Warum sind die Nachsuchen so anspruchsvoll? Ich hab mir das ehrlichgesagt eher einfach vorgestellt und gedanklich mit Mantrailing verglichen. Nicht das das einfach ist, aber doch einem nasenbegabten Hund gut beizubringen.
Ab Oktober mach ich Dummytraining bei einem der seine Labradore jagdlich führt, den werde ich mal fragen.
Danke!
1. Es ist absolut anspruchsvoll...
Einem Hund beizubringen, kilometerlang eine Fährte zu verfolgen unter zig Verleitungen, verschiedensten Bodenbelägen und Witterungsbedingungen ist eine Heidenarbeit. Der Arbeitsaufwand ist dann auch so groß, dass du in der Regel nix anderes mehr mit dem Hund schaffst (also nix mit Dummy und so..)
2. Der Hund sollte spurt- oder zumindest sichtlaut sein
3. Du musst ein extrem guter Schütze sein, um deinen das Wild stellende Hund nicht umzuballern. Passiert trotzdem noch häufig genug
4. Das Verletzungsrisiko für den Hund ist enorm hoch. Das betrifft nicht nur den Straßenverkehr sondern vornehmlich auch das Stellen und Packen des Wildes. Verletztes Wild kann noch enorm wehrhaft sein. Der Curly ist ein so großer Hund, dass es für ihn eigentlich viel zu gefährlich ist, wenn er mal von einem Wildschwein durch die Gegend geschleudert wird. Als Mensch verletzt man sich auch recht schnell bei dieser Tätigkeit.
5. Dein Hund muss instinktiv wissen, wie man beispielsweise flüchtendes Rehwild schnell packt und tötet (sonst wird es tierschutzrelevant für das Reh und der Hund kann verletzt werden).
6. Musst du dich intensiv weiterbilden, um kleinste Spuren auf der Fährte wie z.B. ein paar kleine Haare oder einen Miniknochensplitter interpretieren zu können
7. Du musst auf Abruf bereit stehen und große Teile deiner Freizeit opfern
8. Der Hund muss mindestens sichtlaut, besser noch spurlaut sein
9. Musst du mit schlimmen Situationen umgehen können. Bilder wie noch sehr fitte Wildschweine, denen der halbe Schädel fehlt, werden dich unumgänglich konfrontieren