Ich denke, es hat alles seine Berechtigung, wenn ich den Hund als eigenständiges Lebewesen sehen und dieses mit Respekt behandle.
Aber kann ich ein Tier mit Respekt behandeln, wenn ich es mit völlig überzogenen Maßnahmen begegne und somit nicht dafür sorge, das es gerne und freiwillig mir folgt, sondern in dem ich den Willen breche und die ansich so hündische Kommunikation verbiete?
Gerade in Sachen mit Schnauzgriff, Alphawurf oder Nackenschütteln wissen wir doch inzwischen alle, das es von den Rudelhunden, Wölfen und Schakalen nicht so als Diziplinierung eingesetzt werden. Warum sollte sich also der Mensch noch solchen Dingen bedienen, wenn er zu dem noch nicht einmal das entsprechende Rüstzeug hat? Das Hundemaul ist mit Zähnen besetzt und die Hand nicht. Zum anderen kann das Hundemaul sehr viele verschiedene Druckintensitäten aufbauen, die wir noch nicht einmal erahnen können.
Ich gebe jedem Zopf seine Berechtigung, wenn er nicht absolut unnötig und daneben ist und dazu gehört halt der Punkt Schläge genauso wie Schauzengriff und Co.
Wenn jemand mit einer Wurfkette oder Schellen arbeiten möchte, bitte schön, für mich muss es deswegen nicht in Frage kommen, genaus wenn jemand mit Sprayhalsband oder unsichtbaren Zäunen arbeiten will. Ich weise dann aber trotzdem auf die Gefahren hin.
Genauso sieht es aus, wenn jemand meint, das man dem Hund das Knurren verbieten soll, soll man es machen, aber doch bitte auch die Gefahren bedenken, die sich daraus entwickeln können.
Ebenso sieht es mit vielen anderen Dingen aus. Ich halte auch nicht den Clicker als Allheilmittel oder die Schleppleine als Lösung aller Probleme, aber doch durchaus als sinnvolle Hilfsmittel.
Was nun welcher Zopf ist, ist dabei doch völlig egal. Geht es nicht eher um das Weiterdenken und die Überlegungen ob man nicht eher auf sein Bauchgefühl hört als auf das was die Bücher sagen oder ob man neben dem alten Buch vielleicht mal einen Blick in ein moderneres Buch wirft?
ZitatEtwas weniger Arroganz gegenüber alten Zöpfen täte gut und erweitert das Gesichtsfeld
Ich denke, das man diesen Satz einfach einwenig anders formulieren sollte, nämlich: Etwas weniger Arroganz gegenüber andere Ausbildungs- oder Erziehungsmethoden täte gut und erweitert das Gesichtsfeld samt dem eigenen Horizont.