Beiträge von dragonwog

    Grundsätzlich richtig, bei der Problematik sind aber noch ein paar weitere Faktoren relevant.

    Ein Signal ist mit den jeweilig am häufigsten dafür erhaltenen Belohnungen verknüpft. Die Belohnungen befriedigen Bedürfnisse aus bestimmten Motivationskreisen (z.B. Jagen/Nahrungsaufnahme/Futter).

    http://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…p_20_liste.html

    Wenn jetzt der Rückruf hauptsächlich mit Belohnungen aus dem Funktionskreis "Nahrung" wie Keksen und Spielzeugen verstärkt wurde, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer zuverlässigen Reaktion in Situationen aus einem völlig anderen Motivationsbereich (Fortpflanzung in dem Fall...)

    Unabhängig davon, wie häufig und wie gut das Verhalten generalisiert wurde.

    Es hängt also nicht nur mit der Art und Menge an Erziehung zusammen, sondern auch mit dem Grad an der Motivation, Verhalten aus dem Bereich der Fortpflanzung zu zeigen. Und da gibt es halt individuell Riesenunterschiede. Da niemand von uns Xerves Hund live gesehen hat, find ich diese Fernurteile absolut unangebracht.

    Zur THematik gibt es btw noch ein gutes Webinar http://www.dog-ibox.com/market/catalog…products_id=290

    Grenzen und Sanktionen hin und her...ich kenne mittleweile leider viele Fälle von ressoucenverteidigenden Spaniels, die mit der Euthanasie endeten. Fast immer wurde das Verhalten sanktioniert.

    Das ist bei ressourcenverteidigendem Verhalten besonders kritisch, weil sich der Hund dann zusätzlich selbst verteidigen will (gegen die unangenehmen Einwirkungen) und defensives Aggressionsverhalten zeigt. Mischen sich beide Aggressionsformen, die defensive Aggression zum Selbstschutz und die offensive Aggression um die Ressourcen zu verteidigen, dann wird das aggressive Verhalten umso heftiger und stärker.

    Eine Kastration verstärkt in vielen Fällen zudem das Aggressionsverhalten an Ressourcen.

    Als erste Maßnahme ist natürlich ein Maulkorb sehr wichtig. Langfristig weiß ich nicht, wie das ohne ein ausgeklügeltes in diesem Fall! straffreies Erziehungsprogramm am besten noch mit einem versierten Hundetrainer, lösbar sein kann.

    Ich hab auch so einen Spaniel, der viel und gern verteidigt und der gern mal nur mit einem minimalen Steifwerden droht. Es ist händelbar, aber verdammt aufwendig.

    Schwierig schwierig..

    Er hüpft z.B. nicht einem Ball hinterher, wenn ich das Gesicht verziehe...das tue ich, wenn ich mir denke, oh mein Gott, hoffentlich bremst er ordentlich und tut sich dabei nicht weh...

    Zudem zog er sich mehr zurück, je kritischer ich ihn angeschaut habe. Auch heute reagiert er noch sehr sensibel, wenn ich mir das Gangbild näher anschaue.

    Die Hunde wissen schon ganz genau, wie man sie anguckt. Ich schick dir mal n Video von der Situation..

    Hat doch niemand gesagt, dass es möglich ist, ohne Kaloriendefizit abzunehmen.
    Aber es gibt Gründe, die einem das enorm erschwierigen und manchmal ist es tatsächlich bedingt durch verschiedene Faktoren gar nicht möglich.

    Die Rückfallrate von medizinisch betreuten übergewichtigen Personen, die intensiv in Sachen Ernährung etc. geschult wurden und abgenommen haben, liegt bei ca. 95 Prozent. Das ist ganz schön aussagekräftig.

    Und es ist ja nicht nur mit "nimm dich mal zusammen" getan. Das physiologische Sättigungsgefühl ist auch abhängig von der Körpergröße, daher fällt das Argument "iss du mal einfach deine 800 kcal, ich kann auch keine 3500 wie ein 2 m Mann essen" aus.

    Langfristige Kalorienreduktion, die nicht sekundär die Folge von Übelkeit auslösenden Krankheiten sind, führen bei Tieren zu ziemlich starken Nebenwirkungen wie verstärker Aggressivität oder zu verstärkt abnormal repetitivm Verhalten.

    Es gibt einen Riesen Corpus an Forschung zu den neurobiologischen Hintergründen von Adipositas. Da kann man sich informieren und schnell feststellen, dass es sich definitiv nicht um Willensschwäche und Ausreden handelt.

    Und das ist auch gut so, denn so können z.B: hilfreiche Medikamente und Therapiepläne entwickelt werden. Denn das simple Zusammeneißen ist bei vielen! ja langfristig alles andere als hilfreich.

    Das "aber aber aber" ist absolut essentiell für die Gesundheit vieler Menschen, ist mir absolut schleierhaft wie man das als unnötigen Humbug im Sinne einer Ausrede bezeichnet und mit den Augen rollt...

    Ich glaube, das hat auch noch niemand bestritten.

    Ansonsten: Ist doch ganz klar.
    Du hast deinen Setpoint erreicht und bist in den Hungermodus gegangen. Da produziert man dann aus dem Nichts plötzlich genug Energie und muss gar nichts mehr essen. :D

    Wahrscheinlicher ist aber, dass du z.B. bei der Abnahme nicht auf deine Nährstoffzufuhr geachtet hast, dadurch zusätzlich noch Muskelmasse verloren hast, was zusätzlich zu der Abnahme dann einen weiteren geringeren Verbrauch bedeutet hat, dich bei der Kalorienmenge verschätzt hast, sehr viel Wasser eingelagert hast etc.

    Der Körper hat auf jeden Fall nicht plötzlich gesagt: So! Schluss! Jetzt zaubere ich mir meine Energie die mir fehlt selber herbei. Du kannst nicht weiter abnehmen!

    Ich finde da auch den neuen Blog-Post der Autorin sehr passend:
    https://fettlogik.wordpress.com/2015/07/07/hungermodus/

    Äh...das hatten doch pingpong und ich doch aber mit zig Studien entkräftet?

    Und es geht doch auch nicht darum, dass der Körper aus "Nix" Energie zaubert.
    Sonden die zugeführte Nahrung wird unterschiedlich verstoffwechselt. Der Effekt ist auch ganz gut an vielen kastrierten Hunden zu sehen...die fehlenden Gonaden senken den Grundumsatz um bis zu 30 Prozent.

    Sie brauchen also signifikant weniger Nahrung.

    Und für die meisten von uns wird es wohl ein riesiger Unterschied sein, die Ernährung auf 2000 kcal, 1500 kcal oder 800 kcal zu drosseln.

    Da gibt es so noch so viele Unterschiede jenseits von der Fähigkeit zur Selbstkontrolle..
    ...Blutzuckerspiegel/Insulinsensitivität, Größe und Anzahl von Fettzellen, Anteil an braunem Fett, Unterschiede in der Proteinsyntehese die einen signifikanten Effekt haben können..

    Und das sind jetzt alles nur die "körperlichen" Unterschiede, von den psychischen will ich gar nicht erst anfangen.

    Zu sagen..Leute, nehmt euch einfach nur genug zusammen und ernährt euch mit einem Kaloriendefizit...ist zwar schön gedacht, aber weder neu noch besonders hilfreich...ansonsten wäre morbide Adipositas kein solch großes Problem...

    Da wollte ich ja auch nochmal drüber schauen und die Autorin mal fragen. Vorher würde ich dem Buch die Wissenschaftlichkeit nicht absprechen. Zumal es noch weitere Fallbeispiele und Versuche gab und Studien, die die Theorie des Hungerstoffwechsels unterstützen (in dem Sinne, dass man täglich eine bestimmte Anzahl Kalorien zu sich nehmen muss) noch immer ausgeblieben sind. Dass es den Hungerstoffwechsel gibt, sagt die Autorin ja auch, nur ist die herumschwirrende Definition davon falsch, ähnlich wie beim “Setpoint“.

    Hm doch, mache ich tatsächlich. Ich spreche schon allein dem Buch die "Wissenschaftlichkeit" ab, weil die Autorin mit Absolutismen arbeitet. "Das ist so" und "was auch immer ist bewiesen" oder "es ist eindeutig absolut nicht möglich"..

    Nee..so funktioniert Wissenschaft nicht. Es ist der höchstens der derzeitige Kenntnisstand oder eine hohe Wahrscheinlichkeit...oder vermutlich...

    Ansonsten gibt es mehrere Krankheiten, die den Stoffwechsel massiv beeinflussen. Und da geht es nicht um "2 kg" Unterschied oder so...nur mal als Beispiel: Viele Menschen mit dem Marfan Syndrom essen 5000 kcal und mehr und haben trotzdem einen extrem niedrigen Körperfettanteil und sind dünn http://www.reveal.co.uk/real-life-stor…ries-a-day.html

    Bestimmte ADHS Formen gehen mit eine genetischen Variante von Untergewicht einher.

    Ich esse auch 3000 kcal plus und mache nicht besonders viel Sport oder so.

    Und genauso ist es in die andere Richtung. Das simplifiziert mir Autorin zu sehr.

    Hier ist ein Bild von zwei Ratten, welche die gleiche Nahrungsmenge erhalten. Eine Ratte wurde stärker BPA ausgesetzt, eine Chemikalie, mit der wir durch Lebensmittelkonserven, Trinkflaschen und Plastetüten belastet werden.

    http://www.environmentalhealthnews.org/ehs/images/201…/labratsjpm.jpg

    Kann mir keiner sagen, dass das Ernährungstagebuch der dicken Ratte fehlerhaft ist...

    Naja, dann hast du eine gesundheitliche Einschränkung durch eine Lebensmittelunverträglichkeit (wäre noch die Frage welches Getreide denn genau) und kommst halt mit wenig Getreideprodukten besser durchs Leben.

    Wie immer...alles ist inidividuell.

    Gluten und Lektine sind nicht schädlich, und schon gar nicht schädlicher als tierische Fette (egal ob aus Fleisch oder Milchprodukten). Wenn man jetzt ausschließlich MIlchprodukte aus Weidevieh verwendet, ist es schonmal gesünder als aus konventioneller Haltung oder ökologischer Haltung mit Kraftfutter.

    Einseitige Diäten wie die Paleo oder High/Low Carb sind im Gegensatz zur Enährung ohne solcher Konzepte mit Nährstoffdefiziten verknüpft (dazu hatte ich schonmal was verlinkt).

    Aber wenn es dir ohne Getreide besser geht, super!

    Mir gehts hundelend ;)

    Bei Paleo geht es ja vornehmlich darum, dass Getreide und Hülsenfrüchte als ungesund gelten, da sie dem Körper sogenannte Anti-Nährstoffe zuführen, die schädlich und teilweise giftig auf den Körper wirken. Das hat aber auch viel mit der modernen Herstellung der Lebensmittel zu tun, die in anderen Kulturen gesünder läuft (Fermentieren).

    Will hier nicht streiten, aber finde es mal interessant mich dahingehend auszutauschen. Bitte versteh das nicht falsch :smile: Was gibt es denn bei dir dann zum Beispiel täglich zu essen?
    Kann mir das gar nicht vorstellen, auch auf Öl, Nüsse und sowas zu verzichten.

    Nein, die Giftigkeit von Physinsäure wird überschätzt. Im Gegenteil, Vollkornprodukte sind ausgesprochen gut für die Gesundheit und wirken protektiv gegen Darmkrebs.

    Schwieriger siehts mit tierischem Fett und gebratenem roten Fleisch aus. Das ist in größeren Mengen mit ziemliche Sicherheit nicht gesund.

    (Will da jetzt jemand Quellen?)

    Ich hab festgestellt, dass Portionen mit über ca. 30 g Protein dafür sorgen, dass es mir hinterher schlecht geht. Keine Ahnung warum. Ausnahme bildet Rinderfilet.