Beiträge von PocoLoco

    Ich nehme solche Situationen oft selbst in die Hand. Am Freitag ist ein Hund in uns reingerauscht (oder er wollte es) in einer Umgebung wo überall gebeten wird, die Hunde an der Leine zu halten. Jedenfalls wurde besagter Hund gerufen, weswegen ich auf ihn aufmerksam wurde. Ich habe mich umgedreht und der Hund kam gerade von hinten an uns heran. Und da ich an dem Tag kein Bock auf sowas hatte, habe ich mich dem Hund zugewandt, einen Schritt auf ihn zugemacht und "Zisch ab!" gefaucht. Der Hund war schneller weg als ich gucken konnte. So schnell wäre er nicht abgerauscht wenn es meine Hunde gewesen wären die ihn angefaucht hätten.

    20 Minuten später haben wir ihn nochmal getroffen. Da hat nur ein Blick meinerseits gereicht und er hat das Weite gesucht. :)

    Es passiert uns relativ selten, aber wenn dann regel ich die ganze Sache und da die meisten Hunde nicht gewöhnt sind, von den Menschen an den Leinen angemacht zu werden, habe ich den Überraschungsmoment zu 98% auf meiner Seite.

    Zitat

    Ich würde euch Empfehlen Step by Step zu beginnen.

    1: Immer wenn Du kommst nicht gleich in den Zwinger gehen um den Hund zu holen, bleib vor dem Zwinger stehen und sprich beruhigend auf Ihn ein solange er wild rumspringt im Zwinger nichts weiter machen.
    Wiederholen Wiederholen Wiederholen.

    2: Wenn er sich im Zwinger beruhigt hat gib Ihm den Befehl sich abzusetzen etwas von der Türe entfernt. Da wo er nun sitzt soll er sitzen bleiben danach Türe öffnen und in den Zwinger gehen dabei immer den Hund beobachten und ihn auf seiner Position lassen sollte er zur Türe kommen während Du Sie öffnest schließ die Türe wieder und beginne von vorne. Das würde ich solange Üben bis Du in den Zwinger kannst und der Hund sitzen bleibt.

    3: Im Zwinger den Hund immer noch sitzen lassen und auf Ihn zugehen dann die Leine anlegen.


    Sie wird Stunden vor dem Zwinger verbringen, bei einem Hund so wenig Frusttoleranzen hat wie dieser hier. Das wird nicht hinhauen, denn sie hat nicht soviel Zeit. Der Hund sitzt ca 22 Stunden im Zwinger und hat dann die 2 Stunden mit ihr. Das heißt nach 2 Stunden wird sie rein müssen, um irgendwann auch mal wieder nach Hause zu kommen. Und das wird das Problem nur verstärken.

    Die einzige Maßnahme die dem Hund helfen wird ist: Raus aus dem Tierheim. :ka:

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    PocoLoco, Jonna soll mich glaube ich dadurch anerkennen, also verstanden habe ich es ja auch nicht. Auf jeden Fall soll ich das jetzt jeden Tag ein Mal machen.


    Sie wird dich dadurch nicht mehr anerkennen. Entweder geht das Vertrauen flöten das sie in dich hat oder sie ergibt sich der Prozedur weil sie keine andere Wahl hat. Beides nicht erstrebenswert und auch nicht ratsam.

    Hat dir die Trainerin auch sagen können, was das beim Hund bewirken soll? Soll sie davon weniger selbstbewußt werden, oder sollst du ihr damit zeigen, dass du so hilflos bist, dass du einen Hund körperlich in eine ihm ungewohnte und unangenehme Position zwingen musst? :)

    Ich sehe keinen Grund darin, einen Hund zu soetwas zu zwingen. Dein Bauchgefühl war meiner Meinung nach schon richtig.

    Zitat

    und zu untersuchen/streicheln/kraulen?


    Ich finde es sehr gut dem Hund beizubringen sich untersuchen zu lassen. In die Ohren schauen, ins Maul und weiß Gott wohin noch. Denn wer es kennt und es gewöhnt ist, wird später bei Fall der Fälle damit kein so großes Thema haben.

    Auf den Rücken drehen in einer entspannten Situation finde ich persönlich jetzt nicht so schlimm. Habe ich grad heute mit meiner erwachsenen Hündin auch gemacht.

    Das Wort Pflegedominanz... darf man sehen wie man will. Man dominiert in dem Moment den Hund ja, indem man ihn dazu bringt die Prozedur zu ertragen. Man kann das alles aber auch ohne Zwang machen und zum Schluss so belohnen, dass es positiv im Gedächtnis bleibt.

    Wir haben recht wenig Spielzeug im Moment. Einen Long-Mot, einen Fun-Mot (? unserer ist rot und ich meine er wäre von Kong) und einen Futterdummy. Letzterer ist eigentlich für meine Hündin aber nun ja...

    Mit den Mots arbeitet nur mein Rüde. Meine Hündin findet Spielzeug komplett uninteressant.

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    Wir hatten mal mehr Zeug, aber es geht verloren... :ka:

    Hat das Tierheim keinen Trainer, mit dem es zusammen arbeitet? Der wäre für mich Ansprechpartner Nummer 1.

    Zum Hund selber: Es liest sich so, als stünde er unter Dauerstrom. Es ist also so ein dummer Kreislauf: 24 Stunden Dauerreize von aussen (hören/sehen und riechen anderer Hunde), zum stillsitzen verdammt im Zwinger. Dann kommt jemand um ihn rauszuholen. Keinerlei Frusttoleranz, Überforderung durch die ganzen Eindrücke im und ums Tierheim, Unterforderung weil natürlich keine ihm passende Auslastung erfolgen kann. Da kommt ein Hund auf dumme Gedanken und sucht sich schnell Ventile, die sich unterschiedlich äussern. Schnappen, beißen, an der Leine ausrasten gehören dazu.

    Das er nach Kindern schnappt... schwer zu sagen was da die Motivation ist. Ich würde ins blaue hineinraten und ein wenig vermuten, dass er in einem Haushalt mit Kind oder mit Kindern allgemein vielleicht auch überfordert ist, weil Kinder nunmal munterer sind als Erwachsene.

    Ich kann mir, wie gesagt vorstellen, dass die Linie zwischen Über und Unterforderung bei diesem Hund sehr dünn ist. Gepaart mit einer sehr bescheidenen Frusttoleranz ist das sicher kein einfacher Hund. Die niedrige Konzentrationsspanne spricht auch für Überforderung. Der Hund macht dicht und man kommt dann einfach nicht dran und einfache Gedankenabläufe sind ihm nicht möglich.

    Er kann einem echt leid tun. Ich hoffe das Tierheim sucht die nächsten Besitzer sehr genau aus, damit er nicht wieder zurück kommt.