Hallo Patrik. Gut geschrieben hast du! Ich kann dir auch in keinem einzigen Punkt widersprechen, da es tatsächlich in den allermeisten Fällen so ist.
Ich bin bald seit 3 Jahren Mitglied in diesem Forum und habe mich angemeldet, nachdem ich meinen ersten Hund geholt habe. Ich habe in der Auswahl des Hundes so ziemlich alles mitgenommen, was hier so gerne kritisiert wird.
Nicht nur das ich den Hund über das Internet gesucht habe und gezielt ein Mischling ausserhalb des Tierschutzes gesucht habe, ich habe sogar den erst besten Hund gleich gekauft. Angesehen und nach drei Tagen abgeholt. Die Katze im Sack gekauft, wenn man so will. Noch dazu war es der typische Vermehrerhund. Die Eltern meilenweit nicht zu sehen, Impfpass war in den Umzugskartons verloren gegangen und hat sich nie wieder gefunden. Selbst das genaue Geburtsdatum konnte mir man nicht sagen. Und auch die mir genannten Rassen kann ich nicht bestätigen. Bis auf den offensichtlichen Labbi. Ich habe den Hund genommen, trotz besserem Wissens.
Ich habe daraus nie ein Geheimnis gemacht. Habe es immer so erzählt wie es war und ich habe nie ein böses Wort zu lesen bekommen. Bis heute nicht.
Ich denke eher, dass die meisten User hier im Forum ein Problem damit haben, wenn Leute sich nicht eingestehen können, dass es eigentlich nicht richtig war, sich bewusst einen Hund vom Vermehrer zu holen. Das sie sich immer noch alles schön reden, obwohl nachvollziehbare Kommentare kommen.
Genauso wenig kann ich aber leiden, wenn jemand eine Frage hat und User Gegenfragen stellen, aus denen man sofort erkennt, dass sie den User der mit einer furzeinfachen Frage kam, bloß stellen wollen. Ich verstehe sehr oft nicht, warum man bei einer Frage, nicht einfach eine Antwort geben kann. Wenn ich wissen möchte, ob mein Welpe drei Schritte mehr als andere läuft (nur ein Beispiel zu nennen, diese Frage gab es nie im Forum), dann werde ich davon absolut abgeschreckt, wenn man mich ausfragt woher der Welpe ist, welcher Rasse er angehört, warum es denn ein Mischling sein muss, der nicht aus dem Tierschutz ist, warum er keine Papiere hat, wenn es ein Rassehund ist usw. Und schon ist die eigentliche Frage nicht nur nicht beantwortet, sondern der User ins Kreuzverhör genommen, so das sich dieser nie wieder blicken lässt. Und wehe man traut sich, sich über die Vorgehensweise dieser "Hundeschützer" zu beschweren. Dann bekommt man gesagt, dass man nicht oft genug auf Vermehrer und blahblahblah hinweisen kann und wenn es auch nur einen davon abhalten würde, sich einen Vermehrerwelpen anzuschaffen Einhörner anfangen Regenbögen zu sch*ißen und die Welt wieder ein Stück in Ordnung gerückt wird.
Das sie aber so eben einen Menschen, der sich auf seinen Welpen sicherlich genauso gefreut hat, wie jeder der sich einen Tierschutzhund oder einen Rassehund ins Haus holt, so vergrault haben, dass sich dieser ganz sicher erstmal nicht mehr mit diesem Thema Vermehrer auseinandersetzen wird, da die Fanatisten es sicherlich übertreiben, wird im Siegestaumel übersehen. Denn dann kommt meist noch der selbstgefällige Nachsatz "War ja klar, dass er/sie/es sich nicht mehr meldet. Jetzt hat er/sie/es nicht zu hören bekommen was er/sie/es gern wollte!"
Ich will nicht falsch verstanden werden und befürworte die ganze Vermehrersache sicherlich genauso wenig wie die meisten hier und habe mich auch schon entsprechend in entsprechenden Threads geäussert. Warnungen, Hinweise und Mahnungen zu dem Thema haben die selbe Berechtigung hier ausgeschrieben zu werden, wie alle anderen Themen auch. Allerdings bringt es niemanden, einem Menschen die Freude an seinem Hund so gründlich mies machen zu wollen, dass dieser Mensch sich nicht weiter informiert und den selben Fehler wohl wieder begehen wird.
Ich kann nicht sagen, dass ich meinen Hund irgendwann mal bereut hätte, auch wenn wir teilweise durch schwere Zeiten gingen, die aber nicht mein Hund zu verantworten hatte, sondern ich. Auch die Aussage "Was man am Kaufpreis spart, bekommt man doppelt und dreifach wieder drauf. Und das als Arztkosten!" kann ich nicht bestätigen. Mein Hund hat mich in der Zeit in der er bei mir ist vielleicht 200 € Arztkosten gekostet. Die Impfungen und der eine Noteinsatz nach seinem Keksabenteuer. Während mein Rassekater, den ich von einer guten Zucht für 500€ gekauft habe, seinen Kaufpreis verdoppelt beim Tierarzt gelassen hat, wegen eines Herzfehlers. Weder Rassen noch Mischlinge kommen mit einem Garantiestempel was die Gesundheit angeht.