Beiträge von dragonwog

    Öhm wer erzählt denn so einen Blödsinn? :???:

    Also ich kenne Dackel, Weimaraner, welsh Springer und eine ganze Palette "normalo" Hunde die durch due Umweltbelohnungen 1a ohne Leine laufen können...

    Wo braucht man fürs scannen, buddeln, Bäume anspringen, schnüffeln eine Leine?

    Es heißt ja nicht, dass der Hund stundenlang in der Wallachei rumrennen darf. :roll:

    Nee, das ist kein Blödsinn, das ist Lerntheorie (Premack Prinzip und Response Deprivation).
    Etwas kann nur dann eine Belohnung sein, wenn es nicht unendlich zur Verfügung steht bzw. ein selbstbelohnendes Verhalten kann nur dann eine Belohnung sein, wenn die freiwillig gezeigte Basisrate eingeschränkt wird.

    Also ein selbstbelohnendes Verhalten wie "Schnüffeln" musss depriviert/eingeschränkt werden, denn dann ist das Tier über den Zugang zum deprivierten Verhalten motivierbar und es kann als Verstärker eingesetzt werden, weil es die Basisrate dieses Verhaltens wieder erreichen will. Ohne Deprivation keine Verstärkung.

    Siehe auch hier: https://books.google.de/books?id=vkLAA…othesis&f=false

    Wenn der Hund völlig frei scannen, buddeln etc. darf und dieses Verhalten nicht zur Basisrate in den jeweiligen Bedingungen eingeschränkt wird, kann es nicht als Verstärker/Belohnung dienen.

    Wenn es augenscheinlich so aussieht, als würde das unter Signalkontrolle gestellte selbstbelohnende Verhalten als Verstärker dienen, liegt das daran, dass es innerhalb von Verhaltensketten sekundäre Verstärker geworden sind (da geht dann aber auch alles mögliche andere wie Sitz Platz Pfötchen). Und das geht auch nur, wenn diesen Sachen entsprechend entsprechend häufig ein primärer Verstärker folgt "Scan..Click..Keks".

    Und die Mechanismen der Response Deprivation sind der Grund, warum Hunde, für die einschränkbare Belohnungen wie Spielzeug/Futter etc. keine hochwertigen Verstärker sind, große Einbrüche in der Signalkontrolle haben, wenn sie viel mit Umweltbelohnungen an der Leine belohnt wurden und dann frei durch die Gegend tappsen.

    Um das ganze zu prüfen kannst du ein Zimmer komplett mit Schnitzeln ausstaffieren, auf die sich der Hund einfach stürzen kann und dann dort mittels Schnitzelbelohnungen ohne Einschränkung ein Verhalten aufbauen. It's not gonna work^^

    Ich habe anfangs ja auch eigentlich nur mit Leckerlis belohnt. Tjoa, wenn man, wie ich beim Jagdtraining, alles markert was erwünschtes Verhalten ist und das mit Leckerlis belohnt, ist der Hund bald zu fett zum jagen.


    Daher belohne ich gerne mit der Umwelt. Belohnungen können sein: weiter vor laufen, "scannen", schnüffeln, rennen, suchen, Bäume anspringen, mich anspringen, usw...

    Das reduziert die Leckerliemenge schon sehr (wobei cih sie aus Bequemlichkeit dennoch gerne verwende) und es bleibt für den Hund spannend.

    Das Problem dabei ist, dass diese ganzen Umweltbelohnungen nur benutzt werden können, wenn man den Hund mittels Leine oder die Aktivitäten durch Hemmung einschränkt.

    Die Theorie mit Leckerlies ausschleichen etc. ist ja ganz gut, aber man darf nicht vergessen, dass die Verstärkerpläne in Laborbedingungen untersucht wurden. Natürlich muss man zu einem gewissen Teil die Immerbelohnung ausschleichen, aber, man bewegt sich mit dem Hund in einer Umwelt mit lauter konkurrierenden Reizen. Da muss zwangsläufig zur Erhaltung des gewünschten Verhaltens viel häufiger belohnt werden..

    Und wie wird aus der "Krücke" ZB .. dann am Ende "absolute Normalität" ?
    Wenn ich denn immer die Auslöser benenne? Das verstehe ich nicht..

    Wieso sollten immer die Auslöser benannt werden?
    Wenn der Hund von selbst hinschaut und sich dann umorientiert und keine Schreckgefahr besteht ist das doch gar nicht nötig?

    Hab auch mal was fotografiert...aber irgendwie ähm..ich krieg das nicht ansatzweise appetitlich aussehend hin.
    Den Hunden hats geschmeckt.

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    Mischgemüse, Ebly, Hüttenkäse, gebratenes Hühnchen und Rapsöl. Man beachte die Speisereste am Rand NICHT

    Ich habe mich neulich mit meiner TÄ darüber unterhalten. Die ist noch recht jung und meinte, dass ihre Kollegen über die Problematik Kastration nicht oder zu wenig aufklären, da sie schlicht und ergreifend keine Ahnung haben, da es ÜBERHAUPT NICHT im Studium thematisiert wird. Ist der Arzt dazu noch zu faul, Fortbildungen wahrzunehmen, weiß er es einfach nicht besser.

    Das stimmt nicht, sorry, wird dir so ziemlich jeder Vet außer deiner Tierärztin bestätigen können..

    Ich finde, dass ist ein ganz schwieriges Thema und jeder setzt da für sich eine andere Grenze.

    Ich hab alles schon gesehen..Hunde, die wegen schlecht durchgeführter Strafen problematisch geworden sind und auch solche, die mit einem Minimum an aversiven Einwirkungen und Strafe schwierige Baustellen entwickelt haben.

    Es gibt Hunde, denen rettet die Umstellung auf einen möglichst straffreien/aversivfreie Erziehung im wahrsten Sinne des Wortes das Leben, aber genauso gibt es Fälle, in denen die Anwendung von Strafe ein wichtiger Baustein ist.

    Ich kenn auch einige Hunde, die nicht besonders nett behandelt werden, aber dadurch eine ungemein hohe Resilienz entwickelt haben und andere brechen darunter zusammen.

    Was ich gar nicht mehr mag sind diese gegenseitigen Verurteilungen. Da kommt aus der eher aversiven Ecke der Vorwurf des "Leckerlieautomatens der den Hund nicht als soziales Lebewesen wahrnimmt.." und aus der anderen Ecke "ja wenn du ein Problem nicht ohne Strafe lösen kannst bist du zu ungebildet/zu blöd/unfähig". Beides ist meiner Meinung nach arg fraglich.

    @streifenpanda
    Ich arbeite eigentlich nur mit positive Verstärkung.
    Ich möchte ja das mein Hund Menschen und andere Hunde mit was positiven verknüpft.
    Ich habe bis jetzt immer alles positiv aufgebaut.
    Ich habe mein Hund auch positiv beigebracht das sie nichts von Tisch klauen soll ;).

    1. Geht das gar nicht

    2. Könnte dir das Arbeiten mit negativer Verstärkung gerade bei den Stressproblemen, die der Hund sobald er draußen ist zeigt, helfen

    ich hab auch einen sehr stark reaktiven hund, deshalb will ich dass sie vorne ist, dann kann ich bei jedem ohrenzucken gleich clickern und mit tortellinis rumwerfen (ich treibe mitlerweile solche stereotypien ja auf die spitze, das macht mir spass).

    Es soll Leute geben, die schmeißen in solchen Situationen feinstens klein-gewürfelten Halloumiburger mit Tahinisoße und Salatbett |)

    Warum reden hier viele immer über eine
    Ausnahmesituation?
    Ich kann doch nicht sagen ,ich arbeite mit Strafe ,nur weil ich mit meinen Hund geschimpft habe weil er zu jemanden gerannt ist.

    Ich seh da keinen Unterschied für den Hund.
    Ob der jetzt lauter angesprochen wird, weil man die Nerven verliert oder geplanterweise ändert doch nix daran, wie es beim ihm ankommt.

    Müssen muss man gar nichts.Die Methode hat halt BENENNEN mit drin.

    Du kannst auch nur Z machen, oder dem Hund auf anderen Wegen alles beibringen.
    Warum ich benennen gut finde, ist schlicht und ergreifend, weil meine Hunde immer vorne laufen. Rassebedingt.

    Und wenn mein Border Collie Rüde den Horizont abgescannt hat, dann habe ich herausgearbeitet, dass das SCANNEN heisst. Und damit habe ich erreicht, dass er nicht mehr jagen geht.

    Z und B ist für mich eine einfach geniale Verhaltenstherapeutische Übung. Im Verlauf ist ja das Ziel, die absolute Normalität.
    Also Hund sieht einen anderen Hund und geht weiter, weil es eben ein Hund ist.
    Z und B ist nur eine Krücke!
    Und das ENDziel ist nicht, dass ich dem Hund einhundertmillionen Wörter beibringe.

    Sorry, irgendwie seh ich da null Sinn bzw. keine Logikg in dem Post. Weil der Hund vorne läuft findest du benennen gut? Was ist eine verhaltenstherapeutische Übung?

    Naja egal, das Benennen ist vor allen Dingen aus zwei Gründen praktisch:

    Es kommt häufig vor, dass der Hund mit irgendeinem Umweltreiz beschäftigt ist (schnuppert an Grashalm, schaut zum Halter..) und sich vor dem plötzlich auftauchendem Angstauslöser (z.B. grusliger Mensch) erschrickt.

    Hab ich die Angstauslöser benannt, kann ich dem Hund mittels Benennen mitteilen, dass da irgendwo dieser Angstauslöser herumschwirrt. "Wo ist der Mensch?"...Hund schaut..sieht Menschen...es kommt zu keiner Schrecksituation. Und wenn dann das Gruslige näher kommt kann ich den Hund immer mal wieder zwischendurch Hinschauen lassen.

    Zweitens...wenn ich die Bewertung des Angst- oder Aggressionsauslöser ändern will (z.B. grusliger Mensch zu "oh bei grusligen Menschen gibts Kekse, so doof sind die gar nicht), dann muss ich auch dafür sorgen, dass der Hund die Auslöser auch wirklich wahrnimmt und hinschaut. Und das tut Hundi halt, wenn er gelernt hat, den "benannten" Auslöser anzuzeigen.