Beiträge von Cerridwen

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    @ Cerridwen
    Ja, Bindung und Beziehung sind wichtig, aber nicht alles. Insbesondere nicht bei selbstbewussten und selbständigen Hunden.

    Nun meine beiden sind sehr seblstständig und auch das Selbstbewußtsein ist nicht unbedingt von schlechten Eltern. Bei dem kleinen Terriertier mehr, beim großen etwas weniger.
    Das liegt aber daran, das ich sie dahingehend gebracht habe, das sie einen intelligenten Ungehorsam zeigen sollen. Ich kann nämlich keine Hund gebrauchen, der bei alle entweder verweigert oder nur stur das tut, was ich gesagt habe, wenn es für ihn aus seinen Augen Gefahr bedeutet.

    Aber eines ist bei beiden Hunde schon vorhanden, sie schauen immer wo ich bin und entfernen sich nicht weiter als in einem Radius von max 50m.

    Ich bin auch nicht der Typ für zig Begriffe für ein und die selbe Aktion. Down heißt Bauch auf Boden und zwar immer und Sit Ar... auf Boden und Hier heißt Hier.
    Ich variiere eher in der Stimme und in der Modulation und Lautstärke, ob ich jetzt ein Sofort oder ein wäre schön, wenn du innerhalb der nächsten Minute hier bist ist.
    Das ist für den Hund einfacher und auch für den Menschen. Wenn ich manchmal erlebe, wie die Menschen mit ihren viele Signalwörtern jonglieren, durcheinander kommen und der Hund dann mit einem Rudel Fragezeichen über dem Kopp da steht.

    Ich finde die Schleppleine auch nicht schlecht, aber ein Komm/Hier habe ich auch immer ohne aufgebaut. Angefangen in der Wohnung und dann langsam nach draußen verlegt. Bis dahin bekam der Hund nur Auslauf in einem sicheren Gebiet oder mit einem Hund zusammen, an dem sich dieser immer orientiert und das nachmacht, was der andere macht und mit Spielen agiert. Mit der Schleppleine habe ich dann eher die Hunde in der Zwischenzeit abgesichert. Wie gesagt ein Hund lernt sehr schnell, ob eine Leine dran ist oder nicht.

    Bindung und Beziehung sehe ich nicht unbedingt menschlich. Denn eine Bindung baut ein Hund sehr schnell auf. Nehmen wir einen Hund im Tierheim: Der baut eine Bindung zu seinem Pfleger auf, lässt sich von dem Betreuen und der bringt das Fresschen und macht sauber und so weiter und sofort. Aber wird ein Hund aus diesen Handlungen auch eine Beziehung zu diesem Menschen aufbauen? Ich kann aus Erfahrung sagen nein.
    Eine Bindung kann innerhalb von Minuten entstehen. Eine Beziehung muss wachsen und sie hat auch sehr viel mit den gemeinsamen Leben zu tun, mit dem Miteinander und den Gemeinsamkeiten.
    Es gibt sogar Trainer, die sagen, wenn die Beziehung stimmt, dann bedarf es eigentlich keiner Erziehung mehr, weil sie dann mit ihrem "Rudel" eins sind und dann, wenn die Positionen klar sind, wer das "Rudel" führt, sich danach richten und fragen was geschieht.
    So ganz möchte ich diesen Gedanken nicht mittragen, aber es ist schon etwas wahres dran.

    Es sind alles Buben?
    Na dann wundert mich das nicht wirklich, denn die zicken in dem Alter schon sehr gerne rum, weil sie nun definitiv in einem Alter sind wo es für sie um Status und Vermehrung geht.

    Ich würde die Buben sofort trennen. Wenn jede eine eigenen Etage hat, würde ich die Verbindungen zumachen und jeden auf einer Etage lassen und ein neues Zuhause suchen. Denn die Abstellkammer ist ja nun auch keine Dauerlösung.

    Eine andere Lösung wäre, das man die Böcke kastrieren zu lassen und dann einige Mädels dazu zu setzen, aber das auch nicht in der Abstellkammer.

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    @ Cerridwen
    Der Schuss mit den Mauselöchern und dem Blätterrascheln kann auch ganz gewaltig nach hinten losgehen.

    Wenn ich den Hund die Mauslöcher finden lasse und es mich nicht interessiert, was er macht, JA. Wenn ich den den Hund beim knacken eines Stockes oder dem Rascheln der Blätter alleine lasse und er selber entscheidet, was er damit macht, JA.

    Wenn ich es aber bin, der entsprechend reagiert, kann es sehr nützlich sein und die Bindung enorm fördern, wenn der Hund bei einem Rascheln oder Knacken nicht in den Wald stürzt, sondern erst mal Blickkontakt aufnimmt oder bei einem Mausloch erst mal fragt, was nun als nächstes kommt.

    Natürlich kann man genauso UO mit in einen Spaziergang mit einbinden, mache ich auch nicht anders. Aber man sollte auch mit dem Hund gemeinsame Erlebnisse schaffen und nicht nur Signale geben.

    Was Leckerchen und andere Belohnungen angeht, da halte ich es gerne Variabel. Wenn etwas neues gelernt wird oder mir ein Verhalten besonders gut gefällt, wird dieses Stärker belohnt und wenn es sich gefestigt hat, dann wird es weniger oder mit anderen Dingen belohnt. So hält sich Futter, Spielen, Spielzeug, Stimme und Streicheln immer die Waage und ich habe mehr Auswahl und bleibe damit für meinen Hund immer interessant, weil er nicht weiß, welche Belohnung ihn erwartet oder ob es überhaupt etwas gibt.