Hallo Patrick,
willkommen im Forum.
Da hast Du Dir ja gleich eine grosse Aufgabe ausgesucht.
Eine nicht allgemein beliebte Rasse, mit der Du sicher bei einigen Leuten in Deiner Umgebung anecken wirst
Ein vermutlich nicht gut sozialisierter Hund, der das richtige Zusammenleben mit Menschen erst einmal lernen muss
Ein Hund, dessen Vorleben Du nicht wirklich kennst, sondern nur vermutest, wie es gewesen sein könnte
Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Such Dir so schnell es geht jemanden, der Dir vor Ort mit fachlichem Rat zur Seite steht. Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass man in so einem Fall alleine nicht sehr weit kommt.
Wenn Du uns sagst, woher Du kommst, kann Dir vielleicht jemand eine Empfehlung geben.
Zum Thema NEIN: Der Hund kennt dieses Kommando wahrscheinlich nicht und muss erst lernen, was Du damit meinst. Das dauert in der Regel länger als 3 Tage. Vor allem in Deinem Fall: Der Hund steht zurzeit unter dem Stress der vielen neuen Eindrücke... das ist viel für ihn. Und dann noch lernen..... naja...
Zum Thema Trinken: Zum einen kann es sein, dass er vorher sehr wenig
Wasser zur Verfügung hatte und sich immer den Bauch vollschlagen musste, wenn es denn mal möglich war. Zum anderen könnte aber auch eine Krankheit wie Diabetes dahinterstecken. Bitte weise beim Tierarztbesuch darauf hin.
Das gleiche gilt für die Fehlstellung des Beins. Vielleicht lässt sich das ja noch richten....
Ich würde Hercules momentan viel Ruhe gönnen und ihn nicht dauernd bespassen.
Das Gassigehen kannst Du nach und nach langsam einführen. Wenn er das wirklich noch nicht kennt, fang mit ganz kleinen Wegen an. Wahrscheinlich musst Du ihn ja auch zuerst mal an Geschirr und Leine gewöhnen.
Ist er stubenrein? Sonst musst Du das auch aufbauen wie bei einem Welpen - regelmässig alle paar Stunden raus, zusätzlich nach dem Fressen, Trinken und Spielen.
Die Beisserei und das Anspringen solltest Du versuchen zu unterbinden. Beim Anspringen hat bei uns schon geholfen, wenn man die Hand vor den Körper gehalten hat. Unsere Leika hatte das recht schnell begriffen.
Wahrscheinlich hat Hercules nie die Möglichkeit gehabt, eine Beisshemmung zu entwickeln - also jetzt immer in den höchsten Tönen quieken, wenn er knapst. Irgendwann - in vermutlich gar nicht so ferner Zukunft - hat er begriffen, dass er das nicht soll.
Du hast da einen Junghund in einem schwierigen Alter, der wahrscheinlich "geistig auf dem Stand eines Babys" ist. Lass ihm Zeit, bei Dir anzukommen und lass Dir von einem guten Trainer/einer guten Trainerin zeigen, wie Du mit ihm umgehen solltest.
Viel Erfolg - und bitte stell Fotos von Hercules ein....
Gruss
Gudrun