Ich glaube nicht an Aggression, eher an Unsicherheit.
Möglicherweise bist Du selbst in solchen Situationen total angespannt, rufst, schreist vielleicht sogar und machst hektische Bewegungen. Das verunsichert den Hund noch mehr und die Sache eskaliert....
Leika ist auch so eine Kandidatin. Für uns war der Weg "Bogen laufen" der richtige. Wir sind allen "gefährlichen" Situationen im grossen Bogen ausgewichen. Zuerst sehr weite Bögen, dann immer flacher.... Wenn die alten Verhaltensmuster wieder auftraten, wurde der Bogen wieder grösser gezogen. Bei all diesen Aktionen habe ICH darauf geachtet, total gelassen zu bleiben, sicher, hoch erhobenen Hauptes und mit geradem Rücken bin ich mit Leika an der Leine zügig weiter gegangen, bis sie gemerkt hat: Frauchen interessiert sich gar nicht für die Leute/Hunde und die Leute/Hunde eigentlich auch nicht für uns, also brauche ich auch kein Theater zu veranstalten.
Ganz haben wir die Verhaltensweisen nicht abstellen können, es gibt immer noch den einen oder anderen "Todfeind", an dem man nicht einfach so vorbeigehen kann. Die kennen wir aber meist und weichen möglichst früh aus, so dass auch solche Begegnungen recht glimpflich ablaufen.
Was ich selbst nie ablegen werde: Ständig die Umgebung scannen und brenzlige Situationen/Begegnungen so früh wie möglich entschärfen - entweder durch Ausweichen oder durch Ablenken.
Ein kompetenter Trainer könnte vielleicht noch andere Ideen entwickeln, wenn er euch live erlebt. Die "Bogentherapie" haben wir auch durch eine Trainerin kennengelernt. Aussenstehende sehen oft mehr und können entsprechende Tipps geben. Man selbst ist oft betriebsblind und sieht naheliegende Dinge gar nicht mehr.
Gruss
Gudrun