Bei meinen Beiden gibt es keine feste Rangordnung. Sicher gibt es mal Momente wo ein Hund etwas für sich beansprucht, aber das ist zu 98% was Fressbares. Das sehe ich nicht als Rangordnungsgedöhns. Alles andere an Ressourcen wird geteilt (Schlafplatz und dat Frauchen) oder aber die Interessen gleichen sich nicht (Spielzeug. Mein Rüde ist scharf drauf, meine Hündin läßt es völlig kalt).
Zu uns kommen nicht viele Hunde zu Besuch. Wenn überhaupt dann die Hündin meiner Schwester, die allein wegen ihres Alters und sehr sicheren Auftretens eine Respektperson für meine Hunde ist. Allerdings nimmt mein Rüde sie nicht so ernst wie meine Hündin, was sich durch zum Teil respektlosen Verhalten (Aufreiten und generell nerven) äussert. Aber er akzeptiert wenn sie ihn bei Ressourcen wie Spielzeug einschränkt (etwas was er sich nur von sehr wenigen gefallen läßt).
In der Hundegruppe in der wir viel mitgegangen sind, war Poco einer der "höheren" Hunde, wenn man das überhaupt so nennen kann. Wenn er irgendwo eingeschränkt oder eine Aktion gestoppt hat, wurde ausnahmslos darauf gehört.
Dazu gibt es vorallem eine Situation die sich mir eingeprägt hat, wo ein junger Rüde der wenig Grenzen und Regeln zu Hause hatte eine unsichere junge Hündin "angefallen" hat. Er ist mit Beschädigungsabsicht drauf und die Hündin konnte zwar gut flüchten, aber niemand bekam den jungen Rüden zu fassen. Und Poco kam (der war gerade etwas "Zeitung lesen") angelaufen, brachte sich zwischen die Hündin und den Rüden und hat den Rüden nur angeschaut und dieser ist ganz kleinlaut geworden und konnte von den Besitzern angeleint werden. So grenzenlos das Leben für den jungen Rüden auch war, ein Blick von Poco genügte und selbst eine so selbstbelohnende und vorallem aggressive Situation löste sich sofort auf.
Es gab noch mehr von solchen Situationen. Er wurde auch grundsätzlich von den anderen männlichen Gruppenmitgliedern (die so den Hauptteil der Gruppe ausmachten) mit den typischen unterwürfigen Gesten begrüßt. Ohren anlegen, klein machen, Lefzen lecken, obwohl Poco nie irgendwie irgendeine körperliche "Gewalt" anwenden musste. Was mir irgendwie sagt, dass Poco ein sehr besonnener und ruhiger Rudelführer wäre, wenn er ein Rudel hätte.
Auch die Mentalität mir gegenüber. Er läßt mich in den allermeisten Situationen die Sachen regeln. Ich schicke Hunde weg, löse Situationen auf etc. Aber er greift ein, wenn meine Bemühungen nicht fruchten. Als meine kleine Hündin damals von einem 4 Mal so großen und schweren Berner belästigt wurde und bei mir Schutz suchte und ich den vermaledeiten Hund nicht weg bekam (weil Hündin sitzend zwischen meinen Füßen, Berner Kräftemäßig mir weit überlegen und völlig unbeeindruckt), kam er auch nach dem Zeitungslesen "wie zufällig" dazu, verpasste dem Berner eine kurze und äusserst deutliche Ansage und der Berner trollte sich sehr schnell, während Poco (der um die Hälfte kleiner ist) sein Fell ihm hinterher spuckte und weiter markieren ging, während ich mich um die Hündin kümmern konnte.
Sorry wenn ich so viel schreibe (und vielleicht nicht das Thema "head on" getroffen habe), aber nach 2 Nächten mit wenig Schlaf klappt das hier nicht so ganz.
Als Fazit nochmal: wenn es eine Rangordnung zwischen meinen beiden Hunden gibt, so ist diese für uns Menschen nicht ersichtlich.