Toll, diese Diskussionen hier! Vor allem gefällt mr, dass niemand "missionieren" will und nur seine eigene Meinung gelten lässt.
Das Thema ist auch sehr brisant.
Wir Deutschen haben ein anderes Verhältnis zu Haustieren - speziell Hunden - als viele andere Völker. Ist dieses Verhältnis zwangsläufig das bessere? Das möchte ich nicht beurteilen müssen.
Wir werden es aber nicht hinbekommen, alle anderen Völker von unserer Art der Tierliebe zu überzeugen. In Spanien, Ungarn, Rumänien usw. sind Hunde oft Nutztiere - wie Esel, Kühe, Schweine. Bei uns sind Hunde überwiegend zum Vergnügen ihrer Besitzer da. Schon hier liegt ein Riesenunterschied.
Die Tradition anderer Länder sieht oft den Familienhund, wie wir ihn kennen, nicht vor. Kinder spielen mit den kuscheligen Welpen, aber wenn die Hunde grösser sind, wird Abstand gehalten, weils gefährlich sein könnte.
Ich bin sehr dafür, wenn sich Organisationen finden, die in den entsprechenden Ländern versuchen, das Los von nicht mehr gewollten Hunden, seien sie ausgesetzt worden oder "frei geboren" als Produkt von Strassenhunden, erträglicher zu machen. Das kann durch Kastrationsprogramme geschehen, durch Gründung von vernünftigen Tierheimen, oder auch - und da bin ich der Meinung, das sollten Einzelfälle bleiben - durch Ausführen der Hunde in Länder mit besseren Bedingungen. Es ist ähnlich wie mit der "Entwicklungshilfe" in der sogenannten Dritten Welt - nur Hilfe zur Selbsthilfe nützt langfristig.
Solange es Organisationen gibt, die nicht mehr gewollte Hunde aus Spanien nach Deutschland bringen, wird es auch Transporte mit Welpen aus unsäglichen "Zuchten" nach Spanien geben, um Nachschub zu liefern. Interessanter wäre hier eigentlich, den Nachschub zu stoppen......
Hätten wir nicht Leika gefunden, wäre vielleicht auch ein Auslandshund bei uns eingezogen. Nun, bei uns ist es anders gelaufen.
Das Beispiel mit der nicht mehr sehr gehfähigen Frau, die einen lauffreudigen Griechen bei sich hat und fett füttert ist für mich ein Graus. Das ist eher Tierquälerei als den Hund in Griechenland auf der Strasse zu lassen.
Insgesamt denke ich: Jeder muss für sich entscheiden, ob er einen Auslandshund aufnehmen möchte. Ein klares schwarz oder weiss gibt es nicht. Aber immer muss der Gedanke sein: Ich habe hier ein Lebewesen, dem ich ein schönes Dasein bieten möchte. Und das sollte ich nach bestem Wissen und GEWISSEN machen - unter Berücksichtigung seiner Bedürfnisse (und damit meine ich nicht nur Futter, Wasser und einen trockenen Schlafplatz).
Liebe Grüsse
Gudrun