Beiträge von mollrops

    Leider ist der Mausethread zu - ich will trotzdem noch was loswerden.

    Ich finde es schrecklich, wenn ein Mensch ohne medizinische Kenntnisse meint, ein Tier erlösen zu "müssen". Gerade in D gibt es fast an jeder Ecke einen Tierarzt, der die Situation besser als ein Laie einschätzen kann. Kinder würde ich eine Tötung erst recht nicht durchführen lassen, wenn ich als Erwachsener "sowas" nicht kann. Ich habe noch nie ein Tier erschlagen, ertränkt oder in den Gefrierschrank gesetzt. Im Gegenteil, die meisten meiner Findlinge konnte ich wieder aufpeppeln - obwohl sie oftmals schwer verletzt waren.

    Meine erste Katze z.B. lag mit einem Geschwisterchen in unserer Mülltonne. DIe beiden wurden wohl gegen eine Wand geworfen, in der Tonne auf unserem Grundstück entsorgt und hatten schwerste Kopfverletzungen. Während das eine Geschwisterchen bereits tot war, lebte "meine" Katze noch. Nicht auszudenken, hätte ich sie "erlöst" - sie hat nämlich die Folgen (wenn auch mit einem schiefen Gesicht) überlebt und wurde 17 Jahre alt.

    Genauso bin ich froh, dass ich mein schwer verletztes Wildkaninchen vor einem sogenannten "Erlöser" gefunden hatte. Sonst wäre es sicher auch von einem vermeintlichen Tierfreund erschlagen worden, anstatt jetzt gerade hier in meinem Büro zu toben - mit der Option, in 14 Tagen endgültig zu einem Partner in den Garten ziehen zu können.

    Der Thread hat mich nicht nur erschrocken, sondern mir wieder gezeigt, dass unsere Gesellschaft auseinander triftet, was die Einstellung zu Lebewesen betrifft. Leider hat es mich neben der Art der Tötung - bleibe ich bei dem Beispiel Mäus'chen - erschreckt, dass sich Tiere unbemerkt vermehren konnten und erst nach Wochen durch Zufall entdeckt werden. Ein Beispiel einer Tierhaltung, die so nicht praktiziert werden sollte und gleich die Käfighaltung wieder in Verruf bringt.

    Auch wenn hier auf Tierhalter gewettert und Käfighaltung pauschalisiert wird, gibt es gerade in dieser Haltungsform ein Umdenken, woran das Internet nicht ganz unschuldig ist.

    Unzählige Foren - für alle erdenklichen Tierarten werden stark frequentiert, damit es dem Heimtier besser als früher geht - damals fehlte es einfach an Informationen (nicht nur über die Rassen, Unterbringung und Ernährung), die jetzt für eine grosse Masse zugänglich sind.

    Als Belohnung für die Mühe lernt man die gehaltene Tierart viel besser kennen, kann sie und ihr "Familienleben" viel besser beobachten als früher. Natürlich gibt es sie noch - die Hamsterhalter, die meinen, mit einem Laufrad dem Bewegungsdrang ihres Tieres ausreichend nachzukommen. Aber es gibt eben immer mehr, die wissen, dass es eben nicht mehr reicht und sich gegen Hamster entscheiden.

    Kaninchen werden heute in Gruppen und im Freilauf gehalten, Meerschweinchen vegetieren nicht nur einsam in Kinderzimmern, sondern werden wie ihre Vorfahren auch in Gruppen gehalten und müssen nicht mehr als "Schmusetiere" herhalten.

    Stubenvögel bekommen neben ihren Partnern Volieren, die auf ihre Bedürfnisse eingerichtet sind und vermehren sich sogar bei guter Pflege.

    Heimtiere lassen sich nicht mit ihren wild lebenden Artgenossen vergleichen - denn ihnen fehlt ein entscheidenes Merkmal - sie müssen - schliesst man schlechte Haltung aus - nicht ums Überleben kämpfen und sind mit Nahrung, Partner sowie Freiraum gut versorgt. Ich weiss, noch ist es nicht die Regel, aber die Foren sind wirklich sehr gut besucht (bin ja auch in etlichen).

    Bei meinen Eltern lebt seit Wochen ein Wildkaninchenjunges. Es könnte ohne Probleme durch den Zaun vom Grundstück schlüpfen - trotzdem hält es sich den ganzen Tag nur auf dem Grundstück auf. Warum wohl ? Weil es hier sicher ist vor Feinden. Es hat die "Gefangenschaft" selbst gewählt und scheint gut damit auszukommen ...

    Julchen kam von einer Organisation, ich war Pflegestelle und nachdem ich Julchen selbst behalten hatte, schlief der Kontakt ein. Ist halt nicht Sinn und Zweck einer Pflegestelle, den ersten Hund gleich zu behalten.

    Zu Püppys Züchterin hatte ich lange Zeit ein sehr gutes Verhältnis - bis ich sie nicht mehr auf der Rennbahn laufen liess und vom Züchten Abstand genommen hatte. Da ist der Kontakt komplett abgebrochen.

    Zu Bambis ehemaligen Besitzern hatte ich bis zu ihrer Magendrehung auch ein gutes Verhältnis. Seit der Info reagieren sie auf keine Mails mehr.

    Ich könnte sie umbringen - Bambi hat meinen Zahnstocher gefressen. Ich hatte ihn in den Aschenbecher gelegt und so schnell konnte ich nicht reagieren, hatte sie ihn schon im Maul und kaute.

    Einen Teil (ein Drittel) konnte ich noch aus der Backentasche holen (war komplett zermalmt und faserig) aber den Rest hat sie abgeschluckt.

    Ich krieg mit dem Hund noch die Krise ! Ist die Magensäure stark genug, das Holz wenigstens etwas weicher zu machen ? Sie hat eine grosse Portion Sauerkraut bekommen und ich renne seit Stunden hier rum und mache mir Sorgen. Meine Tierärztin sagt, man kann momentan nix machen ausser abzuwarten. Sie glaubt nicht, dass Bambi den Rest des Zahnstochers an einem Stück abgeschluckt hat.

    Ich könnt mir selbst eine auf die Backe hauen.

    Der Tod durch Erfrieren ist SEHR schmerzvoll. Ich wundere mich immer wieder, wieso diese Tötungsmethode immer wieder vorgeschlagen wird.

    Wenn die Maus verkrüppelt die ersten Wochen überlebt hat, wird das einen Grund gehabt haben. Ich verstehe nicht, warum man sie jetzt killen muss. Die Mutter hat es schon nicht getan, wo ist also das Problem ? Vielleicht hat sie auch nur schwer geatmet, weil sie Dich erblickt hat - so ganz nach ihrer Isolation im Mäusehaus - nach Wochen ....

    Hallo Ihr Lieben

    Wegen des Ruhigbleibens - ich habe nicht genug auf meinen Hund aufgepasst - deshalb konnte ich die Frau auch nicht anmotzen. Sonst wäre das alles gar nicht passiert. Ich war auch so fertig an dem Tag - kam direkt von der Arbeit, bin mit Bambi losgewetzt und wollte auch Julchen beim Doc vorstellen. Deshalb hatte sie auch kein Geschirr und Leine an - sondern ich hab sie in die Box gepackt und bin, anstatt zu laufen, mit dem Auto gefahren.

    Die junge Frau hatte vielleicht Angst um ihren Hund - Julchen ist zwar sehr klein, sie springt aber immer an den anderen Hunden hoch, um zu schnuffeln. Die Frau hat sicher ohne zu überlegen gehandelt, denk ich mal.

    Ich bin nur froh, dass es nicht Püppy war - sie wäre nämlich nicht stehen gelieben und vor lauter Panik wer weiss wohin gerannt - sie sieht ja nix mehr.

    Heute nach dem Dienst werde ich Julchen ein neues, etwas grösseres Geschirr kaufen, das jetzige sitzt ziemlich eng (die Kleene hat ja nach der Kastra etwas zugenommen) ausserdem ist es sehr umständlich, es ihr anzulegen.

    Passt bitte bloss auf Eure Hundis auf, dass Euch nicht auch mal so etwas passiert. Mir steckt der Schreck immer noch in den Knochen. Ich darf gar nicht dran denken, wenn ein Auto sie erwischt hätte. Traurig finde ich, dass Autofahrer sogar gehupt hatten, obwohl sie meine Einfangversuche sahen. Schon sehr enttäuschend, dass selbst bei sowas wohl kein Verständnis mehr zu erwarten ist.

    Gestern war ich mit meinen beiden Black and Tan – Hundis beim Tierarzt.

    Jule und Bambi kratzen sich auffällig viel unter den Achseln und Beissen an der Schwanzwurzel herum und ich wollte abklären, ob sie sich vielleicht was Krabbeliges eingefangen hatten.

    Da es mit zwei Hunden in der Praxis viel zu viel Stress ist, bin ich erst mit meiner Grossen hin. Kein Krabbelvieh haben wir bei ihr gefunden. Die Grosse zu Fuss heimgebracht und meine Kleene Jule geschnappt, ab in den Katzenkennel und mit dem Auto in die Praxis. Gleiches Procedere – erst Kamm, dann Tesafilm – auch Jule ist Parasitenfrei.

    Frauchen hat es gefreut, Hund hat rumgeheult und an der Praxisglastüre gekratzt, sie ist nicht gern beim Doc und wollte raus. Ich musste jedoch noch meine Rechnung zahlen. Da niemand sonst mehr im Wartezimmer sass, hatte meine Tierärztin Jule mit ihrer Hündin spielen lassen, während sie mich abkassieren wollte. Ich gebe also gerade den Pin von der EC Karte ein, kommt eine junge Frau mit Cocker zur Glastüre herein. Ich dreh mich um, Jule und der Hund meiner Tierärztin standen vor dem Cocker, doch die Frau wollte das anscheinend nicht und schiebt meinen 2 kg-„Kampfhund“ mit dem Fuss beiseite, durch die geöffnete Türe raus auf die Strasse und wollte die Türe hinter sich schliessen !

    Ich schrei noch: JULE ! und schon rennt mein Hund los – bloss weg von der Praxis – auf die Strasse Richtung geparkter Autos. Ich stürze hinter ihr her und hatte so eine Panik, dass sie tot gefahren wird, die Fahrer sind nicht stehen geblieben, ich habe erst vor Panik gebrüllt, Julchen damit noch mehr verschreckt – sie hatte wohl Angst, wieder in die Praxis zu müssen und rannte immer wieder um und unter die Autos und auf die Strasse.

    Vor lauter Angst und Verzweiflung habe ich mich dann mitten auf die Strasse gesetzt und sie ruhig gerufen. Dann traute sie sich endlich, lief verschreckt zu mir und sprang in meine Arme. In dem Moment kam auch meine Tierärztin mit Frolic zum Locken aus der Praxis gelaufen. Mein Herz hat beinahe ausgesetzt, solche Angst hatte ich um sie. Da waren mir sogar die hupenden Autofahrer egal. Mein Hund und ich hatten beide so Herzklopfen. Ich habe Julchen dann sofort in der Praxis in ihre Box gesetzt, wo ich sie gleich nach der Untersuchung hätte reinsetzen sollen.

    Und die Tante im Wartezimmer hat sich nicht mal entschuldigt, obwohl sie durch die Glastüre und die grossen Scheiben gesehen hatte, dass von meinem Minihund garantiert keine Gefahr für ihren ausgewachsenen Rüden ausgeht. Ich war so sauer, weil sie Julchen einfach rausgeschubst hat. Am liebsten wäre ich ihr an den Hals gesprungen, habe mir aber jeden Kommentar verkniffen, weil ich meinen Hund auch ein paar Sekunden für die Pin-Eingabe aus dem Auge gelassen hatte und somit nicht ganz unschuldig an der Situation war.

    Das passiert mir nie mehr wieder. Es hätte nicht viel gefehlt und meine Kleine wäre überfahren worden.