oder der erwischt das Kaninchen eh nicht. Klar ist jedoch, öffentlich geteilt werden nur die Situationen die "gut gehen". Damit meine ich niemanden aus dem DF, sondern ganz allgemein auf die Hundehalterwelt so wie ich sie wahrnehme geschaut.

    Ich traue mich das nicht, zu groß die Sorge das er doch mal einen Eichhörnchen hinterherhuscht und unter die Räder kommt. Oder er einmal hetzt und auf den Geschmack kommt. Ich will nicht das mein Hund einem anderen Hallo sagt, weil das distanzlos ist. Ich möchte nicht das er im dicht besidelten Wohnumfeld leinenfrei auf den Gehwegen rumläuft weil vielen mulmig ist wenn ein großer Hund frei läuft. Ich suche mir das Umfeld wo er frei laufen darf genau aus und nehme mir dafür gerne die Zeit mehrfach die Woche mit ihm raus zu fahren. Und ich teile meist nur schöne Fotos wo er glücklich und brav im Freilauf ist - was dann widerrum die Wahrnehmung von z.B. dir verzerrt :lol:


    Ich finde Gustaf in euren Beiträgen durchaus wieder :D. Und bezüglich der Hochwertigkeit der Futterbelohnung halte ich es wie Phonhaus .

    Grundsätzlich - ich überlege mir, was ist mir wichtig und warum. Das sind dann Situationen in denen ich Gehorsam einfordere. Da ich aber weiß wieviel man einem Hund der ein Großstadtleben lebt tagtäglich eh schon abverlangt, schaue ich, das ich Dinge die für unseren Alltag unwichtig sind gar nicht erst forciere. Das Sitz an der Ampel wäre jetzt ein gutes Beispiel. Mir reicht es wenn Gustaf an lockerer Leine neben mir steht beim warten. Gerade nach einem längeren Gang mit vielen, vielen Aussenreizen, hätte ich womöglich sonst auch die Situation wie Neala sie beschreibt. Wenn Gustaf sich aber von sich aus setzt wenn wir an der roten Ampel stehen, dann bestätige ich es verbal. Das hat dazu geführt, das er sich recht oft hinsetzt sobald ich vor einer roten Ampel stoppe. Wenn er es nicht tut ist es auch ok, ich habe ihm ja kein "sitz" gegeben.


    Nachtrag: bei einem aussenfokussierten, reaktiven jungen Hund stellt sich ja immer die Frage, wie teile ich die wenige Gehirnkapazität bzw. geringe Anzahl der vorhandenen Löffelchen optimalerweise ein. Daher finde es wichtig zu priorisieren und das was wichtig ist durchzusetzen und was weniger wichtig ist auch einfach zu lassen. Damit erspart man sich viel "Diskussion" mit dem Hund. Nur realistisch sollte man dabei sein, damit man nicht selbst in ein Meideverhalten rutscht und Dinge nicht einfordert die aber eigentlich wichtig sind.

    Ich bin selbst ganz fasziniert und auch stolz darauf wieviel Gustaf mir noch beibringt. Ich bin ja Junghund-Erziehungsanfängerin und -versagerin :lol:. Das passiert wenn man 20Jahre vorher nur Adults aus dem Tierschutz hat und der letzte Welpe zu Teenagerzeiten eingezogen ist :headbash: