Beiträge von Tolstoi

    Ashriel: Tröste dich. Ich höre mir seit vier Jahren regelmäßig an, der Hund sei doch "ganz bestimmt ein Welpe" (26cm Schulterhöhe...). Variationen: Wächst der noch?/Wie alt ist der?/Der ist aber noch jung, oder? Irgendwann mach ich ihm ein T-Shirt.
    Überhaupt scheinen Jack-Russel-Halter_innen erklärte Zielscheibe weltfremder Kommentare zu sein.


    z.B.:
    "Da muss der arme Kleine durch den Dreck laufen. Tierquälerei, sowas"


    (Unter "Dreck" verstand die Dame den regennassen Asphalt. Offenbar werden kleine Hunde bei schlechtem Wetter grundsätzlich auf dem Arm getragen. Und ich zwinge ihn selbst zu laufen...schlimm.)

    (Hallo - ich war jetzt seit Jahren nicht mehr angemeldet und reine Passivleserin, aber in diesem Thread habe ich mich SO wiedererkannt, dass ich was beisteuern muss... hoffentlich okay : )


    ...wenn du wütend auf deine Mitbewohnerin wirst, weil sie die letzte Banane gegessen hat - die doch in den Obstquark für Hundi sollte
    ...wenn selbige Mitbewohnerin dir bei der Essenszubereitung sagt: Hund müsste man sein!
    ...wenn du deiner Freundin von deinem neuen Partner vorschwärmst - und zwar, wie süß er sich um den Hund gekümmert hat, als ihr bei ihm das erste Mal übernachtet habt
    ...wenn dein Partner dich ohne Hund an deiner Seite irgendwie unvollständig findet
    ...wenn du mit Menschen im selben Tonfall wie mit dem Hund schimpfst (Stichwort "Nein!")
    ...wenn du, mal ohne Hund unterwegs, an jeder Straße "Komm" sagst
    ...wenn dich als Vegetarierin frisches Biofleisch zum Strahlen bringt ("Oh, Lammherz!")
    ...wenn Hundescheiße zu deinen normalen Gesprächsthemen zählt
    ...wenn dich nur Leute besuchen dürfen, die Hunde mögen


    Und Tüten in allen Hosen-/Jackentaschen sind doch Standard...

    Huhu Hummel!
    [ot]Hast du meine letzte Mail bekommen?[/ot].


    Na, dann werde ich das das nächste mal machen.
    Ich glaube nicht, dass es dem Mixer schadet, die Dinger sind wirklich klein (etwa 1cm im Durchschnitt), und nicht sehr hart. Ist ja Rippe. Ich hatte nur Sorge, es könnte irgendwie ein sehr winziges Splitterchen, so im Durchmesser einer Stecknadelspitze, unpüriert bleiben und meinen Hund verletzen.


    Grüße,
    Stine

    Hallo wieder.


    Nein, ich glaube nicht, dass es nur von der Ausstrahlung abhängt. Geh mal als junge Frau pöbelnden Jugendlichen entgegen oder als Mann. Du wirst einen Unterschied feststellen. Wenn die Leute dann auch noch älter sind als du, wird es nicht gerade besser.


    Natürlich sage ich meine Meinung, und wenn ich es sähe, würde ich auch eingreifen. Aber es ist keine Einsicht vorhanden. Es gilt als ganz normale Erziehungsmethode - wenn man Zeit hat, ja, dann kann man den Hund mit Lob und Konsequenz erziehen. Aber weil es ja schnell gehen muss, wird draufgehaun, damit der Hund macht, was er soll.
    Anzeigen? Was erreiche ich damit, außer ein Achselzucken und ein "Wieso, man sieht doch nichts, dem Hund geht es doch gut"? Ich werde damit erreichen, dass der Typ für mich un-erreichbar wird, dass er seine Prügelmaßnahmen im Geheimen durchführt. So versuche ich wenigstens, argumentativ auf den Hundehalter einzuwirken, zumindest, solange ich ihn nicht dabei erwische. Dann weiß ich nämlich nicht, ob ich "souverän" (was ist das überhaupt?) bleiben und "Ruhe ausstrahlen" kann.
    Natürlich versuche ich es weiter, ich beziehe auch andere Leute mit ein.


    Ich möchte nur sagen, dass es auch im "Konkreten", im eigenen Umfeld, direkt vor der Nase, keine Sofortlösungen gibt. Damit meine ich doch nicht, dass man es nicht versuchen muss.


    Scottie:
    Und wie reagierst du darauf, wenn dir bekannte Leute solche Videos weiterreichen?


    Grüße,
    Stine

    Hallo Patrick,


    Zitat

    Und ausgesetzten Katzen zu helfen oder überlebensunfähige Stachler
    über den Winter zu bringe usw. hat für mich nichts mit 'soo süüss' zu
    tun, sondern ist mir eine Selbstverständlichkeit.


    Nee, das war damit auch nicht gemeint.


    Zitat


    Und eines kann ich Dir versichern. Sollte ich jemanden dabei erwischen
    absichtlich etwas zu überfahren, dann hat dieser Jemand ein richtiges
    Problem. Ganz ohne Hupe.


    Hm, und was machst du in so einer Situation? Nummernschild aufschreiben? Da wird man wahrscheinlich ausgelacht, wenn man sich an die Bullen oder ähnliche Autoritäten wendet.
    Zur Rede stellen? Wie denn, wenn der mit hundert Stundenkilometern vor dir herrast.
    Ich käme mir da recht hilflos vor. Gerade als Frau und in meinem Alter (Anfang Zwanzig) werde ich oft nicht ernstgenommen, besonders hier auf dem Land.
    Was kann ich konkret tun, wenn ein Bekannter seinen Hund prügelt (ich habe es noch nie selbst gesehen, aber ich weiß es, und er sagt es auch selbst)? Der Tierschutz wird nicht eingreifen, man sieht ja nichts. Der Hund wird außerdem als Eigentum gehandelt, von ihm und auch von der Justiz. Da heißt es dann, das ist seiner und er kann damit machen, was er will, solang er nicht bis zum Skelett abgemagert ist oder Brandwunden hat etc.
    Was also machen?


    Grüße,
    Stine

    Hallo,


    dazu habe ich auch eine Frage: Bei Rind-Rippenfleisch sind oft so winzige Knochenteilchen am Fleisch. Kann ich das mitpürieren oder muss ich es vorher abpulen (ich püriere Fleisch zu Gemüsemahlzeiten, weil Herr T sonst das Gemüse nicht frisst)?


    Grüße,
    Stine

    Hallo Patrick,
    wenn ich jetzt deinen Beitrag daraufhin nochmals lese, kommt es mir auch so vor (dass in vielen Dingen ein Konsens besteht).


    Vielleicht sollte man mal positive Nachrichten aus den Zeitungen sammeln, so wie die geretteten Welpen. Denn natürlich gibt es zahlreiche Menschen, die anders denken, und vielleicht wird man der Menschheit dann ein bisschen gerechter.
    Trotzdem macht mir die Ignoranz vieler Ach-wie-süß-ein-Hündchen-Leute gegenüber Nutztieren sehr zu schaffen, deshalb mein "Ausbruch". Ich bezog mich auch auf die Beiträge vieler in diesem Thread, dass solchen Tierquälereien eine kranke Psyche, kranke Gesellschaft, schlechtes Elternhaus etc. vorangehen. Und da dachte ich: naja, und jedem Massentierhalter und Kükenschredderer liegt das auch zugrunde? Eher nicht. Warum dann solchen Leuten?
    Ich hoffe, du hast dich jetzt nicht angegriffen gefühlt.


    In diesem Sinne einen guten Start in den Tag,
    Stine


    PS: Eine Bekannte erzählte, wie vor ihr mal jemand auf der Landstraße fuhr, der extra einen Schlenker machte, um einen am Straßenrand spazierenden Igel tot zu fahren. Sie fuhr daraufhin ca. zehn Kilometer hinter ihm her und hielt dabei ununterbrochen die Hupe gedrückt. Das half zwar dem Igel nicht mehr, aber ich finde es gut, dass sie ihre Wut zum Ausdruck gebracht hat...

    Hallo Patrick...


    Ich weiß, was du meinst, und auch mich frustet es immer wieder. Aber ich will nicht resignieren, ich will nicht sagen: man kann ja nichts machen.


    Zitat

    Was will denn der Einzelne tun, wenn der tägliche Wahn staatlich verordnet ist und 'von Oben' gebilligt, ja sogar gefördert wird?


    Ich glaube: Jeder Einzelne kann trotzdem etwas tun, nämlich so leben, dass er selbst möglichst wenig Qual und Leid verursacht. Es gibt so viele Möglichkeiten, Massentierhaltung nicht zu unterstützen.
    Die bequeme: in den Bioladen gehen.
    Die sicherere: Einen Bio-Hof deines Vertrauens auswählen und dort kaufen.
    Die anstrengende: Auf einen Bio-Hof ziehen oder einen aufmachen und selbst Lebensmittel produzieren.
    Die idealistische: Sich selbst versorgen und nur das besitzen, was man braucht, um zufrieden zu sein (streben wir an, in nicht zu ferner Zukunft).
    Mein Freund und ich haben bei Bioläden angefangen und leben und arbeiten inzwischen auf einem Demeter-Hof. Auch das für uns nur ein Schritt auf den richtigen Weg, dem Weg, den wir für richtig halten.
    Utopisch? Sinnlos?
    Für mich hängen Tierquälerei/Zerstörung der Natur/Respektlosigkeit gegenüber dem Leben und Konsum/Besitz eng zusammen. Wenn ich keinen Fernseher, kein Premiere, kein neues Handy, kein Strasshalsband für den Hund, keinen Urlaub auf Teneriffa etc. brauche, kann ich mein Geld für wichtigeres ausgeben. Gute, umweltfreundliche Lebensmittel zum Beispiel. Wenn ich mich nicht zumülle, obwohl mir ständig suggeriert wird, ich müsste es tun, habe ich zeit, den Blick auf das Wesentliche zu richten.
    Das erfordert Konsequenz, aber in meinen Augen keinen Verzicht. Denn ist es ein wirklicher Verlust, mir nicht ständig die Werbesendungen, Talkshows etc. reinzuziehen?
    Ich besitze zwei kleine Kartons mit Büchern. Ich frage mich oft, warum ich so viel Zeug habe. Wozu? Steigert das die Qualität meines Lebens? Liegt diese nicht vielmehr darin, etwas sinnvolles zu tun, und darin, in den kleinen Dingen das große Ganze zu erkennen, wie im "Was ist Glück"-Thread beschrieben?


    Natürlich: indem ich mein Konsumverhalten ändere, vermag ich nichts gegen die langen Schlachtransporte zu tun, gegen die McDoof-Esser, die nicht darüber nachdenken, wie das Hack (wenn es welches ist) gelebt hat, gegen die Logik, die in dieser Gesellschaft herrscht: Das Geld. Ich denke schon, dass man verdummt wird, dass der ganze Konsumterror ein Instrument ist, uns ruhig zu stellen, dass wir belogen und beschissen werden, dass die Demokratie eine Farce und die Wahlen sinnlos sind. Ich glaube nicht an das politische System, ich glaube nicht, dass Politiker etwas ändern können und wollen, glaube nicht mehr, dass es einen Unterschied macht, welche Marionette gerade von der Wirtschaft gegängelt wird, rot, schwarz, grün...


    Aber muss ich deswegen alles machen, was man mir sagt? Habe ich nicht ein Hirn, das ich benutzen kann? Muss ich wegschauen und wiederkäuen, was mir eingetrichtert wird?


    Ich habe die Möglichkeit zu versuchen, zufrieden zu leben. Und ich bin nicht zufrieden, wenn ich weiß, dass wegen meiner Müslimilch eine Kuh Schmerz erlitten hat. Dass wegen Tolstopis Futter ein Rind oder ein Huhn gequält wurde.
    Natürlich: ich kann nicht (kaum) wirklich konsequent leben. Dann dürfte ich weder einen Rechner besitzen noch im Netz surfen (ja, ich habe darüber nachgedacht, ob ich das vor mir verantworten kann). Dürfte nie Bananen essen, auch nicht in Bio- und FairTrade-Qualität, wegen der Umweltverschmutzung. Dürfte das Demeter-Feld nicht mit dem Trecker bestellen, weil er Diesel verbraucht. Dürfte keine Musik hören (alles aus Plastik, und woraus wird Plastik hergestellt? Eben). Etc. Etc. Aber ich kann etwas tun.


    Denn:
    Ich denke ja auch nicht: Oh Gott, es gibt so viele Menschen, die Hunde prügeln und Igel aufspießen, was nützt es, wenn ich es nicht mache. Sondern ich sage mir: Solange ich es nicht mache, geht es zumindest einem Igel oder einem Hund besser.
    Ist das nichts?


    Grüße,
    Stine

    Zitat

    Jackies sind übrigens garnicht zu erziehen.


    Das habe ich auch schon gelernt (von diversen Hundekennern)...


    Was mir zum Thema Hund und Straße einfällt:
    Vor Jahren, als Rieke (die Große meiner Eltern) noch jung war, habe ich mit ihr am Fahrrad laufen geübt. Da es was interessantes zu schnuppern gab, und sie vergaß, dass sie an der Leine hängt, habe ich einen unsanften Abgang gemacht - direkt neben einer großen Straße, schlecht einsehbare Kurve.
    Ich lasse also die Leine los und Rieke absitzen, um das Rad wieder aufheben zu können, das halb auf mir liegt. Hund ist vorbildlich, rührt sich nicht von der Stelle.
    Kommt eine Frau mit Kinderwagen vorbei und meint, sie müsste den Hund einfangen (!). Ich bitte sie, das zu lassen, der Hund lasse sich nicht von Fremden anfassen. Sie versucht es weiter. Und natürlich läuft Rieke, im Bemühen, ihr auszuweichen, auf die Straße, und natürlich kommt genau jetzt ein Auto um die Kurve. Glücklicherweise hört sie sofort und kommt trotz leichter Panikatacke wegen der fremden Frau zu mir. Ich völlig fertig.
    Daraufhin motzt mich die Frau zusammen:
    Ja, wenn der Hund das nicht kann, dann fahr gefälligst nicht mit ihm Fahrrad!